Stand: 07.06.2017 10:35 Uhr

Pflanzen natürlich vor Schädlingen schützen

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Ein Graus für jeden Gärtner: Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen im Garten.

Gefräßige Tiere wie Dickmaulrüssler, saugende Insekten wie Blattläuse oder Pilzkrankheiten - viele Gartenbesitzer verzweifeln, wenn ihre Pflanzen von Tieren oder Krankheiten befallen werden. Die chemische Keule wollen aber immer weniger einsetzen, denn viele Mittel schädigen auch Nützlinge wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Insbesondere Gemüse, das noch verzehrt werden soll, sollte nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden. Als Alternative bieten sich verschiedene natürliche Methoden an.

Echten Mehltau erkennen

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Echter Mehltau ist eine Pilzerkrankung und taucht auf Blattoberseiten und an Knospen und Blüten auf.

Zu den häufigsten Schädlingen im Garten zählen Mehltau und Blattläuse. Echter Mehltau kommt überwiegend an Rosen und anderen Zierpflanzen wie Begonien oder Astern vor, aber auch an Stachelbeeren, Apfelbäumen, Schwarzwurzeln, Gewächshausgurken und Karotten. Den Echten Mehltau erkennt man an einem weißen, mehligen Belag auf der Oberseite der Blätter. Auch an Knospen und Blüten kann er auftreten. Bei starkem Befall sterben die Blätter der Pflanze ab. Den Falschen Mehltau findet man im Gegensatz zum Echten Mehltau auf der Blattunterseite.

Frische Milch statt Fungizide

Gießkanne vor Sommerblumen © fotolia Fotograf: K. U. Häßler

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Als umweltschonendes Mittel gegen den Echten Mehltau eignet sich Milch. Die darin enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Mehltau-Pilz. Das enthaltene Natriumphosphat stärkt zudem die Abwehrkräfte der Pflanze und beugt somit einer erneuten Erkrankung durch den Echten Mehltau vor. Zweimal wöchentlich ein Gemisch von Milch und Wasser im Verhältnis 1:8 herstellen und die befallenen Pflanzen damit ordentlich einsprühen. Diese Methode ist inzwischen erprobt. Man hat sogar herausgefunden, dass Milch oft wirksamer ist als handelsübliche Fungizide.

Wichtig: Verwenden Sie möglichst frische Milch, denn die Mikroorganismen machen ja die Arbeit und sollten in der Milch noch "am Leben" sein. Am besten geeignet ist Rohmilch direkt vom Bauern, die gibt es im Bioladen oder von der Milchtankstelle.

Bereits von Mehltau befallene Blätter abschneiden und auch vom Boden absammeln, damit der Pilz nicht erneut in den natürlichen Kreislauf gelangt. Befallene Blätter gehören in die Restmülltonne - nicht auf den Kompost.

Blattläuse mit der Waschnuss bekämpfen

Auch Blattläuse sind jedes Jahr wieder da. Ist der Schaden an der Pflanze gering und hält sich der Lausbefall in Grenzen, reicht es schon, die gefräßigen Tierchen mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen oder abzusammeln und zu zerquetschen.

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Waschnüsse einfach mit Wasser auskochen - fertig ist ein natürliches Mittel gegen Schädlinge.

Viele Gärtner kennen bereits den Trick mit dem Spülmittel (Pflanze mit einer Mischung aus Wasser und etwas Spülmittel und Spiritus besprühen) - aber auch das ist Chemie und das Ergebnis nicht immer zufriedenstellend. Es geht aber auch rein biologisch. Die Schale der Waschnuss (Sapindus mukorossi) hat eine natürliche schädlingsbekämpfende Wirkung. Ihre Schalen enthalten Saponin, eine natürlich seifenähnliche Substanz. Daraus lässt sich ganz einfach ein günstiges, geruchsloses und ungiftiges Mittel gegen Blattläuse herstellen.

Kochen Sie zehn Waschnüsse in einem Liter Wasser aus. Den abgekühlten Sud einfach in eine Sprühflasche füllen und die befallenen Blätter damit besprühen. Oft reicht eine Behandlung. Sind die Läuse sehr hartnäckig, den Sprühvorgang wiederholen. Waschnüsse bekommen Sie in guten Drogeriemärkten oder im Bioladen. Es gibt auch Waschnusskonzentrat in Flaschen.

Mit nährstoffreichem Gartenboden vorbeugen

Statt Schädlinge zu bekämpfen, kann man auch gezielt die Gesundheit von Pflanzen fördern, sodass sie weniger anfällig sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Gartenboden, denn ein gut funktionierendes Bodenleben ist eine Voraussetzung für gesunde Pflanzen. Vielen Gartenböden fehlt es an Nährstoffen - auch, weil viele Gärtner das Herbstlaub, das zugleich als Winterschutz dient, frühzeitig komplett entfernen und sich kein Humus mehr bilden kann. Wer keinen oder kaum eigenen Kompost hat, kann dieses Defizit mit einem sogenannten Bodenaktivator ausgleichen. Bodenaktivatoren enthalten verschiedene Gesteinsmehle und sind im Fachhandel erhältlich. Effektive Mikroorganismen verbessern den Gartenboden ebenfalls auf natürliche Weise.

Wichtig ist auch eine ausreichende Düngung der Pflanzen, denn kräftige Pflanzen werden nicht so schnell von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Gärtner Ole Beeker empfiehlt, Kalium-betonten Dünger zu verwenden statt Blaudünger mit hohem Stickstoffanteil. Denn zu viel Stickstoff führt zur vorübergehenden Anreicherung von Eiweißen, die eine Nahrungsquelle für Pilze und Schädlinge sind. Auf jeder Düngepackung ist der Gehalt für Stickstoff mit "N" und der für Kalium mit "K" oder "K2O" aufgeführt.

Pflanzen mit Schachtelhalm- oder Brennnesselsud stärken

Bei der Schädlings- und Krankheitsvorbeugung haben sich auch verschiedene Pflanzenbrühen bewährt. Die beiden bekanntesten aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalm kann man selbst herstellen. Dafür benötigt man entweder die ganzen Pflanzen oder fertigen Extrakt, der mit Wasser angerührt wird.

Auf den Standort kommt es an

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Rosenblätter sollten möglichst nicht lange nass sein, sonst besteht die Gefahr einer Pilzerkrankung.

Auch der richtige Standort trägt zur Gesundheit von Pflanzen bei. Rosen sollten beispielsweise nicht zu geschützt und eng stehen, sonst können die Blätter nach Regen nicht gut trocknen und sind anfälliger für Mehltau. Beim Bewässern sollte man die Pflanze nur über den Boden mit Wasser versorgen und nicht die Blätter besprengen, denn das kann zur Entstehung von Sternrußtau, einer hartnäckigen Rosenkrankheit, führen. Wer neue Pflanzen kauft, sollte außerdem auf deren Widerstandsfähigkeit achten. Einige Sorten sind besonders robust und werden nicht so leicht von Schädlingen und Pilzen befallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 07.06.2017 | 20:00 Uhr

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