Stand: 06.12.2017 14:03 Uhr

Land testet Tempo-30-Zonen auf Hauptstraßen

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Das Land startet einen Modellversuch mit Tempo-30-Zonen auch auf Hauptstraßen. (Archiv)

Auf einigen Hauptstraßen in niedersächsischen Städten wird es demnächst deutlich entschleunigt zugehen. Dann nämlich, wenn dort nur noch Tempo 30 erlaubt ist. Mithilfe eines Modellprojekts will das Land herausfinden, wie sich ein solches Tempolimit auf Straßen mit viel Verkehr auswirkt. Am Dienstag beispielsweise hat der Rat der Stadt Osnabrück für die Teilnahme an dem Projekt gestimmt. Das auf drei Jahre angesetzte Modellprojekt soll unter anderem Erkenntnisse darüber liefern, ob die Straßen entlastet werden und ob durch das Tempolimit der Verkehrslärm verringert wird. Vor allem aber soll herausgefunden werden, ob sich der Schadstoffausstoß verändert, wenn Autos und Lkw grundsätzlich nicht schneller als 30 fahren dürfen.

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Land wählt mindestens sechs Teststrecken aus

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Hameln, Hildesheim und Bissendorf machen nicht mit

Die Stadt Osnabrück hat angekündigt, ihre Unterlagen Anfang kommenden Jahres einzureichen. Die Stadt Springe in der Region Hannover wollen sich ebenfalls für die Teilnahme an dem Modellprojekt bewerben. Und auch die Landeshauptstadt bereitet nach eigenen Angaben gerade Unterlagen für eine Bewerbung vor. Es gibt aber auch Städte und Kommunen in Niedersachsen, die sich bereits gegen eine Teilnahme entschieden haben: Dazu zählen unter anderem Hameln und Hildesheim - obwohl in beiden Städten die Stickoxid-Grenzwerte überschritten werden. Auf viel befahrenen Straßen würde sich der Verkehr durch Tempo 30 noch mehr stauen als sowieso schon, argumentieren die Gegner des Projekts. Und auch die Gemeinde Bissendorf im Osnabrücker Land hat sich am Ende gegen die Teilnahme entschieden: Die Gemeinde würde zwar prinzipiell gerne mitmachen, fürchte aber die Kosten, heißt es von dort.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.12.2017 | 12:00 Uhr

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