Stand: 05.09.2015 15:52 Uhr

Kiel unterliegt Stuttgarter Kickers trotz Führung

von Bettina Lenner, NDR.de

Kaum Ideen, zu wenig Tempo, weiterhin gravierende Abwehrprobleme: Holstein Kiel tut sich auch nach sieben Drittliga-Spieltagen äußerst schwer, in Tritt zu kommen. Der Beinahe-Aufsteiger der Vorsaison verlor am Sonnabend mit 1:2 (1:1) gegen die Stuttgarter Kickers und vergab trotz einer 1:0-Führung mit zwei individuellen Fehlern den möglichen dritten Saisonsieg. "Wir waren etwas zittrig im Fuß, trotzdem muss man so ein Spiel nicht verlieren", sagte KSV-Coach Karsten Neitzel im Anschluss: "Man merkt, dass wir nicht so viele Erfolgserlebnisse hatten zuletzt."

Schmidt markiert die Führung

Der Trainer hatte seine Startformation gegenüber dem Auswärtsspiel in Osnabrück (2:3) auf drei Positionen verändert. Für Marlon Krause, Manuel Schäffler und Marc Heider standen Evans Nyarko, Saliou Sané und Tim Siedschlag von Beginn an auf dem Rasen. Die Kieler hatten mehr vom Spiel, ließen den Ball allerdings lange durch die eigenen Reihen laufen und bauten kaum Druck auf. In der achten Minute prüfte Neuzugang Steven Lewerenz Kickers-Schlussmann Rouven Sattelmaier, als er von rechts in die Mitte zog und mit seinem schwächeren linken Fuß abzog. Der Keeper wehrte jedoch souverän ab. Insgesamt blieb die Partie chancenarm, das 1:0 für die Gastgeber fiel entsprechend nach einem Standard: Nach einer Ecke von Lewerenz markierte Dominik Schmidt mit einem wuchtigen Kopfball aus sechs Metern die Führung (23.).

Kickers drehen die Partie

7.Spieltag, 05.09.2015 14:00 Uhr

  • Holstein Kiel
  • 1:2


  • St. Kickers

Tore: 1:0 Do. Schmidt (24.) 1:1 G. Müller (35.) 1:2 Berko (48.)
Holstein Kiel: Zentner - P. Herrmann, Do. Schmidt, D.-D. Weidlich, Kohlmann - Siedschlag (68. Janzer), Nyarko (77. Schäffler), Kegel, Lewerenz (68. Heider) - S. Sané, Schnellhardt
St. Kickers: Sattelmaier - Leutenecker, Bihr, Stein, Baumgärtel - Bahn, Marchese (90.+3 Starostzik), Braun - Badiane, G. Müller (64. Soriano), Berko (78. Mendler)
Zuschauer: 5112

Weitere Daten zum Spiel

Auch im Anschluss strahlten beide Mannschaften wenig Torgefahr aus, der Ausgleich in der 34. Minute fiel wie aus dem Nichts. Nach einem langen Ball von Sandrino Braun kam Gerrit Müller 30 Meter vor dem Kieler Tor ans Spielgerät, KSV-Keeper Robin Zentner hatte sich viel zu weit hervorgewagt und musste mit ansehen, wie Routinier Müller den Ball ins verwaiste Tor hob. Ein böser Patzer, der ein wenig Schwung in die bis dato farblosen Kickers brachte. Die Stuttgarter legten direkt nach der Pause nach und drehten das Spiel infolge eines weiteren individuellen Fehlers der Hausherren: Bei einem Eckball stand Erich Berko am kurzen Pfosten völlig frei und nickte unbehelligt zum 2:1 für die Gäste ein (47.).

Schon die vierte Niederlage

Schon zum fünften Mal musste die Defensive um Schmidt damit mindestens zwei Gegentreffer hinnehmen. Die Chance zum möglichen Ausgleich in der 54. Minute war bezeichnenderweise nicht herausgespielt, sondern ein Zufallsprodukt: Eine verunglückte Flanke von Siedschlag senkte sich gefährlich auf das Stuttgarter Tor, Sattelmaier lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über den Querbalken. In der Schlussphase stärkte Neitzel die Offensive, brachte Heider, Manuel Janzer und Schäffler - jedoch ohne zählbaren Erfolg. Am Ende stand die vierte Niederlage in der noch jungen Saison. "Wir haben es nicht geschafft, uns Chancen herauszuspielen, der Gegner hatte eine optimale Chancenverwertung", bilanzierte der Coach.

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