Stand: 25.01.2016 08:17 Uhr

70 Prozent aller Abschiebungen 2015 gescheitert

Im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen rund 70 Prozent aller Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern gescheitert. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hervor. Das Land plant nun, das Personal, das sich in der Landesaufnahmebehörde um Abschiebungen kümmert, deutlich aufzustocken. Laut Innenministerium waren dort bisher 92 Mitarbeiter damit beschäftigt, Passersatzpapiere zu beschaffen oder Identitäten zu klären. 2016 soll die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich um 50 Prozent erhöht werden.

2.572 Abschiebungen scheiterten 2015

Im vergangenen Jahr sollten insgesamt 3.705 Ausländer Niedersachsen wieder verlassen. Das waren rund 20 Prozent mehr als 2014. 2.572 Abschiebungen scheiterten aber, etwa weil die Betroffenen untertauchten oder ihr Gesundheitszustand zu schlecht war. Durch die nicht genutzten Rückflüge der Menschen in ihre Herkunftsländer entstanden dem Land nach Angaben des Ministeriums 2015 Stornokosten in Höhe von rund 160.000 Euro.

80 Prozent der abgelehnten Asylbewerber werden geduldet

Insgesamt lebten Ende November 2015 in Niedersachsen 18.641 Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die eigentlich zur Ausreise verpflichtet sind. Fast 80 Prozent davon werden aber geduldet. Rund 2.900 der Migranten würden bereits seit elf Jahren oder länger hierzulande leben. Die meisten stammen vom Balkan, aus der Türkei und Afghanistan.

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