Norddeutsche Gesichter
Porträts bekannter historischer Persönlichkeiten aus Norddeutschland. mehr
Was ist 150 Jahre nach dem Ende der Menschheit aus der Kunst geworden? Um diese Frage geht es im sechsten Akt von "Die Welt ohne uns".
150 Jahre sind vergangen, seit der letzte Mensch von der Erde verschwunden ist. Die Natur erobert die verlassenen Städte zurück. Zwischen dem neuen Grün erinnern unverwüstbare Gegenstände wie Kochtöpfe und Plastikplanen an die Zeiten menschlicher Hochkultur. So sieht sie aus, die Szenerie im sechsten Akt des botanischen Langzeittheaters "Die Welt ohne uns" des Schauspiels Hannover. Mittendrin der bekannte Totalkünstler Timm Ulrichs, der im Zwiegespräch mit Mathias Max Herrmann begutachtet, was in all den Jahren aus der Kunst - darunter auch seine eigenen Werke - geworden ist.
Wo genau dieses ungewöhnliche Theaterstück aufgeführt wird, bleibt geheim. Die Zuschauer werden vom Schauspielhaus mit einem Bus an die Spielstätte am Stadtrand gebracht. Neben viel Neugier brauchen sie vor allem gute Nerven, denn wie sagt doch Ulrichs: "Für das Theaterpublikum ist es eine Zumutung."
Die gesamte Inszenierung dauert fünf Jahre und besteht aus insgesamt acht Akten. Hochkarätige Gastregisseure präsentieren darin ihre Visionen von einer entvölkerten Welt. Die Spieldauer verweist nicht nur auf die andere Zeit der Natur, sie soll auch unsere normalen Zeitvorstellungsräume von Legislaturperioden, Spielzeiten oder Semestern sprengen, erklärt das Schauspiel Hannover sein Konzept.