Stand: 30.06.2017 06:44 Uhr

Standing Ovations für "Billy Elliot"-Premiere

von Petra Volquardsen, NDR 90,3

Eines der erfolgreichsten Musicals des Londoner West End ist nun auch in Hamburg zu sehen: Die englischsprachige Originalproduktion von "Billy Elliot" mit der Musik von Elton John hat am Donnerstagabend Premiere im Mehr! Theater gefeiert. Standing Ovations mitten im Stück, Gänsehautmomente und keine einzige schwache Szene: Mit dem Musical "Billy Elliot" ist ohne Frage eine Show von Weltformat in Hamburg zu Gast.

Premiere von Billy Elliot in Hamburg.

"Billy Elliot"-Musical feiert Premiere

Hamburg Journal -

In Hamburg hat das Musical "Billy Elliot" eine umjubelte Premiere gefeiert. Es erzählt die Geschichte des Bergarbeitersohnes Billy, der boxen soll, aber vom Tanzen träumt.

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Die Jüngsten im Ensemble sind dabei definitiv die Stars: Ein schmächtiger, schlanker Junge steht völlig allein auf der Bühne. Als er zu tanzen beginnt, erscheint sein Schatten groß an der Bühnenrückwand. "Dieses Stück wird von Kindern als Hauptdarsteller getragen", sagt Mehr! Entertainment Chef Maik Klokow, der "Billy Elliot" erstmals nach Deutschland geholt hat.

Am Premierenabend in Hamburg steht Emile Gooding als Billy auf der Bühne. Das Publikum schließt den jungen Hauptdarsteller sofort ins Herz - und staunt über die Leistung des gerade mal zwölfjährigen Jungen. Von der ersten bis zur letzten Szene ist er präsent, muss die unbeholfenen Schritte eines Tanzanfängers genauso glaubhaft hinbekommen wie anspruchsvolle Pirouetten zum Finale.

Familienalltag und Arbeiterkampf

Die Geschichte kennen viele im Publikum bereits aus dem gleichnamigen Film: Billy lebt mit seinem Vater, seinem  Bruder und seiner Großmutter in einer nordenglischen Kleinstadt. In der Thatcher-Ära, Mitte der 80er-Jahre, treten fast alle Minenarbeiter in den Streik. Billy, der eigentlich boxen soll - so will es sein Vater - gerät zufällig in die Ballettklasse von Mrs. Wilkinson und entdeckt das Tanzen für sich.

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Das Musical "Billy Elliot" wird von Kindern als Hauptdarsteller getragen.

Gespielt wird in der Londoner Originalversion. Das Ensemble singt auf Englisch, auf Bildschirmen rechts und links neben der Bühne wird der Text in deutscher Übersetzung angezeigt. Das ist anfangs ungewohnt, schon bald aber hat man sich als Zuschauer daran gewöhnt - und die Musicaltexte in der Sprache zu hören, in der sie geschrieben wurden, ist eine angenehme Abwechslung.

Rauer Ton, große Emotionen

Vieles ist anders bei "Billy Elliot" als bei anderen bekannten Musicals. Die Sprache ist rau wie das Leben der Bergarbeiter. Die Texte in nordenglischem Slang strotzen nur so von Kraftausdrücken und Beschimpfungen, von denen "Arschloch" oder "fette Qualle" noch die harmloseren sind.

Immer wieder springt die Handlung zwischen dem Alltag der Kinder und ihrer Familien und dem Streikgeschehen hin und her. Kraftvoll, wie die Bergarbeiter in den Straßen der Kleinstadt gegen Londoner Polizisten kämpfen. Herzergreifend, wie Billy seiner Ballettlehrerin einen Brief seiner verstorbenen Mutter zeigt. Überraschend, wie sich seine Großmutter an ihren Mann erinnert und rückblickend kaum ein gutes Haar an ihm lässt.

Für Träume kämpfen

Bei alledem enthält das Musical auch eine ordentliche Dosis britischen Humor. Publikumsliebling wird -  neben dem Hauptdarsteller - Billys Freund Michael, der gern Frauenkleider anzieht und einen Fußball mit Autogramm von Kevin Keegan gegen eine Barbiepuppe tauscht. Anders sein als die anderen und dazu stehen, für seine Träume kämpfen - auch darum geht es bei "Billy Elliot".

"Billy Elliot": Das Musical in Bildern

Als Billy am Ende für die Aufnahme an der Royal Ballet School vortanzt, springen viele im Publikum spontan aus ihren Sitzen und applaudieren. Rund drei Stunden dauert die Vorstellung - die Premierengäste bedanken sich beim rundherum großartigen Ensemble mit lautem Jubel.

Nach elf Jahren in England ist das Erfolgsmusical "Billy Elliot" nun endlich auch in Hamburg angekommen - leider nur für vier Wochen. Bis zum 23. Juli wird das Musical im Mehr! Theater am Großmarkt gezeigt. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 29.06.2017 | 18:00 Uhr

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