Stand: 25.01.2017 09:47 Uhr

Ende des Torfabbaus in Niedersachsen rückt näher

Niedersachsens Torf soll künftig im Boden bleiben - und so den Klimaschutz stärken. Die Moorflächen sollen künftig als natürliche CO2-Speicher genutzt werden. Das geht aus dem neuen Landesraumordnungsprogramm hervor, das Agrarminister Christian Meyer (Grüne) am Dienstag in Hannover vorgestellt hat. "Was wir jetzt als erstes Bundesland haben, sind natürliche CO2-Speicher", sagte der Minister. Die für den Torfabbau vorgesehenen Flächen sollen nun zunächst von 21.000 Hektar auf 3.500 Hektar verringert werden, mittelfristig ist ein komplettes Aus geplant.

Kritik kommt aus der Wirtschaft

Die Änderungen wurden nach dreijährigen Beratungen vom Kabinett beschlossen. Gleichzeitig fördert das Land die Entwicklung von Ersatzstoffen für den Gartenbau. Bisher stammen mehr als 95 Prozent des in Deutschland abgebauten Torfes, der vielfach für Gartenerde genutzt wird, aus Niedersachsen. Kritik kam von der CDU. Es handele sich um erhebliche Einschnitte für die Landwirtschaft, sagte Vizefraktionschef Frank Oesterhelweg. Die Wirtschaft äußerte Bedenken wegen weiterer Hürden, etwa beim Bau neuer Mülldeponien.

Gorleben ist gestrichen

Die Änderungen erschweren nun auch den Bau neuer Kohlekraftwerke sowie einen Ausbau von Gorleben als atomares Endlager. "Wir streichen erstmalig den Standort Gorleben als Endlager in Deutschland, das hat planungsrechtliche Konsequenz", sagte Meyer. Und im Schacht Konrad soll es schwieriger werden, mehr als die bisher erlaubt Menge an radioaktiven Abfällen zu lagern. Außerdem wurde im neuen Raumordungsprogramm die bisherige sogenannte Vorrangsicherung für die lange geplante Y-Bahntrasse aufgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.01.2017 | 16:00 Uhr

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