Stand: 30.09.2016 10:56 Uhr

Kürbisse: Die vielfältigen bunten Riesen

Ob Butternut, Muskat oder der beliebte Hokkaido: Weltweit wachsen rund 800 verschiedene Kürbis-Sorten, die alle aus fünf bitter schmeckenden Wildformen gekreuzt und gezüchtet wurden. Rund 200 davon sind essbar, die übrigen ungenießbare Zierfrüchte. Ursprünglich stammen Kürbisse, die übrigens botanisch gesehen kein Gemüse, sondern Beerenfrüchte sind, aus Lateinamerika. Im 16. Jahrhundert kamen sie mit den Spaniern nach Europa.

Die beliebtesten Kürbissorten

Nur mit Stiel kaufen

In den Handel kommen Kürbisse ab Ende August und haben bis zum Spätherbst Saison. Beim Einkauf empfiehlt es sich, auf kleinere Exemplare mit Stiel zurückzugreifen. Sie haben festeres Fruchtfleisch mit weniger Fasern und einen intensiveren Geschmack als große Früchte. Außerdem sollte der Kürbis keine weichen Stellen oder gar Druckstellen haben. Ein reifer Kürbis klingt beim Klopfen auf die Schale leicht hohl und hat einen verholzten Stiel. Früchte ohne Stiel können Fäulnisbakterien enthalten und trocknen schneller aus. Kürbisse sollten kühl und dunkel gelagert werden. Einige Sorten halten sich bei guter Lagerung bis zu einem Jahr. Blanchiert sind sie etwa acht Monate tiefgekühlt haltbar.

Kalorienarm und vitaminreich

In der Küche erfreut sich der Kürbis zu Recht immer größerer Beliebtheit: Eine Kürbisfrucht enthält nur etwa 25 Kalorien pro 100 Gramm Fruchtfleisch und versorgt den Körper mit Vitaminen, Kalium, Kalzium und Zink. Die im Fruchtfleisch enthaltene Kieselsäure ist gut für Bindegewebe, Haut und Nägel.

Kürbis richtig zubereiten

Als Beilage, eingelegt, in Risotto oder als Suppe - Kürbis eignet sich für die verschiedensten Gerichte. Sogar zu Marmelade, Pudding, Kompott oder Kuchen lassen sich die aromatischen Früchte verarbeiten. Es ist nicht ganz leicht, die Früchte mit ihrer harten Schale zu zerteilen. Eine Möglichkeit: Kürbis waschen, dann halbieren, mit einem Elektromesser oder einem Beil stückeln und mit einem scharfen Messer schälen. Alternativ kann man die Frucht bei 200 Grad etwa 40 bis 60 Minuten im Ofen backen und dann zerkleinern. Es ist auch möglich, einen Kürbis im Ganzen zu kochen (vorher unbedingt einstechen), ihn dann zu zerkleinern und mit einem Messer oder Löffel zu entkernen und zu schälen.

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Je nach Sorte beträgt die Garzeit zwischen 15 und 30 Minuten, gefüllte Kürbisse brauchen 45 bis 60 Minuten. Da nicht alle Kürbisse ein ausgeprägtes Eigenaroma besitzen, sollten sie bei der Zubereitung pikant gewürzt werden, etwa mit Curry, Chili, Muskat oder Ingwer. Generell eignen sich als Gemüsebeilage vor allem aromatische Sorten wie der Butternut-Kürbis, für Backwaren beispielsweise der Hokkaido-Kürbis, für Süßspeisen und Salate sind süßlich schmeckende wie etwa der Muskatkürbis empfehlenswert. Am besten lässt sich der Geschmack durch Probieren des rohen Kürbisses erkennen.

Vorsicht: Zierkürbisse sind giftig

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Zur herbstliche Dekoration sind sie ideal, zum essen dagegen völlig ungeeignet: Zierkürbisse.

So lässt sich im Zweifelsfall auch erkennen, ob ein Kürbis essbar ist oder es sich um einen ungenießbaren Zierkürbis handelt. Denn so lecker manche Zierkürbis-Sorten auch aussehen mögen: Sie sind giftig. Sie enthalten sogenannte Cucurbitazine, die aus den essbaren Kürbissen herausgezüchtet worden sind. "Wenn der Kürbis grässlich bitter schmeckt, bitte nicht essen. Die giftigen Bitterstoffe schädigen den Magen-Darm-Trakt, können zu Übelkeit und Bauchschmerzen führen, in extremen Fällen auch zum Tode," warnt Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl vom Ernährungszentrum Medicum Hamburg. Außerdem rät Riedl, beim Anbau von Kürbissen immer Original-Saatgut zu verwenden und keine alten Samen aus dem Vorjahr wieder aufzuziehen: "Durch die Befruchtung im Freiland entstehen nicht selten Wildformen und diese produzieren ebenfalls die giftigen Bitterstoffe."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | DAS! Inkas Küche | 03.10.2016 | 18:35 Uhr