Stand: 22.01.2016 17:16 Uhr

Neuer Kunstschatz für Schloss Gottorf

Auch Max Liebermann gehört zur Sammlung: "Lesendes Mädchen", 1895.

2.500 Blätter, vor allem Grafiken, von Ernst Barlach über Paul Cezanne bis Henri de Toulouse-Lautrec und Heinrich Vogeler: Das ist die Sammlung Bönsch. Das Ergebnis von 50 Jahren kenntnisreicher Sammelleidenschaft des Wolfsburger Ehepaares Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Elisabeth Bönsch eine Stiftung gegründet. Nun steht die Sammlung dem zu den Landesmuseen gehörenden Schloss Gottorf in Schleswig zur Verfügung.

Direktorin: "Aufregende Ausstellungen"

Die Direktorin des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte ist begeistert. Kirsten Baumann spricht von einem "Schatz". Sie schwärmt, mit den Beständen gerade der umfangreichen Grafiksammlung - mit Bildern aus der Stiftung Horn - ließen sich neue, aufregende Ausstellungen zusammenstellen. Die Sammelschwerpunkte von Familie Bönsch betreffen den Impressionismus und die Moderne.

"Ouvertüre" mit Impressionisten im Oktober

Mit dem Impressionismus soll es losgehen auf Gottorf. Für den 9. Oktober ist eine Schau der Highlights der Sammlung Bönsch mit dem Titel "Ouvertüre" geplant. Dazu gehören auch viele französische Impressionisten, die bisher in Schleswig nicht zu sehen waren. Ab 2017 soll es eine Dauerausstellung geben.

Sammlerin: Kunst ist kein Wandschmuck für Betuchte

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Elisabeth Bönsch (Mitte) sprach auf Schloss Gottorf von einem "Ehevertrag".

Die Wolfsburgerin Bönsch gestand beim feierlichen Unterschriftsakt im Plöner Saal des Schlosses, sie "fremdele" noch etwas mit Schleswig-Holstein. Trotzdem: Nach der vom Freundeskreis Schloss Gottorf initiierten Kontaktaufnahme habe sie die Zeit der Vorbereitung als sehr schön empfunden - "fast wie eine Brautwerbung". Im Brautzimmer des Schlosses folge damit nun der Ehevertrag. Sie wisse ihre Sammlung für viele Jahre in besten Händen.

Komplimente gab es auch zurück. Die Blätter seien alle restauriert, perfekt gelagert und katalogisiert, hieß es im Schloss. Nach Gottorf kommen die Werke, weil die Stifterin meint, Kunst sei kein Lagergut oder Wandschmuck für Betuchte. Alle Menschen müssten sie sehen können, sagte Bönsch. Kunst gehöre deshalb ins Museum.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 22.01.2016 | 20:00 Uhr