Stand: 01.11.2013 16:00 Uhr

Den Gartenboden umgraben oder lockern?

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Schadet das Umgraben eher, als dass es nützt? Peter Rasch wagt einen Versuch.

Jeder Gartenbesitzer kennt es und so manch einer gruselt sich davor: Umgraben ist vor allem keine rückenfreundliche Angelegenheit. Bisher hat man es vor allem gemacht, weil man es nicht anders kennt. Gartenland und Acker sollen als grobe Scholle überwintern - deshalb wird umgegraben, damit die sogenannten Frostgare den Boden locker und luftig machen. Einige Biogarten-Experten raten aber davon ab.

Umgraben stört das Gleichgewicht

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Mit dem Spaten wird tief in den Boden eingestochen, aber nicht umgegraben - so gelangt Luft an die untere Schicht.

Über das Gartenjahr hat sich im Boden eine lebendige Humusschicht von 15 bis 20 Zentimeter gebildet. Von Zentimeter zu Zentimeter sind die Lebensbedingungen für Kleinst- und Mikroorganismen anders. Beim Umgraben wird das ganze System plötzlich auf den Kopf gestellt. Die luftabhängige obere Schicht mit ihren nützlichen Bewohnern wird praktisch begraben. Die Nährstoffproduzenten aus der Wurzelzone sind auf einmal an der frischen Luft und das fein abgestimmte System, das sich über das Jahr aufgebaut hat, ist damit kaputt. Viele der nützlichen Helfer im Boden sterben ab. Diejenigen, die überleben, müssen ihr ganzes System wieder neu aufbauen. Das vermindert die Fruchtbarkeit des Bodens und verzögert das Wachstum im neuen Jahr.

Den Boden schonend auflockern

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Im kommenden Jahr wird sich zeigen, mit welcher Methode der Boden besser vorbereitet wurde.

Die natürlich gewachsene Struktur des Bodens sollte möglichst erhalten bleiben. Deshalb wird der Boden vor dem Winter nur mit der Grabegabel aufgelockert. Stechen Sie mit dem Spaten tief ein und bewegen Sie ihn hin und her, sodass kleine Hohlräume im Boden entstehen. So gelangt Luft an die unteren Schichten, aber die wichtigen Mikroorganismen bleiben in ihrem Wirkungsbereich. Für größere Beete gibt es eine spezielle Biograbegabel, die etwas breiter ist. Beete mit eher lockerem Boden können Sie auch einfach mit dem Sauzahn bearbeiten.

Laubdecke schützt Mikroorganismen

Wer seinem Garten jetzt noch etwas Gutes tun möchte, sollte düngen. Tiermist oder Kompost sollten Sie aber nur in die obere Erdschicht einharken, weil nur dort der nötige Sauerstoff für den Abbau vorhanden ist. Als letzte Wintervorbereitung bekommt der Boden eine luftig-warme Decke aus organischem Abfall oder Laub. Dadurch bleiben die Temperaturen im Boden etwas höher und Regenwürmer und Mikroorganismen können länger ihre Arbeit im Boden tun.

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Nordmagazin | 31.10.2013 | 19:30 Uhr