Sendedatum: 14.10.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Gekochtes richtig aufbewahren

von Martje Freese, Jennie Radü

Für die ganze Familie wird häufig zu viel gekocht. Wie lange sind frisch verarbeitete und gekochte Lebensmittel haltbar? Für den Versuch hat eine Familie mehrere Speisen zubereitet:

  • eine Pilzsuppe mit Sahne und Champignons
  • Kartoffelsalat mit Mayonnaise
  • panierte Schnitzel
  • Quark mit frischen Früchten

Eine Woche lang wurden die Reste aufbewahrt. Ein Labor hat sie untersucht - nach einem Tag, nach drei Tagen und nach sieben Tagen.

Pilzsuppe: Schon nach kurzer Zeit bilden sich Bakterien

Bleibt die Pilzsuppe ungekühlt im Topf auf dem Herd stehen, ist sie schon nach einem Tag nicht mehr genießbar. Nach drei Tagen droht sogar eine Lebensmittelvergiftung, warnt der Mikrobiologe Thomas Fenner: "Nach 72 Stunden haben wir bereits den Bacillus Cereus gefunden, ein Bakterium, das Gifte bildet. Das kann zu Durchfall und Erbrechen führen." Im Kühlschrank hielt sich die Suppe drei Tage, egal ob abgedeckt oder ohne Folie. Eine gefährliche Komponente in Suppen ist laut Fenner vor allem der Mix aus Eiweißen und Fetten, zum Beispiel Fleisch und Sahne.

Kartoffelsalat: Darmbakterien vermehren sich rasant

Kartoffelsalat ist vor allem für Darmbakterien anfällig. Nach sieben Tagen steigt die Anzahl der Keime rasant, auch im Kühlschrank - egal ob der Salat abgedeckt ist oder nicht. Gute Nährböden für die Bakterien sind die Stärke der Kartoffel und die Fette der Mayonnaise.

Nicht gegarte Desserts im Kühlschrank immer abdecken

Darmbakterien treten überall in der Umwelt auf, werden beim Kochen jedoch erst einmal abgetötet. Im Salat, aber auch im Fruchtquark können sie sich wesentlich leichter vermehren. "Gerade wenn ich frische Früchte in den Quark schneide, habe ich das Risiko, dass von meinen Händen und aus der Umwelt Hefen und andere Bakterien in die Nachspeise geraten", warnt Thomas Fenner. Der Mikrobiologe rät dazu, im Kühlschrank vor allem nicht gegarte Lebensmittel abzudecken. Nach sieben Tagen war die Gesamtkeimzahl im offenen Fruchtquark sieben Mal so groß wie im abgedeckten Quark.

Überraschungssieger: das Schnitzel

Trotz der Panade aus Ei und Milch war das gegarte Fleisch auch nach sieben Tagen im Kühlschrank noch essbar - es war in einem Gefrierbeutel eingeschweißt. Offen auf dem Teller haben Hefen und Keime das Schnitzel nach einer Woche verdorben.

Tipp vom Experten

Für sämtliche Lebensmittel gilt: "Sobald das Essen abgekühlt ist, sollte es im Kühlschrank verstaut werden, denn Bakterien lieben warme Temperaturen. Temperaturen von unter zehn Grad verhindern, dass die Keime sich vermehren können", weiß Thomas Fenner.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 14.10.2013 | 20:15 Uhr

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