Stand: 14.09.2017 11:13 Uhr

DAK erstattet sämtliche Behandlungkosten

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Walter Bruckner ist erleichtert: Nach einem Vergleich erstattet die DAK nun endlich die Behandlungskosten. Fünf Jahre hatte er dafür gekämpft.

Der Streit mit seiner Krankenkasse hat für Walter Bruckner ein positives Ende gefunden. Vor dem Landessozialgericht Celle hat der 84-Jährigen einen Vergleich erstreiten können. Die DAK erstattet sämtliche Behandlungskosten in Höhe von rund 23.000 Euro und folgt damit Ausführungen des Gerichts.

DAK wehrte sich gegen Übernahme der Therapiekosten

Walter Bruckner hatte das Verhalten der DAK schwer zu schaffen gemacht: "Es ist meiner Meinung nach ein absurdes, unmenschliches Vorgehen einer Krankenkasse, bei der ich seit 43 Jahren versichert bin", sagte Bruckner im Januar. Panorama 3 hatte zu Beginn des Jahres über den Fall berichtet. Er litt an einer seltenen Autoimmunerkrankung an seinem rechten Fuß. Eine Stelle hatte sich entzündet, wurde immer größer und wuchs nicht mehr zu. Walter Bruckner litt unter starken Schmerzen, drohte gar seinen Fuß zu verlieren. Da die konventionelle Therapie ausgeschöpft war, sah der Rentner seine letzte Rettung in einer Sauerstofftherapie in einer Druckkammer. Und tatsächlich, diese Therapie schlug an: Der Fuß verheilte vollständig.

Doch bereits im Januar 2017 berichtete Panorama 3 darüber, wie sich die DAK gegen die Übernahme dieser Therapiekosten gewehrt hatte. Zunächst hatten die Sachbearbeiter auf den Leistungskatalog verwiesen, dann auf andere Urteile zur Sauerstofftherapie und schließlich auf Formfehler, die gemacht worden seien.

DAK

Lebensgefahr: Krankenkasse verweigert Therapie

Panorama 3 -

Walter Bruckner leidet an einer seltenen Autoimmunerkrankung, die beinahe zur Fußamputation geführt hätte. Doch für die einzig wirksame Therapie will die DAK nicht zahlen.

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Richter entschuldigt sich für späte Entscheidung

Fünf Jahre lang musste sich Walter Bruckner durch die Instanzen klagen. Und so schloss der Vorsitzende Richter am Landessozialgericht Celle mit einer Entschuldigung: "Lieber Herr Bruckner, es tut mir persönlich leid, dass diese Entscheidung erst so spät gefallen ist." Walter Bruckner zeigte sich nach der Urteilverkündung erleichtert und hofft nun, dass durch das Urteil auch andere Patienten auf die Sauerstofftherapie aufmerksam und so womöglich vor Amputationen bewahrt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 17.01.2017 | 21:15 Uhr