Stand: 09.11.2016 14:34 Uhr

1000. Folge Tatort: Ermittler werden zu Opfern

von Silke Lahmann-Lammert

"Andere Sender mögen viele Krimis haben. Wir haben den Krimi: den Tatort", sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres. Und er hat recht: Keine andere Polizeiserie lockt Woche für Woche so viele Menschen vor den Bildschirm. Am 13. November ab 20.15 Uhr dürfen sich die Zuschauer im Ersten auf einen ganz besonderen Film freuen: den 1000. Tatort. Er ist eine Hommage an den ersten Krimi der Tatort-Reihe, der den gleichen Titel hatte.

Kommissare Lindholm und Borowski in der Bredouille

Hilflose Geiseln eines hochaggressiven Taxifahrers

Drei Polizisten, die sich nicht kennen - und nichts miteinander zu tun haben wollen - landen gemeinsam in einem Taxi. Einer davon: der Kieler Tatortkommissar Klaus Borowski. Genau wie seine Kollegin aus Hannover, Charlotte Lindholm, ist er aus einer sterbenslangweiligen Fortbildung geflohen. Zu ihnen gesellt sich Sören Affeld, ein alternder Kommissar, der sich von Borowski einen Job erhofft. Das Taxi ist kaum gestartet, da legt Affeld sich mit dem Fahrer an. Wenige Sekunden später ist er tot. So beginnt der Tatort, in dem die Befehle der Kommissare unbefolgt verhallen. In Folge 1.000 des Sonntagskrimis tauschen Charlotte Lindholm und Klaus Borowski die Ermittlerrolle gegen den Part der Opfer - sie werden zu hilflosen Geiseln eines hochaggressiven Taxifahrers.

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Vorbild Alfred Hitchcock

"Alle Jubiläen haben gemein, dass man mit Erwartungen umgehen muss, dass die Leute etwas ganz Tolles erwarten", sagt Drehbuchautor und Regisseur Alexander Adolph. Als er erfuhr, dass er den Jubiläums-Tatort drehen sollte, fühlte er sich wie ein Gast, der auf einer Geburtstagsfeier eine Rede halten muss: "Ich hab beschlossen, sämtliche Furcht abzulegen und zu machen, was ich gerne machen will." Nämlich: einen alten Filmemacher-Traum zu verwirklichen. "Hitchcock hat immer gesagt, er wolle gern einen Film in einer Telefonzelle erzählen. Und es ist tatsächlich spannend, einen Film komplett in einem fahrenden Auto zu erzählen. Mit Leuten, die auch noch relativ statisch agieren, weil einer fährt und die anderen beiden gefesselt sind", so Adolph.

Spannungen am Set

Drei Wochen dauerten die Dreharbeiten in einem zersägten Taxi - eine klaustrophobische Situation, die am Set auch mal für Spannungen sorgte. Maria Furtwängler erinnert sich: "Haben wir so richtig offen gezofft? Ach ja stimmt, wir haben einmal, das war 'ne Nachtszene." Beide Hauptdarsteller, Maria Furtwängler und Axel Milberg, mussten sich das Rampenlicht zum ersten Mal mit einem Tatort-Kollegen teilen. "Klar, wir sind beide Rampensäue. Ich bin 'ne Rampensau und Axel ist das ohne Frage auch. Und dann stellt sich halt die Frage: Wie macht man aus zwei Wildpferden ein Zweigespann? Einen Zweispänner?"

Tatort als atemberaubender Thriller

Regisseur Alexander Adolph ist es gelungen, die Temperamente  zu zähmen und einen atemberaubend spannenden Thriller zu drehen. Einen Tatort, der die Zuschauer tief in die Seelen der Ermittler blicken lässt - und sie zu Menschen mit Ängsten und Schwächen macht. Folge 1.000 hat das Zeug, sich einen Platz in der Bestenriege des Sonntagskrimis zu erobern. Was gar nicht so einfach ist - bei 999 Konkurrenten.

Maria Furtwängler und Axel Milberg stehen am 4. Oktober 2016 vor einer Wand mit Tatort-Logo. © picture alliance / Eventpress

1.000 Mal gesehen: Tatort feiert Jubiläum

Hamburg Journal

Am 13. November wird der 1.000 Tatort über den Bildschirm flimmern. Axel Milberg und Maria Furtwängler stellen den Tatort "Taxi nach Leipzig" vor.

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