Stand: 04.10.2017 12:07 Uhr

Den Gartenboden umgraben oder lockern?

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Schadet das Umgraben eher, als dass es nützt? Peter Rasch wagt einen Versuch.

Jeder Gartenbesitzer kennt es und so manch einer gruselt sich davor: Umgraben ist vor allem keine rückenfreundliche Angelegenheit. Bisher haben viele es vor allem deshalb gemacht, weil es Tradition ist. Gartenland und Acker sollen als grobe Scholle überwintern - deshalb wird umgegraben, damit die sogenannten Frostgare den Boden locker und luftig machen. Einige Biogarten-Experten raten aber davon ab.

Umgraben stört das Gleichgewicht

Über das Gartenjahr hat sich im Boden eine lebendige Humusschicht von 15 bis 20 Zentimeter gebildet. Von Zentimeter zu Zentimeter sind die Lebensbedingungen für Kleinst- und Mikroorganismen anders. Beim Umgraben wird das ganze System plötzlich auf den Kopf gestellt. Die luftabhängige obere Schicht mit ihren nützlichen Bewohnern wird praktisch begraben. Die Nährstoffproduzenten aus der Wurzelzone sind auf einmal an der frischen Luft und das fein abgestimmte System, das sich über das Jahr aufgebaut hat, ist damit kaputt. Viele der nützlichen Helfer im Boden sterben ab. Diejenigen, die überleben, müssen ihr ganzes System wieder neu aufbauen. Das vermindert die Fruchtbarkeit des Bodens und verzögert das Wachstum im neuen Jahr.

Den Boden schonend auflockern

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Mit dem Spaten wird tief in den Boden eingestochen, aber nicht umgegraben - so gelangt Luft an die untere Schicht.

Die natürlich gewachsene Struktur des Bodens sollte möglichst erhalten bleiben. Deshalb wird der Boden vor dem Winter nur mit der Grabegabel aufgelockert. Dafür mit dem Spaten tief in die Erde stechen und ihn hin und her bewegen, sodass kleine Hohlräume im Boden entstehen. So gelangt Luft an die unteren Schichten, aber die wichtigen Mikroorganismen bleiben in ihrem Wirkungsbereich. Für größere Beete gibt es eine spezielle Biograbegabel, die etwas breiter ist. Beete mit eher lockerem Boden können auch einfach mit dem Sauzahn bearbeitet werden.

Laubdecke schützt Mikroorganismen

Wer seinem Garten im Herbst noch etwas Gutes tun möchte, sollte düngen. Tiermist oder Kompost sollte aber nur in die obere Erdschicht eingeharkt werden, weil nur dort der nötige Sauerstoff für den Abbau vorhanden ist. Als letzte Wintervorbereitung bekommt der Boden eine luftig-warme Decke aus organischem Abfall oder Laub. Dadurch bleiben die Temperaturen im Boden etwas höher und Regenwürmer und Mikroorganismen können länger ihre Arbeit im Boden tun.

Schnitt einer Johannisbeere © fotolia Fotograf: rodimovpavel

Der Garten im Oktober

NDR 90,3 - Der Garten -

Pflanzen zurückschneiden, Beete umgraben, Laub entsorgen? NDR 90,3 Pflanzenexperte Helge Masch erklärt, welche Arbeiten im Herbst sinnvoll sind und beantwortet Hörerfragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 05.10.2017 | 20:00 Uhr

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