Stand: 10.01.2014 15:13 Uhr

Das Ohnsorg-Theater: Bühne mit Geschichte

Von Tratsch im Treppenhaus über Shakespeares Sommernachtstraum bis hin zur Rock-Revue: Das Hamburger Ohnsorg-Theater hat weit mehr zu bieten als simple "platte" Unterhaltung. Mehr als 50 Millionen Zuschauer sehen jedes Jahr die Inszenierungen des einzigen plattdeutschen Profi-Theaters in Deutschland - im Theatersaal am Heidi-Kabel-Platz, auf Tourneen und Gastspielen oder zu Hause im Fernsehen. Keine Frage: Das Ohnsorg-Theater hat Kultstatus. Bis heute steht die nach seinem Gründer Richard Ohnsorg benannte Bühne für Theaterkunst mit norddeutschem Charme. Doch nicht immer wurde bei Ohnsorg auf Platt gespielt - ein kurzer Abriss der mehr als 100-jährigen Theatergeschichte.

  • 1902: Eine neue Theatervereinigung entsteht

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    Richard Ohnsorg gründet die Theatergruppe 1902. Plattdeutsche Stücke stehen anfangs nicht auf dem Programm.

    Alles beginnt im Jahr 1902 mit zwei Anzeigen im "Hamburger Fremdenblatt" und im "Hamburgischen Correspondenten": "Eine zu gründende Theater- und Gesellschaftsvereinigung sucht noch feingebildete Damen und Herren aus angesehen Kreisen als tätige oder passive Mitglieder."

    Auf den Aufruf des studierten Sprachwissenschaftlers Richard Ohnsorg, der damals als Bibliothekar in Hamburg arbeitet, melden sich insgesamt 25 Damen und Herren. 18 von ihnen treffen sich am 12. Oktober 1902 im Restaurant Kersten am Hamburger Gänsemarkt und gründen die "Dramatische Gesellschaft Hamburg". Anfangs lesen die Mitglieder vor allem hochdeutsche Stücke in verteilten Rollen vor. Richtige Theaterinszenierungen sind selten, plattdeutsche Stücke noch nicht vorgesehen.

  • 1910: Richard Ohnsorg lässt auf Platt spielen

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    Ein eigene Bühne hat die Theatergruppe in den Anfangsjahren noch nicht. Sie gastiert unter anderem am Thalia Theater.

    1906 benennt sich der exklusive Zusammenschluss um in "Gesellschaft für dramatische Kunst". Künftig will man sich vor allem Bühnenstücken zeitgenössischer Autoren widmen. 1910 übernimmt Richard Ohnsorg den Vorsitz. Er setzt sich dafür ein, dass vor allem plattdeutsche Stücke zur Aufführung kommen. "Der Lotse" heißt das erste plattdeutsche Bühnenstück, das das Ensemble aufführt. Richard Ohnsorg übernimmt die Hauptrolle.

    Das Drama von Fritz Stavenhagen kommt beim Publikum gut an und wird im Laufe der Geschichte des Ohnsorg Theaters immer wieder neu inszeniert. Noch hat die Theatergruppe keine eigene Bühne, sondern führt ihre Stücke unter anderem auf der Bühne des Thalia-Theaters auf.

  • 1922: Ein eigene Bühne für die Theatergruppe

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    Gorch Fock, mit bürgerlichem Namen Hans Kinau, war bis zu seinem Tod 1916 ein wichtiger Mitstreiter Richard Ohnsorgs.

    1922 bekommt das Ensemble um Richard Ohnsorg eine erste eigene Bühne. Sie liegt außerhalb der damaligen Stadtgrenzen im Wandsbeker Stadttheater. Die Theatergruppe hat sich mittlerweile erneut umbenannt und heißt nun "Niederdeutsche Bühne". Der Name spiegelt das Ziel des Ensembles wider, als professionelle Bühne mit ausschließlich plattdeutschen Inszenierungen bestehen zu können.

    Mittlerweile gibt es bis zu 205 Aufführungen im Jahr. Darunter sind auch mehrere Stücke des Autors Hans Kinau, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Gorch Fock. Trotzdem sind geeignete Bühnenstücken Mangelware. Um Abhilfe zu schaffen, schreibt die Niederdeutsche Bühne "einen Wettbewerb zur Gewinnung abendfüllender lustiger niederdeutscher Stücke" aus.

