Stand: 27.02.2016 15:12 Uhr

Immer mehr Rentner schuften weiter

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Besonders Frauen sind von Altersarmut betroffen. (Themenbild)

Immer mehr Senioren aus Niedersachsen arbeiten auch im Rentenalter weiter. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren laut Landesamt für Statistik deutlich gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer jetzt veröffentlichten Erhebung waren 2014 rund 35.200 Menschen im Rentenalter in Niedersachsen erwerbstätig und damit doppelt so viele wie noch 2006. Dies sei ein Indiz für Altersarmut, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Tölle. Denn wenn die Rente nicht reiche, seien viele Senioren gezwungen, etwas dazuzuverdienen, um genug Geld zum Leben zu haben.

DGB befürchtet drastische Verschärfung

Verantwortlich für diese Entwicklung sei eine Kombination aus niedrigem Lohn, Arbeitslosigkeit und Rentenkürzungen. Tölle befürchtet, dass sich das Problem auch in Zukunft drastisch verschärfen könnte: "Wenn das Rentenniveau auf 43 Prozent sinkt, droht auch für Durchschnittsverdiener der soziale Abstieg", so Tölle. "Deutschland hat den größten Niedriglohnbereich in Europa, fast jeder Vierte ist betroffen." Frauen seien dabei besonders drastisch betroffen, sagte Tölle und kritisierte: "Gerade bei den unterbezahlten sozialen Berufen, bei Erzieherinnen und Pflegerinnen, ist die Armut im Alter reihenweise greifbar."

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