Stand: 20.11.2015 18:45 Uhr

Keine Hinweise nach Brand im Flüchtlingsheim

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Die Polizei sichert die Flüchtlingsunterkunft in Barnstorf.

Die Ermittler tappen noch im Dunkeln: Nach einem Feuer im Nebengebäude einer Flüchtlingsunterkunft in Barnstorf im Landkreis Diepholz war am Freitag der Staatsschutz vor Ort. Doch Hinweise auf die möglichen Täter gibt es bislang noch nicht. Ein Unbekannter hatte am Donnerstagabend den Anbau des Wohnhauses für Flüchtlinge in Brand gesetzt. Wie die Polizei mitteilte, legte der Täter ein brennendes Stück Stoff in den Raum. Glück im Unglück: In dem Raum aus Beton befanden sich keine brennbaren Gegenstände. Einer der elf Bewohner konnte das Feuer schnell löschen, verletzt wurde niemand.

Polizeistreife vor Wohnhaus postiert

In dem Gebäude leben Asylbewerber aus verschiedenen Ländern. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund könne bei der Tat nicht ausgeschlossen werden, so ein Polizeisprecher. Eine Streife ist zur Sicherheit rund um die Uhr in der Nähe des Wohnhauses postiert.

Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Auch im Landkreis Stade sind Donnerstagnacht mehrere Flüchtlinge mit dem Schrecken davon gekommen. In einem Containerdorf in Fredenbeck gingen sechs der zwölf Container in Flammen auf und wurden völlig zerstört. Etwa 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die zwölf Bewohner blieben unverletzt wurden in anderen Unterkünften untergebracht. Die Polizei nahm noch am Abend einen 19-jährigen Bewohner fest - nach Vernehmungen und Zeugenbefragungen wurde der Mann am späten Nachmittag wieder auf freien Fuß gesetzt. Der zunächst dringende Tatverdacht hatte sich laut Polizei nicht bestätigt.

Zeitgleich brennt es in einem ehemaligen Hotel

Nur wenige Straßen weiter hat es - fast zeitgleich - außerdem in einem ehemaligen Hotel gebrannt, das als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt wird. Als die Feuerwehr eintraf, brannten in mehreren Räumen Gardinen und Möbel, das Gebäude war stark verraucht. Die elf Bewohner hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können und blieben unverletzt. Das Feuer wurde gelöscht, noch ehe es sich weiter ausbreiten konnte.

Gesamtschaden: 100.000 Euro

Die Ermittlungen zur Brandursache an beiden Tatorten laufen. "Genaue Ergebnisse werden aber erst nach den Recherchen der Brandexperten der Polizeiinspektion Stade erwartet, die in den nächsten Tagen beginnen werden", teilte die Polizei mit. Den Schaden, der durch die beiden Brände entstanden ist, schätzt die Polizei auf etwa 100.000 Euro.

Containerdorf geht in Flammen auf

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.11.2015 | 06:30 Uhr