  • 1932: Ein neuer Star und eine neue Spielstätte

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    Im Jahr 1932 kommt Heidi Kabel zum Ohnsorg-Theater. Über Jahrzehnte wird sie es mit ihrer Schauspielkunst prägen.

    1932 begleitet Heidi Kabel ihre Freundin Eva Stolze zum Vorsprechen bei der Niederdeutschen Bühne - und bleibt selbst als Schauspielerin an dem Theater. Mehr als 60 Jahre wird sie auf der plattdeutschen Bühne stehen und wie kaum eine andere das Ohnsorg-Theater verkörpern. Auch ihren Mann, den Schauspieler Hans Mahler, lernt sie dort kennen. Die beiden heiraten 1937.

    Das Theater selbst bezieht im Oktober 1936 das verwaiste Kleine Lustspielhaus an den Großen Bleichen. Damit erhält das Ensemble um Richard Ohnsorg erstmals ein eigenes Haus innerhalb der damaligen Hamburger Stadtgrenzen. Die Platzverhältnisse sind anfangs beengt, das Theater hat nur 375 Sitzplätze. 75 Jahre lang bleibt das Theater in den Großen Bleichen, erst 2011 zieht es in das Bieberhaus am Hauptbahnhof um.

  • 1944: Das Theater muss schließen

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    Im Juli 1943 zerstört der Feuersturm große Teile Hamburgs. 1944 werden alle Theater geschlossen.

    1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Mit dem Krieg und der Bombardierung Hamburgs im Juli 1943 bricht das kulturelle Leben in der Hansestadt zusammen. Am 1. Februar 1944 lässt Joseph Goebbels, NS-Propagandaminister und Leiter der Reichskulturkammer, alle Spielstätten schließen.

    Die Schauspieler des Theaters werden zur Wehrmacht eingezogen, die Schauspielerinnen werden "dienstverpflichtet": Sie müssen im Haus an den Großen Bleichen Viehfutter abpacken.

  • 1945: Schwieriger Neuanfang im zerstörten Hamburg

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    Schon 1945 öffnet das Theater wieder. Der neue Intendant, Rudolf Beiswanger, will mehr hochdeutsche Stücke auf die Bühne bringen.

    Bereits kurz nach Kriegsende 1945 nimmt das Theater den Spielbetrieb wieder auf. Die Leitung übernimmt Rudolf Beiswanger als Nachfolger Richard Ohnsorgs.

    Das Theater, das sich 1946 in Richard-Ohnsorg-Theater umbenennt, steckt finanziell in Schwierigkeiten. Die Bühne muss ohne staatliche Zuschüsse auskommen. Doch Theaterbesuche sind nach dem Krieg für die meisten Menschen ein Luxus, den sie sich kaum leisten können. Zugleich wächst innerhalb des Hauses der Widerstand gegen den neuen Intendanten. Er will dem Theater eine neue Richtung geben: Weniger plattdeutsche, mehr hochdeutsche Stücke kommen auf den Spielplan.

  • Mai 1947: Tod des Gründers

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    Mit dem Tod Richard Ohnsorgs endet eine Ära. Bis heute trägt das Theater seinen Namen.

    Am 11. Mai 1947 stirbt Theatergründer Richard Ohnsorg im Alter von 71 Jahren. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof liegt Ohnsorg in der sogenannten Dichterecke begraben.

    Den Grabstein des ehemaligen Sprachwissenschaftlers, Schauspielers und Theaterleiters ziert ein Spruch, der sich mit dem Weiterleben der Sprache beschäftigt - natürlich auf Platt: "Hollt fast! Hollt fast! Denn geiht dat klor, denn lewt uns Sprok noch dusend Johr!" (Halt fest, halt fest, dann geht das klar, dann lebt unsere Sprache noch tausend Jahre!)

  • 1949: Hans Mahler leitet neue Ära ein

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    Hans Mahler leitet das Ohnsorg-Theater mehr als zwei Jahrzehnte lang. In dieser Zeit wird die Bühne in ganz Deutschland bekannt.

    1949 übernimmt Hans Mahler die Leitung des Ohnsorg-Theaters. Er war 1947 gemeinsam mit seiner Frau Heidi Kabel, die er am Theater kennengelernt hatte, an die Bühne zurückgekehrt. Richard Ohnsorg selbst hatte das Ehepaar 1945 der Tür verwiesen, weil Kollegen die beiden aufgrund ihrer früheren NSDAP-Mitgliedschaft nicht mehr im Ensemble sehen wollten.

