Stand: 21.10.2015 16:20 Uhr

Peter Fieseler ist der Neue im Großstadtrevier

Zum Start der 29. Staffel bekommt das Großstadtrevier mit Piet Wellbrook einen neuen Ermittler. In die Rolle schlüpft der Schauspieler Peter Fieseler. Gleich in der ersten Folge soll Wellbrook den suspendierten Kollegen Paul Dänning vertreten. Dieser wird verdächtigt, an einem Bankraub beteiligt gewesen zu sein. Während Dirk Matthies und Co. versuchen, seine Unschuld zu beweisen, bleibt der Neue skeptisch. Mit der "Kuschelcrew" kann er wenig anfangen. Das Erste sendet die neuen Folgen ab 30. November um 18.50 Uhr. Im Interview mit NDR.de spricht Peter Fieseler darüber, wie er in das "Polizistenfach" gekommen ist und in die Großstadtrevier-Familie aufgenommen wurde.

Wie würden Sie den Charakter von Piet Wellbrook beschreiben?

Peter Fieseler: Der Piet Wellbrook ist ein sehr direkter, sehr ehrlicher und sehr sachlicher Polizist.

In der 29. Staffel "Großstadtrevier" stößt der Streifenpolizist Piet Wellbrook (Peter Fieseler) als Vertretung für den inhaftierten Paul zum Team. © ARD / Thorsten Jander Fotograf: Thorsten Jander

Besuch am Set vom "Großstadtrevier"

Hamburg Journal -

Am 30. November beginnt die neue Staffel "Großstadtrevier" in der ARD. Und es gibt einen Neuen: Schauspieler Peter Fieseler stößt als Polizeikommissar Piet Wellbrook zum Team dazu.

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Also kurz und knapp.

Fieseler: Ja, genau. Viele interpretieren das innerhalb des Teams als Unfreundlichkeit. Er ist kein Kuscheler. Er hat kein Problem damit, unfreundlich zu sein, wenn es der Sache dient. Harmonie gehört nicht zu seinem Bestreben. Er ist sehr straight - und das wirkt manchmal cool oder eben unfreundlich. Aber das liegt natürlich auch im Auge des Betrachters. Piet ist das auf jeden Fall ziemlich egal. Und das finde ich gut.

Wellbrook hat sich nicht fürs Polizeikommissariat 14 beworben - er wurde abgestellt, wie er betont, um den suspendierten Kollegen Paul Dänning zu vertreten. Warum ist er davon nicht begeistert?

Fieseler: Ich habe das für die Figur des Piet so entwickelt, dass er Dinge auf sich zukommen sieht, die er nicht mag. Er weiß, wenn er abgestellt wird, dass er das Mädchen für Alles sein wird. Dazu gehört, in Zivil zu ermitteln - das ist einfach nicht so seine Welt. Das andere ist: Er kommt in eine Kuscheloase. Das wird schnell klar.

Viele Zuschauer werden Sie noch nicht kennen. Was hat der Wellbrook vor seiner Versetzung gemacht? Welche Rollen haben Sie gespielt, ist etwas Besonderes dabei?

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Ab 30. November ermittelt Peter Fieseler als Piet Wellbrook im Großstadtrevier.

Fieseler: Es ist mein Job als Schauspieler, das Besondere in einer Rolle zu finden. Manchmal gibt es Bücher, die lese ich und finde sie total langweilig. Dann lese ich sie nochmal und denke, die sind gar nicht langweilig, sondern sehr schön. Es macht Spaß, einen korrupten Polizisten wie in "Wir waren Könige", einen trotteligen wie in "Lola auf der Erbse" und jetzt einen ehrlichen zu spielen.

Ich habe zum Beispiel in "Soko Köln", "Soko Wismar" oder auch in "Wilsberg" über jugendliche Verbrecher, sympathische Versager bis zum Trottel alles mögliche gespielt. Darunter waren auch Polizisten. Aktuell habe ich einen Tatort mit Til Schweiger gedreht - da spiele ich einen BND-Mann. Das ist ein Rollenfach, das ich vorher nicht bedient habe. Das kommt wahrscheinlich mit Ende 30.

Ist das der neue Tatort mit Til Schweiger?

Fieseler: Ja, der Tatort "Fegefeuer", der im November Premiere hat. Darauf freue ich mich sehr, weil ich mag, was Regisseur Christian Alvart da konstruiert hat. Ich finde, das ist eine gute Ansage.

Das Großstadtrevier ist für Schauspieler wie Jan Fedder eine Familie. Sind Sie in den Kreis gut aufgenommen worden?

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Im Mittelpunkt der Großstadtrevier-Familie steht Dirk Matthies, gespielt von Jan Fedder.

Fieseler: Absolut. Marc Zwinz [spielt den Hannes Krabbe, Anm.d.Red.] kenne ich schon sehr lange. Wir haben schon eine Komödie zusammen gedreht. Über Jan Fedder muss man nicht reden - den kenne ich, seitdem ich bei meiner Oma am Tisch gesessen und zu Abend gegessen habe, und es lief das Großstadtrevier. Ich bin hier super aufgenommen worden.

Nachdem Piet Wellbrook zunächst aneckt, überrascht er seine Kollegen dann doch, indem er den entscheidenden Hinweis liefert, der Paul Dänning entlastet.

Fieseler: Das ist ja mein Job, einen Fall zu lösen.

Das ist also ganz sachlich - Sie lösen einfach den Fall?

Fieseler: Ja, natürlich. Es gibt eine Folge, da wollen wir jemanden verhaften, haben einen Zugriff geplant - und das Ding geht komplett in die Hose. Da versuche ich auch mit Paul Dänning die Situation zu klären. Das ist Polizeialltag.

Das sieht in der Szene, als Paul Dänning vor dem Spind steht, den Piet Wellbrook übernommen hat, ganz anders aus. Der Blick zwischen beiden ist eher frostig.

Fieseler: Absolut. Das kommt daher, dass ich als Polizist glaube, dass er doch ein bisschen mehr Dreck am Stecken hat, als vielleicht offensichtlich ist. Hinzu kommt, das Paul sich nicht bedankt, dass Piet den entscheidenden Hinweis geliefert hat.

Sie sagen, Sie haben kein schlechtes Verhältnis mit Paul Dänning, aber kommt es zu Konflikten?

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Kollegen mit unterschiedlicher Berufsauffassung: Paul Dänning und Piet Wellbrook.

Fieseler: Es wirkt als schlechtes Verhältnis, was aber daran liegt, dass das eine Kuschelcrew ist, in die ich komme und ich nicht kuscheln will. Es gibt auch eine Folge, in der ich zu Paul sage: Was bist du für ein Kuschelbulle. Er ist ein Kiezpolizist, der Dinge durchgehen lässt - und das sieht Piet einfach etwas anders. Paul und Piet haben eine grundverschiedene Auffassung dieses Berufs. Beide sind gut, das birgt Zündstoff in sich.

Sie wohnen in Berlin, drehen jetzt in Hamburg - wie gefällt Ihnen die Stadt?

Fieseler: Ich wohne auf der Schanze, das ist ein ganz toller Kiez, weil dort so unterschiedliche Menschen leben. Das mag ich sehr. Ich gehe immer joggen und erkunde dabei eine Stadt.

Haben Sie schon einen Lieblingsplatz?

Fieseler: Im Sommer bin ich oft an den Landungsbrücken, weil ich diesen einzigartigen Blick auf den Hafen total schön finde.

Das Interview führte Stefanie Grossmann, NDR.de

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