Stand: 05.12.2015 15:56 Uhr

Erdmann bringt Hansa in Halle auf Verliererstraße

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Rostocks Dennis Erdmann (r.) patzte in Halle folgenschwer.

Hansa Rostock ist in der Dritten Liga wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Die Mecklenburger unterlagen am Sonnabend beim Halleschen FC mit 0:2 (0:1). Eine Woche zuvor erst hatte die Kogge durch das 1:0 gegen die U23 des 1. FSV Mainz 05 ihre Serie von 13 sieglosen Spielen in Folge beendet und war nach oben gesegelt. Nun gab es den Rückschlag, die Negativmeldungen reißen also nicht ab. Erst am Donnerstag hatte der Club von der Ostsee ein neun Punkte umfassendes Sanierungskonzept beschlossen, durch das unter anderem zehn Personalstellen gestrichen werden. Machte das auch den Profis zu schaffen? "Das sollte uns einfach nicht stören - aber den einen oder anderen hat das bestimmt beschäftigt", meinte Sportchef Uwe Klein. Sein Team zeigte allerdings eine beherzte Leistung, auf die sich durchaus aufbauen lässt.

Es geht wieder abwärts mit der Kogge

Benyamina diesmal ohne Abschlussglück

19.Spieltag, 05.12.2015 14:00 Uhr

  • Hallescher FC
  • 2:0


  • Hansa Rostock

Tore: 1:0 Bertram (21.) 2:0 Diring (51.)
Hallescher FC: Bredlow - Rau (88. Baude), Marco Engelhardt, Kleineheismann, Acquistapace - Diring, Banovic (73. Jansen) - Bertram, Aydemir (64. Brügmann), Lindenhahn - Osawe
Hansa Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Erdmann, Dorda - Jänicke (55. Andrist), Kofler (60. Schwertfeger), Baumgarten, Gardawski - Benyamina, Gottschling (55. Ziemer) -
Zuschauer: 10572

Weitere Daten zum Spiel

Das neue Selbstvertrauen aus dem Heimsieg war den Rostockern zu Beginn in Halle deutlich anzumerken. Dazu trug auch bei, dass Soufian Benyamina, Torschütze gegen Mainz, von Beginn an stürmte. Außerdem rückte Christian Dorda neu ins Team, Julius Perstaller und Stephan Andrist mussten auf die Bank. Die Mecklenburger kamen auch zur ersten guten Chance: Nach einer Dorda-Ecke kam Benyamina am kurzen Pfosten zum Schuss, setzte das Leder aber vorbei (9.). Das Tor fiel auf der anderen Seite. Dennis Erdmann brachte sich mit seinen bescheidenen technischen Fähigkeiten selbst in die Bredouille, als er versuchte Osayamen Osawe auszuspielen. Der Ball landete direkt vor den Füßen von Sören Bertram und der Ex-HSVer zog geistesgegenwärtig direkt ab. Torhüter Marcel Schuhen, der wohl mit einem Rückpass Erdmanns gerechnet hatte, wurde auf dem falschen Fuß erwischt - 1:0 (21.). Hansa wusste auch in der Folge spielerisch zu gefallen. Mehr als eine Chance zum Ausgleich sprang aber nicht raus: Nach einer Flanke von Maximilian Ahlschwede war wieder Benyamina zur Stelle - und wieder traf der Stürmer den Ball nicht richtig (36.).

Gute Reaktion auf das 0:2

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Die Rostocker ließen sich auch vom 0:2 nicht aus der Bahn werfen.

Die Quittung für Benyaminas Abschlussschwäche folgte keine fünf Minuten nach Wiederanpfiff. Betram und Osawe hebelten über Hansas rechte Seite die Gästeabwehr aus. Nach Osawes Hereingabe kam Dorian Diring aus sieben Metern frei zum Abschluss. Torhüter Marcel Schuhen rettete mit einer Klasse-Parade, doch der Abpraller rutschte Dorda durch die Beine. Diring war erneut zur Stelle und stellte auf 2:0. Die Rostocker schüttelten sich kurz, dann meldeten sie sich zurück. Joker Marcel Ziemer setzte per Kopfball Matthias Henn in Szene, der Abwehrmann jagte den Ball aus kurzer Distanz aber am Tor vorbei (58.) - das hätte der Anschlusstreffer sein müssen. Noch knapper war es vier Minuten später, als der zusammen mit Ziemer eingewechselte Andrist einen Freistoß an den Außenpfosten setzte.

Es bleibt bei der siebten Saisonniederlage

Das Spiel wogte in der Folge hin und her, auch Halle hätte noch einen Treffer erzielen können. Zu Beginn der Schlussphase war allerdings die Luft raus. Die Hallenser schafften es meist, die Rostocker von ihrem Tor fernzuhalten. Der bis dahin kaum geprüfte HFC-Keeper Fabian Bredlow sorgte dann sieben Minuten vor dem Ende noch mal für Spannung. Einen harmlosen hohen Ball ließ der U20-Nationalkeeper fair bedrängt von Erdmann durch die Finger rutschten. Das Leder tropfte auf den Latte, dann fasste Bredlow sicher zu (83.). Auch wenn es noch vier Minuten Nachspielzeit gab, blieb der Fauxpas des Schlussmanns der letzte Aufreger der Partie. Hansa kassierte seine siebte Saisonpleite. Und darüber ärgerte sich hinterher Trainer Karsten Baumann: "Wir hatten über weite Teile des Spiels das Geschehen im Griff. Aber wenn man es dem Gegner so einfach macht, Tore zu schießen, dann ist es wirklich schwer, ein Spiel zu gewinnen."

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