Elf Bewerbungen für Wissenschaftspreis
Hamburgs Wissenschaftssenatorin Stapelfeldt freut sich über die Resonanz. (16.07.2012) mehr
Auszeichung für die Wattforschung: Senatorin Dorothee Stapelfeldt überreicht dem Wissenschaftler Jürgen Rullkötter von der Uni Oldenburg den Preis.
Für ein Projekt zu Erforschung des Watts hat die Universität Oldenburg den Norddeutschen Wissenschaftspreis erhalten. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am Donnerstag erstmals verliehen. Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) übergab den Preis im Hamburger Rathaus an den Wissenschaftler Jürgen Rullkötter. "Wir sind unglaublich glücklich. Wir haben nicht auf einen Preis hingearbeitet", sagte Rullkötter nach der Verleihung. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Universität Bremen für ein Projekt zur Erforschung von Kaltwasserkorallen und die Universität Greifswald für die Erforschung mariner Bakterien.
100 Forscher arbeiten seit Jahren daran: Vor der Insel Spiekeroog wird das Wattenmeer gründlicher denn je erkundet. Dafür gibt es jetzt den renommierten Wissenschaftspreis.
"Kooperationen in der Meeresforschung" war das Thema der Ausschreibung in diesem Jahr. "Wissenschaft lebt von Zusammenarbeit", betonte Stapelfeld bei ihrer Würdigung. Alle Preisträger kooperieren in der Meeresforschung über die Grenzen der Bundesländer hinweg. Das Wattforschungsprojekt der Uni Oldenburg arbeitet etwa mit dem Max-Planck-Institut in Bremen zusammen. In den kommenden fünf Jahren soll der Preis zu jeweils unterschiedlichen Themen verliehen werden.
Insgesamt hatten sich 14 Kooperationen um den Preis beworben. Dabei fiel die Vorauswahl der Finalisten dem international besetzten siebenköpfigen Gremium keineswegs leicht. Professor Volker Mosbrugger, Mitglied der Auswahlkommission, sagte im Vorfeld: "Alle arbeiten auf hohem wissenschaftlichen Niveau. Ausschlaggebend für unser Votum waren der Grad der Vernetzung innerhalb der norddeutschen Meeresforschung sowie das Maß an Interdisziplinarität."
Die Vorauswahl fiel schließlich auf die jetzigen Preisträger: das Oldenburger Projekt "BioGeoChemie des Watts", das physikalische, biologische und chemische Prozesse im Wattenmeer untersucht, das Projekt der Universität Bremen "Vom Biodiversitäts-'Hotspot' zum geologischen Archiv“, das sich mit Kaltwasserkorallen-Ökosystemen entlang der europäischen Kontinentalhänge beschäftigt und die Greifswalder Wissenschaftskooperation "MIMAS", die erforscht, welche Rolle marine Bakterien für den globalen Kreislauf des Kohlenstoffs spielen.
Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Er wird von den Wissenschaftsministerien aller fünf norddeutschen Bundesländer vergeben. Gastgeber im kommenden Jahr wird Bremen sein. Der Norddeutsche Rundfunk ist Medienpartner des Preises.