Stand: 13.10.2011 14:31 Uhr  | Archiv

Perfekt: Fink wird Trainer beim HSV

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Neuer HSV-Coach: Thorsten Fink wechselt an die Elbe.

Falsche Treueschwüre, Widersprüche, Kehrtwendungen - die Trainersuche des Hamburger SV gestaltete sich zäh und bewegte sich gelegentlich am Rande einer Posse. Seit der Entlassung von Michael Oenning gab es fast täglich neue Nachfolge-Kandidaten oder werden Entwicklungen kommentiert. Der Hamburger SV ist auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer endlich fündig geworden. Thorsten Fink, zweimaliger Schweizer Meister mit dem FC Basel und Champions-League-Teilnehmer, reist am Montag in die Hansestadt und sitzt beim nächsten Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg erstmals auf der Bank. Der neue Übungsleiter freut sich auf seine neue Aufgabe: "Wenn sich ein Verein wie der HSV meldet, ist das eine große Auszeichnung. Der HSV ist eine Top-Adresse im deutschen Fußball", sagte Fink auf der HSV-Homepage. Bei der Entscheidung habe er nicht lange überlegt. Als erstes Ziel nannte der 43-Jährige den Klassenerhalt.

Arnesen: Sehr gutes Gefühl

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HSV-Sportchef Frank Arnesen zeigte sich sehr glücklich über die Fink-Verpflichtung.

"Ich bin sehr glücklich. Ich hatte von Beginn an ein sehr gutes Gefühl", freute sich Sportdirektor Frank Arnesen. "Thorsten Fink ist ein Trainer mit Hunger, ein Winner-Typ und die Spieler werden besser bei ihm." Carl-Edgar Jarchow, Vorstandsvorsitzender der Hanseaten, sagte: "Er hat uns in den Gesprächen vollends mit seiner Art und seinen Vorstellungen überzeugt." Die Basler teilten zudem mit, mit dem HSV sei eine "angemessene Ablösesumme" vereinbart worden. Laut der Schweizer Zeitung "Blick" soll sie bei 650.000 Euro liegen und kann erfolgsabhängig noch auf knapp eine Million steigen. Der 43-Jährige, der eigentlich noch bis 2013 an den FCB gebunden war, erhält in Hamburg einen Vertrag bis 2014.

"Minimum zweieinhalb Jahre" mit Fink

Arnesen betonte, dass Fink sein Wunschtrainer gewesen sei: "Ganz klar. Ich habe ihn schon zu meiner Zeit beim FC Chelsea beobachtet und ich denke, ich habe den Trainer und Menschen gefunden, den wir für den HSV brauchen." Am Mittwochabend habe er bis zum Abend mit den Baslern verhandelt und am Donnerstagmorgen sei alles zu Papier gebracht worden. Mit Fink habe er sich zuvor bereits stundenlang unterhalten. "Ich plane minimum zweieinhalb Jahre mit Thorsten", meinte Arnesen.

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Fink bot Basel an, bis zum Winter zu bleiben

"Wenn der Trainer sagt, er will weg, dann müssen wir eine Lösung finden", hatte Basels Vize-Präsident Bernhard Heusler vor einem vierstündigen Gespräch mit Fink am Mittwoch gesagt. Der Übungsleiter bot dem Verein darin offenbar an, bis zum Winter in Basel zu bleiben. Doch die Vereinsverantwortlichen waren nicht sicher, ob in diesem Fall Finks gesamtes Engagement dem FC Basel gelten würde und gaben den Coach sofort frei. Interimstrainer bis Ende Dezember werde Finks bisheriger Co-Trainer Heiko Vogel, teilten die Basler mit.

Arnesen gegen Freiburg auf der Bank

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Nur in Freiburg gemeinsam auf der Bank: Sportchef Frank Arnesen (l.) und Rodolfo Esteban Cardoso.

Seit dem 19. September hatte Arnesen einen Nachfolger für den entlassenen Trainer Michael Oenning gesucht - vergebens. Erst platzte eine Verpflichtung von Huub Stevens, dann scheiterte am vergangenen Wochenende im ersten Anlauf der Versuch, Fink aus Basel wegzulotsen. Daraufhin entschied sich der HSV für eine Übergangslösung mit dem Sportchef, der seit Montag auch Teamchef ist. Co-Trainer Frank Heinemann und der etatmäßige U23-Coach Rodolfo Esteban Cardoso assistieren dem 55-Jährigen. Diese Zusammenarbeit kommt jetzt lediglich für ein Spiel zum Tragen, wenn der HSV am Sonntag (15.30 Uhr) in Freiburg antritt.

Cardosos Zukunft offen

In den beiden vergangenen Partien hatte Rodolfo Esteban Cardoso die Mannschaft betreut, ist aber nicht in Besitz der Fußballlehrer-Lizenz. Daher durfte der Argentinier nach den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht länger als 15 Tage als Cheftrainer tätig sein. Wie es ab der kommenden Woche mit Cardoso weitergeht, ist derweil offen. Arnesen verwies in Bezug auf die weitere Planung an Fink, der am Montag in Hamburg vorgestellt werden soll. "Dann kann Thorsten selbst sagen, was er vorhat", erklärte Arnesen.

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