Stand: 21.09.2015 13:36 Uhr

"Das Vertrauen in Apple ist jetzt erst mal dahin"

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Eigentlich werden alle Apps von Apple überprüft - aber offenbar nicht gut genug.

Bösartige Apps waren für iPhone-Nutzer bisher kein Problem - bis jetzt. Wie es schadhafte Apps auf Apple Download-Plattform schafften und was das heißt, erklärt Jeremias Radke von der Fachzeitschrift "Mac & I".

Auf iPhones und iPads darf man offiziell nur Programme aus dem hauseigenen App Store installieren. Jetzt wurden dort aber etliche Apps mit absichtlich eingebauten Sicherheitslücken entdeckt. Was heißt das?

Jeremias Radke: Das Vertrauen ist jetzt erst mal dahin. Apple muss zusehen, dass sie sicherstellen, aus welchen Quellen die Apps stammen, die eingereicht werden. Offenbar müssen sie auch ihren Prüfprozess überarbeiten, um solche Manipulationen zu finden. Denn das hat offensichtlich nicht funktioniert .

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Wie konnte das trotz Apples Sicherheitskontrolle passieren?

Radke: Die Kontrolle scheint offensichtlich nicht an allen Stellen zu greifen. In diesem Fall geht es um Apps, die mit einer Raubkopie von Apples Entwicklungsumgebung Xcode erstellt wurden. Die verbreitete sich im chinesischen Raum recht stark und schleust den Apps, die damit entwickelt wurden, einen Schadcode ein, der Nutzerdaten abfragt.

Hintergrund ist wohl, dass der Zugang zu Apples Entwicklungsumgebung aus China heraus nicht besonders einfach ist. Die "Great Firewall", mit der die chinesische Regierung versucht, das Internet zu zensieren, beeinträchtigt wohl die Bandbreite zu Apples Servern. Und die Entwicklungsumgebung ist doch schon recht groß, sodass es wohl leichter ist, sich die Entwicklungsumgebung aus anderen Quellen zu beschaffen. Und da eine manipulierte Version in Umlauf zu bringen, ist dann auch nicht mehr so schwer.

Wie reagiert Apple?

Radke: Apple hat erklärt, die betroffenen Apps - zuletzt war von über 350 die Rede - aus dem App Store zu entfernen.

Was raten Sie Apple-Nutzern jetzt?

Radke: Für den Anwender bedeutet das: Updates machen. Dazu kann man unter iOS die automatischen Updates anschalten, sodass das reparierte Versionen der Apps dann schnellstmöglich von allein installiert werden. Oder man informiert sich im Netz über die betroffenen Apps und löscht sie dann vom Gerät.

Das Interview führte Fiete Stegers

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 21.09.2015 | 14:38 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/vertrauen-apple-app-store-ios,apple278.html

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