Stand: 04.08.2017 12:00 Uhr

Die politische Karriere von Elke Twesten

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Elke Twesten wechselt von den Grünen zur CDU.

Bis zum heutigen Tag war sie der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, doch das hat sich schlagartig geändert. Mit ihrem Wechsel von den Grünen zur CDU hat Elke Twesten auf der politischen Bühne in Niedersachsen für ein kleines Erdbeben gesorgt. Die Regierungskoalition hat ihre Mehrheit verloren, Neuwahlen scheinen unumgänglich. Und Twesten ist von einem Tag auf den anderen in aller Munde. Dabei hat ihre politische Karriere bereits vor 20 Jahren begonnen. 1997 trat sie in die Partei Bündnis 90/Die Grünen ein und engagierte sich zunächst auf lokaler Ebene in Scheeßel (Landkreis Rotenburg/Wümme). Richtig Fahrt nahm ihre Karriere auf, als sie 2006 in den Rotenburger Kreistag und dann 2008 in den Niedersächsischen Landtag einzog. Zu dieser Zeit (2007 bis 2009) war Twesten auch stellvertretende Landesvorsitzende der Grünen in Niedersachsen.

Forsche Auftritte sorgen für Kritik

Die 54-jährige Mutter von drei Töchtern verfolgte ihre Karriere als Politikerin äußerst zielstrebig. Mitstreiter beschreiben sie als durchsetzungsstark, engagiert und kämpferisch. 2014 wollte sie sich als erste Frau und erste Grüne zur Landrätin im Landkreis Stade wählen lassen, außerdem wurden ihr Ambitionen auf ein Bundestagsmandat nachgesagt. Ihr forsches und forderndes Auftreten bescherte Twesten in den eigenen Reihen immer mehr Gegner. Sie kümmere sich nur noch um ihre eigene Karriere in Hannover und die große Politik, wurde ihr immer häufiger vorgeworfen. Im Juni kam es schließlich zum offenen Bruch mit den Parteikollegen: Twestens Kreisverband in Rotenburg/Wümme verwehrte ihr die Kandidatur für die kommende Landtagswahl 2018 und wählte stattdessen ihre Konkurrentin Birgit Brennecke.

Niederlage gegen Konkurrentin

In einem Interview mit der "Kreiszeitung" (Ausgabe vom 2. Juni 2017) bezeichnete Twesten die Wahl als eine Wahl gegen sich und nicht für Brennecke. Ihre zielgerichtete Selbstständigkeit habe vielen Mitgliedern nicht gepasst. Die Grünen im Landkreis seien zerstritten, so Twesten. Brennecke wird Kompetenz im Umgang mit den Themen Fracking und Erdgasförderung zugeschrieben, Twesten konzentriert sich dagegen stärker auf frauenpolitische Themen. Zuletzt arbeitete sie an einer Novellierung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes.

Vom Hamburger Zoll in den Niedersächsischen Landtag

Nach ihrem Abitur in Scheeßel 1982 absolvierte Twesten zunächst eine Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin, dann zur Diplom-Finanzwirtin an der Fachhochschule des Bundes. Sie arbeitete bis zu ihrem Einzug in den Landtag bei der Hamburger Zollverwaltung. Sie ist Mitglied im Niedersächsischen Landesvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, seit 2015 ist sie stellvertretende Landesvorsitzende.

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Elke Twesten hat erstmalig an einer CDU-Fraktionssitzung teilgenommen. Der CDU-Kreisverband Rotenburg/Wümme hatte sie zuvor als neues Mitglied in die Partei aufgenommen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.08.2017 | 12:00 Uhr

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