    Mit Hans Mahler als Intendanten kehrt das Theater zu seinen Wurzeln zurück und führt nur noch auf Plattdeutsch auf. Bis 1970, mehr als zwei Jahrzehnte lang, bleibt er Intendant des Theaters. Unter seiner Leitung wird das Ohnsorg-Theater zum bekanntesten Volkstheater in ganz Deutschland.

  • 1954: Das Ohnsorg-Theater kommt ins Fernsehen

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    Heidi Kabel und Walter Scherau 1961 in dem Stück "In Luv und Lee die Liebe". Für die TV-Aufzeichnung sprechen sie "Missingsch".

    Am 13. März 1954 beginnt eine neue Zeitrechnung für das Ohnsorg-Theater: Der NDR überträgt mit "Seine Majestät Gustav Krause", einer Komödie über einen Pferdehändler, erstmals ein Bühnenstück des Theaters im Fernsehen. Die Bedingung der NDR Redakteure für die Übertragungen ist, dass die Stücke nicht auf plattdeutsch aufgeführt werden. Hans Mahler ist zunächst gegen diese Regelung, doch schließlich fügt er sich.
    Man einigt sich darauf, die Stück nicht auf Platt, sondern auf "Missingsch" aufzuzeichnen, einer Mischung aus Platt und Hochdeutsch.

    Das Stück, das Erich Kästner unter dem Pseudonym Eberhard Foerster während der NS-Zeit schrieb, macht das Volkstheater auf einen Schlag weit über Hamburg hinaus bekannt. Die Ohnsorg-Schauspieler Walter Scherau, Hilde Sicks und Heidi Kabel avancieren über Nacht zu Stars. Schon bald hat das Ohnsorg-Theater einen festen Sendeplatz im NDR Fernsehen - so groß ist der Erfolg.

  • 1958: Fernsehpreis für "Twee Kisten Rum"

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    Otto Lüthje, Heine Kaufeld und Jochen Schenck spielten in "Zwei Kisten Rum" mit.

    Vier Jahre nach der ersten Fernsehübertragung erhält das Ohnsorg-Theater für sein Bühnenstück "Twee Kisten Rum" den Deutschen Fernsehpreis. In der Komödie geraten drei Männer durch zwei geschmuggelte Kisten Rum in allerlei Schwierigkeiten. Das Volkstheater ist mittlerweile in ganz Deutschland bekannt und beliebt - Ohnsorg-Abende in der heimischen Stube sind in den späten 50er- und 60er-Jahren fester Bestandteil des Familienlebens.

    1958 kommt Henry Vahl neu zum Ohnsorg-Ensemble hinzu - da ist er bereits 61 Jahre alt. Schnell spielt er sich in die Herzen der Zuschauer und wird zum Lieblingsopa der Nation.

  • 1966: Liveübertragung aus dem Treppenhaus

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    In "Tratsch im Treppenhaus" spielt Henry Vahl einen Pensionär und Heidi Kabel seine Nachbarin. Am Ende ist der Frieden im Treppenhaus gesichert.

    Am Silvesterabend 1966 zeigt das Ohnsorg-Ensemble seine Schauspielkunst erstmals live vor einem Millionenpublikum: Die ARD überträgt das Stück "Tratsch im Treppenhaus" live aus dem Ohnsorg-Theater. In ganz Deutschland sehen die Zuschauer das Stück um Streit und Getuschel unter Nachbarn in einer Mietskaserne. "Tratsch im Treppenhaus" wird zur erfolgreichsten Ohnsorg-Komödie aller Zeiten.

    Heidi Kabel spielt darin die Rolle ihres Lebens als neugierige, verlogene und intrigante Meta Boldt. Erna Raupach-Petersen mimt ihre herzensgute Widersacherin, Henry Vahl den pensionierten Beamten Ewald Brummer, Gisela Wessel und Edgar Bessen spielen das Liebespaar. Das Stück aus der Feder von Jens Exler wurde am Ohnsorg-Theater erstmals am 12. Januar 1962 gezeigt, eine Aufzeichnung im Februar 1962 bundesweit ausgestrahlt. Doch erst die Live-Übertragung macht das Stück in ganz Deutschland populär.

  • 1970: Hans Mahler stirbt - eine Ohnsorg-Ära endet

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    Nachfolger Hans Mahlers als Intendant wird 1970 Günther Siegmund.

