Stand: 23.03.2011 14:54 Uhr  | Archiv

"Nordland I" wartet auf einen Käufer

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Im Borkumer Hafen wartet die "Nordland I" auf einen Käufer.

Sechs Wochen lang war sie Borkums Touristen-Attraktion, jetzt liegt sie fast wie ein normales Schiff im Außenhafen der Insel: Die gestrandete "Nordland I" hat nach ihrer Bergung am Dienstagabend ihr erstes wichtiges Etappenziel erreicht und wartet dort auf einen Käufer. Der der neue Eigner der "Nordland I", die Rostocker Firma Planeta Impex, will das Schiff schnell loswerden - um die Bergungskosten wieder herein zu bekommen.

Schnäppchen bei Ebay

Beim Online-Auktionshaus Ebay ist eine entsprechende (Klein-)Anzeige geschaltet. "Das Schiff kann nach der Bergung sofort übernommen werden", heißt es im Anzeigentext. 120.000 Euro will der Havarie-Verwerter haben. Ein Schnäppchen, denn die Versicherungssumme des 49 Jahre alten Frachters beläuft sich nach NDR Informationen auf 400.000 Euro. Kaufinteressenten gebe es bereits, sagte Uwe Nerstheimer von Planta Impex. Das Schiff befinde sich in einem realtiv guten Zustand, so die Bergungsfirma. Die Ruderanlage müsse repariert werden, und die Schiffschraube sei verbogen. Ein bis zwei Wochen gibt sich die Firma Zeit, um einen Käufer zu finden. Sollte das nicht gelingen, wird die "Nordland I" doch noch verschrottet.

Langwierige Bergung

Kurz nach 19.30 Uhr war der Frachter am Dienstag per Seilwinde ins Wasser gezogen werden. Die Bergung gestaltete sich schwierig: Am Dienstagmorgen hatte ein Bagger zunächst eine Rinne ausgehoben, durch die das Schiff während der Flut gezogen werden sollte. Mithilfe einer Stahltrosse wurde der Frachter an dem dänischen Spezialschiff "Susanne A" befestigt. Den ganzen Tag über versuchte dieses Arbeitsschiff, die "Nordland I" vom Strand wegzuziehen. Das Problem: Das Arbeitsschiff "Susanne A" muss fest vor Anker liegen, um die "Nordland I" ziehen zu können. Doch der Anker löste sich immer wieder.

Hunderte Schaulustige verfolgen das Spektakel

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Hunderte Schaulustige verfolgten die Bergung.

Seit dem Morgen hatten Hunderte Schaulustige gespannt die Bergungsarbeiten am Strand verfolgt. Schließlich waren in den vergangenen Wochen schon mehrere Versuche, den Frachter loszubekommen, gescheitert. Die "Nordland I" war Anfang Februar in einem Sturm auf eine Buhne an der Promenade gedrückt und beschädigt worden. Das Schiff einer Emder Baustofffirma hatte Material zur Sanierung der Promenade geladen.

Frachter sollte eigentlich verschrottet werden

Ursprünglich hatten die Experten vorgehabt, die 200 Tonnen schwere "Nordland I" in 40 Teile zerlegen zu lassen. Die Segmente sollten danach auf zwei schwimmenden Pontons nach Emden gebracht werden. Doch die mit der Verschrottung beauftragte Papenburger Spezialfirma war nach NDR Informationen kurzfristig abgesprungen.