Stand: 15.09.2015 22:33 Uhr

"Wölfe" siegen zum Champions-League-Auftakt

von Thomas Luerweg, NDR.de
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Wolfsburger Jubel nach Draxlers 1:0.

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat gezeigt, dass der Verein auch in der Champions League bestehen kann: Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking besiegte am Dienstag ZSKA Moskau nach einer überzeugenden Leistung mit 1:0 (1:0). Damit gelang dem Vizemeister zum Auftakt der Königsklasse ebenso wie beim 3:1 im Jahr 2009 ein Erfolg gegen das russische Spitzenteam. Die "Wölfe" erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen, die für mehrere Spiele gereicht hätten. Mit etwas mehr Effizienz hätte der Sieg daher deutlich höher ausfallen können. Weil die Treffsicherheit fehlte, mussten die VfL-Fans unter den nur 20.126 Besuchern in der 30.000 Zuschauer fassenden Arena noch zittern.

Draxler: "Sieg steht über allem"

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs fand ironische Worte für den schwachen Besuch: "Ich habe die Hymne vor dem Spiel gar nicht mitbekommen. Ich musste erstmal gucken, wo die ganzen Zuschauer sind." Torschütze Julian Draxler zeigte sich nach seinem ersten Treffer im VfL-Dress sehr glücklich: "Der Sieg steht über allem. Wir wollen die Gruppenphase überstehen." Lob bekam Draxler von seinem Trainer: "Er war sehr präsent und hatte viele gute Ideen. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Wir wussten, dass wir in jedem Spiel unsere Möglichkeiten bekommen. Wir hätten aber das 2:0 machen müssen."

Draxler lässt Wolfsburg jubeln

Draxler erlöst überlegene Wolfsburger

VfL Wolfsburg - ZSKA Moskau 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Draxler (40.)
Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Dante, Naldo, Rodriguez - Luiz Gustavo - Draxler, Kruse - Caligiuri (85. Guilavogui), Dost (46. Bendtner), Schürrle (77. Arnold)
Moskau: Akinfejew - Fernandes, Ignaschewitsch, Beresuzkij, Schtschennikow - Dsagojew, Tosic (78. Milanow), Natcho (65. Doumbia), Eremenko, Wernbloom - Musa
Zuschauer: 20.126

Hecking wählte eine äußerst offensive Aufstellung und ließ Josuha Guilavogui, einen seiner beiden defensiven Mittelfeldspieler aus der Startformation vom 0:0 in Ingolstadt, auf der Bank. Diesen Part übernahm Luiz Gustavo allein. Davor kam Max Kruse zum Einsatz, der mit Draxler im offensiven Mittelfeld ein Sturmtrio mit Zuspielen versorgen sollte: Daniel Caligiuri, Bas Dost und André Schürrle. Von Beginn machte der VfL deutlich, dass er wie beim Champions-League-Auftakt 2009 einen Sieg gegen den Armeeclub aus Russlands Metropole einfahren wollte: Dost setzte einen Kopfball knapp über den Kasten von Moskaus Keeper Igor Akinfejew (11.), der dann gegen Schürrles Schuss aus acht Metern gerade noch abwehren konnte (25.). Kruse aus spitzem Winkel (30.) und Caligiuri, der den Ball fünf Meter vor dem Tor verstolperte (37.), hätten die Niedersachsen in Führung bringen können. Doch dieser erlösende Treffer für drückend überlegene "Wölfe" gelang Draxler, der im zweiten Versuch einen nach vorn abgewehrten Ball von Akinfejew über die Linie drückte (40.). Moskau hatte außer gelegentlicher gefährlicher Konter nichts entgegenzusetzen, sodass zur Pause eine hochverdiente Führung stand.

VfL lässt Chancen liegen und muss zittern

Zu Beginn des zweiten Abschnitts wechselte Hecking Nicklas Bendtner für Dost ein und der VfL gab weiter Gas in der Offensive: Doch Caligiuri (48.,49.) und Kruse (56.) verpassten es, die Führung auszubauen. Die Russen kamen zwischen der 61. und 74. Minute jetzt ihrerseits zu teils guten Chancen und das Spiel wurde mehr und mehr zur Zitterpartie, weil den Hausherren der zweite Treffer trotz intensiver Bemühungen nicht gelingen wollte. Schürrle verfehlte den ZSKA-Kasten nur knapp (76.), eine Minute später war für einen Draxler-Schuss Endstation bei Akinfejew. Drei Minuten vor dem Ende trat der eingewechselte Guilavogui vor dem Tor der Moskauer über den Ball. So war am Ende der Schlusspfiff des norwegischen Schiedsrichters Svein Oddvar Moen eine Erlösung, was angesichts der gezeigten Leistung der "Wölfe" völlig unnötig war.

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