    Am 25. März 1970 stirbt Hans Mahler. Mitten in der Vorstellung erfährt Heidi Kabel vom Tod ihres Mannes. Sie erinnert sich an diesen Moment: "Heidi (die gemeinsame Tochter, Anm. d. Red.) sagte zu mir: 'Papi ist tot.' Ich erstarrte und brachte kein Wort heraus. Aber die Vorstellung abbrechen, das wollte ich nicht. Nicht nur, weil es ein Theatergesetz ist, sondern auch, um Zeit zu gewinnen. Zeit, um zu realisieren, dass mein Mann tot ist. So ließ ich einklingeln, um noch den dritten Akt hinter mich zu bringen."
    Hans Mahlers Nachfolge als Intendant übernimmt Günther Siegmund. Er hält an der Linie des Hauses fest, will aber das Ensemble verjüngen. Die Zusage seines Vorgängers, für Henry Vahl noch einmal "Meister Anecker" aufzuführen, damit Vahl sich in seiner Paraderolle von der Bühne verabschieden kann, ist für Siegmund nicht gültig. Daraufhin verlässt Vahl das Ensemble. Siegmund lässt viele neue Stücke aufführen und macht das Haus endgültig zum Profitheater. Rund 480 Aufführungen im eigenen Haus und 75 Gastspiele absolviert das Ensemble zu diesem Zeitpunkt jährlich.

  • 1979: Klassiker auf Platt

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    Konrad Hansen führt das Theater ab 1979. Er beginnt damit, auch moderne Bühnenstücke zu inszenieren.

    1979 wird Günther Siegmund von Konrad Hansen als Theaterleiter abgelöst. Hansen hatte für das Theater bereits als Stückeschreiber gearbeitet. Mit dem neuen Intendanten weht bei der Auswahl der Bühnenstücke ein frischer Wind: Neben bewährten Ohnsorg-Komödien kommen zunehmend auch neuere Bühnenwerke zur Aufführung, aber auch Klassiker in plattdeutscher Fassung.

    Die Bandbreite reicht von einem Stück des US-Amerikaners John Steinbeck bis hin zu plattdeutschen Inszenierungen von Goethes "Faust" und Shakespeares "König Lear". Unter Hansen kehrt auch Ohnsorg-Star Heidi Kabel zum Theater zurück. Sie hatte die Bühne verlassen, weil sie sich mit Günther Siegmund nicht verstand.

  • 1990: Ohnsorg geht auf Tour

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    Mit Walter Ruppel - hier ein Foto von 2012 - führt ab 1985 ein erfahrener Theatermann das Haus.

    Mit Walter Ruppel übernimmt 1985 erstmals ein Intendant die Führung des Hauses, der selbst kein Plattdeutsch spricht. Dafür ist er ein erfahrener Theatermann, führte schon Häuser in Regensburg und Bremerhaven. Ruppel führt Hansens Idee weiter, Klassiker auf plattdeutsch aufzuführen. Besonders erfolgreich ist die Inszenierung des Kleist-Klassikers "Der zerbrochene Krug" unter dem Titel "Dat Schörengericht". 1987 tritt das Ohnsorg-Ensemble mit diesem Stück bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf.

    In den 90er-Jahren führen Tourneen das Ensemble hinaus in die Welt: 1990 tritt das Ohnsorg-Theater in den USA auf, 1992 geht es auf Japan-Tournee: Vor jedem Akt fasst eine Dolmetscherin die folgende Szene kurz zusammen. Während der Aufführung übersetzt sie die Dialoge simultan, zugleich werden diese in Schriftform auf eine Leinwand neben der Bühne projiziert.

  • 1994: Ein neuer Intendant mit unbeliebten Ideen

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    Die Ideen des Intendanten Thomas Bayer kommen im Theater an den Großen Bleichen nicht gut an.

    1994 gibt Walter Ruppel seinen Intendantenposten aus gesundheitlichen Gründen ab. Nachfolger wird der gebürtige Mainzer Thomas Bayer, der bereits in Lüneburg und Stralsund als Intendant und für das Ohnsorg-Theater als Schauspieler und Regisseur gearbeitet hat. Er will das Haus komplett umgestalten: Statt des bisherigen sogenannten En-Suite-Spielbetrieb, bei dem ein einziges Stück über längere Zeit läuft, will er das Ohnsorg-Theater auf einen Repertoire-Spielbetrieb umstellen, bei dem das Ensemble mehrere Inszenierungen über Monate im Programm behält. Außerdem will er mit einem Ohnsorg-Kinderchor und einer Jugendtheatergruppe den Ohnsorg-Nachwuchs fördern.
    Doch seine neuen Konzepte stoßen weder beim Ensemble noch bei Zuschauern und Publikum auf Gegenliebe. Nach nur einem Jahr lässt Bayer 1995 seinen Vertrag vorzeitig auflösen.

