Stand: 22.02.2017 14:36 Uhr

Barrikaden für den ungetrübten Narrenspaß

von Frauke-Ragna Lipprandt

Karneval ist ein fröhliches Narrentreiben. Am Wochenende kommen in Braunschweig und Osnabrück mehrere Hunderttausend Menschen zusammen, die vor allem eins haben wollen: Spaß. Damit das auch gelingt, hat die Polizei in beiden Städten ihr Sicherheitskonzept verschärft. Vor dem Hintergrund der Terroranschläge in Nizza und Berlin wollen Stadt und Polizei bei Großveranstaltungen dieser Art bestmöglich vorbereitet sein.

Schwere Barrikaden und bewaffnete Beamte

Mehr Einsatzpersonal, Barrikaden, Videoüberwachung und konsequentes Durchgreifen - so sieht das Sicherheitskonzept für den Schoduvel am Sonntag aus. Der Zugmarschall Gerhard Baller ist gelassen: "Ich habe ein gutes Gefühl", sagt er. Alles, was die Polizei unternehme, werde auch der gefühlten Sicherheit der Besucher dienen. "Da werden wir alle frohgemut feiern können", so Baller.

Zu den üblichen Absperrgittern entlang der Zugstrecke wird es ab etwa 10.30 Uhr an acht Stellen massive Sperren geben: Bis zu 18 Lkw mit Fahrpersonal und 15 Bauschuttcontainer sollen verhindern, dass fremde Fahrzeuge beim Umzug in die Menschenmenge rasen könnten. Die Barrikaden stehen unter anderem am Europaplatz, wo sich die Gruppen aufstellen, am Hagenmarkt und auch am Kennedy-Platz. An diesen Stellen sollen sie die Einfallstraßen sperren, die zum Zug führen. Zusätzlich werden dort schwer bewaffnete Beamte postiert. Wie in jedem Jahr wird die Innenstadt zudem für den Autoverkehr gesperrt.

Mobile Videotrupps für flexible Überwachung

Neben den fest installierten Kameras, unter anderem auf dem Domplatz, wird es beim Schoduvel in diesem Jahr auch stationäre Kameras geben: am Europaplatz, am Altstadtmarkt und auf dem Bohlweg/Georg-Eckert-Straße. Außerdem werden zwei Videotrupps und ein Fahrzeug mit Kameraausstattung unterwegs sein. Dadurch soll nicht nur eine statische Überwachung, sondern auch eine mobile gewährleistet werden.

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Auf Twitter gegen "Fake News"

Schon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Braunschweig aktuelle Mitteilungen via Facebook verbreitet. Am Sonntag wollen die Beamten zusätzlich twittern. Auf diesem Weg wollen sie über die aktuelle Lage, mögliche Beeinträchtigungen sowie spezielle Anordnungen schnell informieren. Besonders wichtig ist es der Polizei, "Fake News" und künstlich erzeugte Unruhen zu verhindern. Auf Facebook setzen die Beamten hierfür ihr Maskottchen "Anton" ein. Denn trotz der ernst zu nehmenden Sicherheitsvorkehrungen soll auf unterhaltsame Art auch ein wenig die Anspannung und eine übermäßige Dramatik verhindert werden. Karsten Heidrich, Präsident der Karneval-Vereinigung der Rheinländer Braunschweig, fragte extra seine Jugend, was sie für ihre Sicherheit benötige. Er erhielt eine klare Antwort: "Wir wollen auf den Wagen, wir wollen Spaß haben."

Osnabrück - Mannschaftswagen als Durchfahrtssperren

Auch der Präsident der Karnevalsgesellschaft Hermania Hellern aus Osnabrück, Norbert Dankelmann, blickt entspannt auf den Ossensamstag. "Wir haben keine besonderen Befürchtungen, ich fühle mich sicher", sagte er im Hinblick auf den Umzug am Sonnabend. Alles sei abgesichert, sodass kein Lastwagen durchrollen könne.

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Keine Hinweise auf Gefährdung

Grundsätzlich gibt es laut Polizeiangaben keine Hinweise auf eine mögliche Gefährdung beim Ossensamstag. Deshalb orientiert sich der Kräfteeinsatz der Polizei am Vorjahr. Zudem sollen zusätzlich große Mannschaftswagen als Poller eingesetzt werden, die hauptsächlich die Zufahrtsstraßen im Bereich Neumarkt und um den Dom herum absperren sollen. Wie in Braunschweig werden auch dort Polizeibeamte mit Maschinenpistolen stehen. Darüber hinaus werden, wie üblich, Absperrgitter die Zuschauer vom Zug trennen. Polizeibeamte werden den Zugverlauf beobachten und in Zivil unterwegs sein. Genaue Auskünfte über die Anzahl der Polizisten gibt es vorab nicht. Das ist Teil des Sicherheitskonzepts. Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk werden wie jedes Jahr vor Ort sein.

Narren sollten auf Waffenattrappen verzichten

In allen Städten fordert die Polizei Karnevalsbesucher dazu auf, keine gefährlich wirkende Verkleidung oder Waffenattrapen zu tragen. Der Verzicht darauf soll Missverständnissen vorbeugen. Zudem seien Drohnen über den Menschenmengen verboten - ebenso wie das Zünden von Böllern. Außerdem weist die Polizei darauf hin, dass Taschen und Rucksäcke nicht herrenlos herumstehen dürfen. Sonst wäre die Folge ein langwieriger Polizeieinsatz - und der würde mit Sicherheit den Spaß am Umzug trüben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 17.02.2017 | 14:30 Uhr

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