Stand: 05.11.2017 12:43 Uhr

Handel mit Iran läuft noch nicht rund

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Vor einem Jahr hat Niedersachsen in Teheran eine Wirtschaftsvertretung eröffnet. (Archiv)

Der Handel zwischen Niedersachsen und dem Iran hat stark zugenommen, bleibt aber schwierig. Das sagt die Industrie- und Handelskammer (IHK) - ein Jahr nachdem Niedersachsen in Irans Hauptstadt Teheran eine Repräsentanz eröffnet hat. Die Zukunft der schwierigen Beziehungen hänge davon ab, wie sich die amerikanische Seite künftig verhalte, sagte der Außenhandelsexperte der IHK Niedersachsen, Tilman Brunner. US-Präsident Donald Trump verweigert dem Iran die Bestätigung, dass sich das Land an das Atom-Abkommen mit der Weltgemeinschaft hält. Damit seien für die Zukunft neue Sanktionen nicht ausgeschlossen. "Das verunsichert natürlich alle niedersächsischen Unternehmen, die auch mit den USA Geschäfte machen, weil sie damit rechnen müssten, auch in ihrem USA-Geschäft sanktioniert zu werden", sagte Brunner.

"Viele Banken müssen erst überzeugt werden"

Außerdem sei es nach wie vor sehr schwer, Zahlungen mit dem Iran abzuwickeln. Es gebe zwar einzelne Banken, die inzwischen Transaktionen umsetzten, aber das größtenteils nur für ihre Bestandskunden. "Das heißt, wer eine Bank hat, die kein Iran-Geschäft abwickelt, muss seine Bank erst davon überzeugen", so Brunner. Dennoch seien aus Wirtschaftssicht eindeutig Perspektiven vorhanden. Die Exporte würden zwar von Monat zu Monat stark schwanken, aber unterm Strich gebe es viel Potenzial, sagte Brunner.

Trendwende beim Import

Laut Zahlen des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums haben die Geschäfte mit dem Iran in den vergangenen Jahren in der Tat zugelegt: Während Niedersachsen im Jahr 2014 Waren und Dienstleistungen im Wert von 93,1 Millionen ausführte, waren es im vergangenen Jahr bereits 138,5 Millionen Euro. Von Januar bis Juli 2017 lag das Exportvolumen bei rund 93 Millionen Euro. Die Importe aus dem Iran lagen laut Ministerium im Jahr 2014 bei knapp 42,6 Millionen Euro. Bis zum vergangenen Jahr seien sie rückläufig gewesen, nun aber deuteten die Daten auf eine Trendwende hin. Demnach lagen die Importe in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bei 27,8 Millionen Euro - und damit bereits rund 4,6 Millionen Euro über dem Gesamtjahreswert von 2016. Importiert werden vor allem Nahrungsmittel und Gewürze.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.11.2017 | 08:00 Uhr

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