Stand: 18.04.2017 11:02 Uhr

Hendricks lehnt Obergrenze für Wölfe ab

von Torben Hildebrandt
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Der Bund sei "weit davon entfernt, den Schutz für den Wolf zu lockern", sagte Barbara Hendricks (SPD) NDR 1 Niedersachsen. (Archiv)

Die Rückkehr des Wolfes führt in Niedersachsen zu Konflikten. Weil immer wieder Nutztiere gerissen werden, liefern sich Befürworter und Gegner hitzige Diskussionen. Die CDU im Landtag verlangt eine Obergrenze für Wölfe. Und auch die FDP fordert, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, damit die Tiere in absehbarer Zeit geschossen werden dürfen. Doch Berlin spielt da nicht mit. Im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen stellte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) klar: Es bleibt beim strengen Schutz für die Wölfe.

"Konflikt ist lösbar"

Den Schutz für den Wolf zu lockern – "davon sind wir weit entfernt", sagte Bundesumweltministerin Hendricks wörtlich. Sie sehe nicht, dass der Bestand der Tiere gesichert ist. Die SPD-Politikerin warb im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen um mehr Verständnis bei den Kritikern: "Wir als Europäer erwarten zum Beispiel von den Afrikanern, dass sie die Elefanten schützen. Es gibt Elefantenherden, die ganze Dörfer vernichten und Menschen töten - trotzdem erwarten wir, dass die Afrikaner die Elefanten schützen." Mit Blick auf den Streit in Niedersachsen verwies Hendricks darauf, dass verhaltensauffällige Wölfe auch jetzt schon erschossen werden können. Die Konflikte hält die Ministerin für lösbar: mit finanziellen Hilfen für die Nutzhierhalter, Zäunen und Herdenschutzhunden. Gleichwohl sei es nicht ganz zu vermeiden, dass auch Nutztiere gerissen werden, sagte Hendricks.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.04.2017 | 08:00 Uhr

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