Stand: 05.02.2017 19:19 Uhr

Gereimte Kampagne: Ärger um "neue" Bauernregeln

Die Kritik ist groß - und dabei soll die neue Kampagne des Bundesumweltministeriums eigentlich lustig sein. Ein ernstes Anliegen, nämlich eine nachhaltige und naturverträgliche Landwirtschaft, soll in den Vordergrund gerückt werden. Die Motive sollen in 70 deutschen Städten plakatiert werden. Allerdings bereiten die recht holprig gereimten neuen "Bauernregeln" ("Ohne Blumen auf der Wiese geht's der Biene richtig miese") den Landwirten in Niedersachsen keinen Spaß. Ganz im Gegenteil.

Landvolk ist empört

"Wir sind gern bereit, Anregungen aufzunehmen, aber nicht auf diesem Niveau", kommentierte die Sprecherin des Landvolks Niedersachsen, Gabi von der Brelie. "Diese sehr pauschalen Beleidigungen treffen jede Bäuerin und jeden Bauern in ihrer Ehre und verlangen eine Entschuldigung", forderte Niedersachsens Landvolkpräsident Werner Hilse. Andere Landesbauernverbände hatten sich ebenfalls über die Aktion geärgert. Mit Unverständnis reagierte auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). "Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Diese Sprüche sind ziemlich plump und müssen bei den Landwirten schlecht ankommen", sagte Weil der "Nordsee-Zeitung". Die Kampagne aus dem Hause der Bundesumweltministerin habe mit der Realität eines bäuerlichen Betriebes in Niedersachsen nicht viel zu tun.

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Die neue Kampagne "Gut zur Umwelt. Gesund für alle"

Mit einer Plakataktion in über 70 Städten will das Bundesumweltministerium für eine umweltverträgliche Landwirtschaft werben. Bildergalerie

Streit zwischen zwei Ministern

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte seine Kollegin im Umweltressort, Barbara Hendricks (SPD), am Freitag aufgefordert, die Kampagne zu beenden und sich bei den Landwirten für den Imageschaden zu entschuldigen. Hilse forderte ebenfalls einen Stopp der "diffamierenden Kampagne". Information werde hier zum Wahlkampf umgemünzt, noch dazu auf Kosten der Steuerzahler, kritisierte Hilse.

Die Bauernregeln der NDR.de-User - eine Auswahl

  • Ludwig Wasmus

    Wenn der Wahlkampf nahe ist, baut die Ministerin viel Mist.

  • Hanna Leinemann

    Sperrt man ein das Federvieh, freut's die Grippe wie noch nie.

  • Volker Bethge

    Kräht der Hahn nicht auf dem Mist, hat der Bauer sich verpisst.

  • Sabine Kiehl

    Kommen Pesti- und Fungizide auf die Pflanze, leuchtet das Obst und Gemüse in vollem Glanze.

  • Karsten Buchholz

    Ist der Bauer mal zufrieden, kann's an der Politik nicht liegen!

  • Karsten Buchholz

    Wird die Gülle registriert, guckt der Bauer arg pikiert!

  • Cord Meier

    Ist die Hendricks in Wahlkampfnot, macht sie Bauernhöfe tot.

  • Dieter Sonnwald

    Schwimmt auf dem Feld ganz dick die Gülle, wird's um jeden Wurm ganz stille.

  • Hans-Heinrich Janßen

    Hat das Wildschwein nur ein Bein, kam der Wolf wohl nicht allein.

  • Brigitta Blume

    Der Wolf reißt Vieh mit Haut und Haar, wo einst die Blumenwiese war.

  • Brigitta Blume

    Die Städter wissen alles besser, wer füttert diese ganzen Fresser?

  • Brigitta Blume

    Wenn die Hendricks-Fans erstarken, gibt es bald schon Essensmarken.

  • Hermann Nolte

    Ruft die Bauernlobby bloß zum Gruß, steht Schmidt schon stramm "Gewehr bei Fuß".

  • Gerhard Poelmann

    Das Landvolk ist recht schnell empört, weil Regeln es empfindlich stört.

  • Ute Otto

    Treibt der Bauer auf die Wiese seine Kühe, wird er belohnt für seine Mühe!

  • Ivonne Junck

    Bleibt in der Stadt der Kühlschrank leer, gab es wohl keinen Bauern mehr.

  • Dirk von Salzen

    Wenn Frau Hendricks kräht viel Mist, weiß der Bauer dass Wahlkampf ist.

  • August Wieslser

    Ist das Wissen noch so klein, drischt man auf die Bauern ein.

  • Hans Enslein

    Discounters Geiz und Barbaras Trick drehen dem Landvolk einen Strick.

  • Christina Spark

    Kommt die Milch in Würfeln raus, fiel im Stall die Heizung aus.

  • Torsten Demuth

    Wenn der Bauer schmollt statt lacht, hat er etwas falsch gemacht.

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Ministerium kontert Kritik

Das Umweltministerium wies die Kritik zurück. "Uns geht es nicht darum, einen Berufsstand zu diffamieren", versicherte ein Ministeriumssprecher. Man wolle lediglich im Rahmen einer gesellschaftlichen Debatte "auf spielerische und humorvolle Art" auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.02.2017 | 14:00 Uhr

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