  • 1995: Die alten Stars kehren zurück

    Intendant Christian Seeler führt das Haus seit 1995. Zuvor stand er bereits als Schauspieler auf der Ohnsorg-Bühne.

    Neuer Intendant wird mit nur 36 Jahren Christian Seeler. Er stand bei Ohnsorg schon selbst auf der Bühne und war von 1984 bis 1992 als kaufmännischer Direktor für das Theater tätig. Seeler kehrt zurück zum Erfolgsrezept des früheren Intendanten Walter Ruppel: Er setzt wieder eine Mischung aus Komödien, Schwänken, ernsten Stücken und Klassikern auf den Spielplan.

    Unter Seelers Leitung finden wieder viele alte Stars zum Ohnsorg-Theater zurück: Neben Hilde Sicks und Karl-Heinz Kreienbaum kehrt auch Heidi Mahler, die Tochter von Heidi Kabel und Hans Mahler, auf die Bühne an den Großen Bleichen zurück. Heidi Kabel selbst, die große alte Dame des plattdeutschen Theaters, ist 1997 in dem Kriminalstück ""Allens echt, Fro Sperling?" ein letztes Mal auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters zu sehen.

  • 2011: Abschied von den Großen Bleichen

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    Ein Pferdchen vom Ohnsorg-Theater: Vor dem Umzug in das neue Haus werden Hunderte Requisiten auf einem Flohmarkt verkauft.

    Am 8. Juli 2011 fällt nach 75 Jahren zum letzten Mal der Vorhang in dem alten Theatersaal an den Großen Bleichen. Das Theater zieht um in neue Räume im Bieberhaus am Hauptbahnhof. Damit geht eine Ära zu Ende - und das große Aufräumen und Ausmisten beginnt.

    Ob Zuschauersessel oder die roten Buchstaben vom Eingang - alles, was nicht mitgenommen werden kann, muss raus. Hunderte Ohnsorg-Fans strömen zu dem Flohmarkt in dem alten Theater, wo die ausgemusterten Requisiten verkauft werden.

  • August 2011: Das neue Theater im Bieberhaus wird eingeweiht

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    So sieht das neue Theater aus: Premierengäste bei der Eröffnung der neuen Spielstätte im Bieberhaus.

    Nach 16 Monaten Umbauzeit ist der neue Theatersaal im Bieberhaus im Sommer 2011 endlich fertig. Eine zusätzliche Studiobühne, modernste Technik und 50 Plätze mehr - so präsentiert sich das neue Ohnsorg-Theater. Mit einer plattdeutschen Fassung von Shakespeares "Sommernachtstraum" eröffnet es am 28. August 2011 seine neue Spielstätte.

  • September 2011: Heidi Kabel wird ein Denkmal gesetzt

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    Künstlerin Inka Uzoma und Heidi Kabels Tochter, Heidi Mahler, enthüllen 2010 eine Bronzestatue der großen Volksschauspielerin.

    Eine besondere Ehrung wird der 2010 verstorbenen Heidi Kabel zuteil: Der Platz vor dem neuen Theater - bislang als Hachmannplatz bekannt - wird nach der Volksschauspielerin umbenannt in Heidi-Kabel-Platz. Direkt vor dem Theater wird ein Denkmal der beliebten Hamburgerin aufgestellt.

  • 2012: Die Studiobühne eröffnet

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    Neues Haus, gewohnter Erfolg: Das Ohnsorg Theater bleibt sich auch in den neuen Räumen am Heidi-Kabel-Platz treu.

    Seit dem Umzug in das neue Haus ist das Ohnsorg Theater erfolgreich wie eh und je. Die Zuschauerzahlen legen sogar noch einmal zu. Auf dem Programm steht weiter die bewährte Mischung aus Klassikern auf Platt und typischen Ohnsorg-Komödien.

    Im Herbst 2012 nimmt zudem die neue Studiobühne den Betrieb auf. Sie zeigt neben Gastspielen anderer Theater auf Hochdeutsch unter anderem plattdeutsches Kinder- und Jugendtheater sowie Kabarett.

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Das Ohnsorg-Theater kommt ins Fernsehen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 31.12.2016 | 19:30 Uhr

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