Stand: 23.03.2015 15:18 Uhr  | Archiv

Wie viele Nährstoffe enthält Blumenerde?

von Nadine Becker

Damit Pflanzen in Blumenerde gut wachsen, brauchen sie die richtige Menge an Nährstoffen wie Stickstoff, Kali und Phosphat. Enthält Blumenerde zu wenige Nährstoffe, entwickeln Pflanzen möglicherweise keine Blüten oder gehen im schlimmsten Fall sogar ein. Markt hat fünf Blumenerden im Labor untersuchen lassen (Preis für 20 Liter):

  • Grandiol von Lidl für 99 Cent
  • Gardol von Bauhaus für 3,29 Euro
  • Living Garden von Obi für 4,99 Euro
  • Neudorff NeudoHum für 5,99 Euro
  • Compo Sana für 7,49 Euro

Blumenerde im Vergleich

Wenig Nährstoffe in einer Blumenerde

Bis auf eine Blumenerde enthielten alle Produkte in der Stichprobe laut Labortest ausreichende Mengen an Phosphat und Stickstoff. In der torffreien Erde von Neudorff stehen den Pflanzen zu wenig Stickstoff und Phosphat sofort zur Verfügung, stellte das Labor in der Stichprobe von Markt fest. Möglicherweise ist das die Folge einer zu langen Lagerung, sagt Diemo Daum, Professor für Pflanzenernährung an der Hochschule Osnabrück.

Hoher pH-Wert ist schlecht für Pflanzen

Nur mit dem richtigen pH-Wert können die in der Erde vorhandenen Nährstoffe von Pflanzen aufgenommen werden. Der Optimalwert liegt zwischen 5,5, und 6,5. Bei höheren Werten kann es nach Ansicht von Professor Daum sein, dass die Nährstoffe nicht mehr für Pflanzen verfügbar sind. Zu erkennen sei dies beispielsweise an vergilbten jüngeren Blättern oder an schlechtem Wachstum.

Hoher Kali-Wert in Blumenerde von Obi und Lidl

Die Eigenmarken von Obi und Lidl sind torfreduziert. Stattdessen enthalten sie mehr Kompost. Beide Blumenerden hatten jedoch im Labor hohe Kali-Werte. Zu viel Kali kann nach Ansicht von Professor Daum die Wasseraufnahmefähigkeit der Pflanzen beeinträchtigen: "Eine Reihe von Pflanzenarten ist salzempfindlich. Sie könnten im Wachstum darunter leiden." Hohe Kali-Werte seien häufig ein Zeichen für einen hohen Grünkompostanteil im Substrat.

Blumenerde falsch gelagert

Auf allen Verpackungen stehen Hinweise wie "vor Witterungseinflüssen wie Sonne und Regen schützen" oder "kühl und trocken lagern". Doch Markt fand durch die Stichprobe heraus, dass die Blumenerden in den Baumärkten von Obi und Bauhaus zuweilen im Freien gelagert werden - ungeschützt Feuchtigkeit trotz Regens. Auch eine starke Erwärmung im Sommer kann ein Problem sein, sagt Professor Daum: Bei Temperaturen über 30 Grad können Nährstoffe verloren gehen.

Und das sagen die Hersteller

  • Neudorff zum geringen Nährstoffgehalt

    "Neudorffs NeudoHum Blumenerde ist eine rein organisch aufgedüngte Erde. Das bedeutet auch, dass ein Teil der Nährstoffe in organisch gebundener Form vorliegt. (…) Den Pflanzen werden erst nach und nach die Nährstoffe zur Verfügung gestellt. Dies geschieht durch mikrobielle Abbauprozesse, die durch Temperatur und Feuchtigkeit angeschoben werden. Gerade die von Ihnen geprüften Nährstoffe Stickstoff und Phosphat fallen darunter."

  • Obi zum hohen Kaligehalt

     "Der Grünkompost bringt natürlicherweise höhere Kaliumgehalte mit. Dieses Kalium ist im Kompost gebunden und es beeinflusst den Salzgehalt der Erde in nur geringem Maße. Als Maß für die Pflanzenverträglichkeit ist der Salzgehalt wesentlich. Daher sind keine negativen Einflüsse auf das Pflanzenwachstum und die Wasseraufnahme der Pflanzen zu erwarten."

  • Obi zur falschen Lagerung

     "Eine kurz- bis mittelfristige Lagerung im Freien ist unserer Ansicht nach jedoch nicht bedenklich. In unseren Filialen gibt es unterschiedliche Lagermöglichkeiten, insbesondere in den Frühlingsmonaten kann es vorkommen, dass die Produkte kurzfristig im Freien gelagert werden."

  • Lidl zum hohen Kaligehalt

     "Unsere Blumenerde Grandiol ist torfreduziert und besteht zu circa 25 Prozent aus Kompost. Für Erden dieser Art liegen höhere Kaligehalte (…) im üblichen Bereich und sind für diese Erden typisch. Der Kaligehalt kommt durch die Zugabe des Kompostes zustande."

  • Bauhaus zur falschen Lagerung

     "Leider ist zurzeit noch nicht überall die sonnengeschützte Lagerung möglich. Bauhaus wird jedoch bei Neuplanungen von Fachzentren (versuchen) eine Überdachung für Erden zu schaffen."

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Torf in Blumenerde nicht leicht zu ersetzen

Der häufig in Blumenerde verwendete Torf ist eine endliche Ressource. Beim Abbau des Rohstoffs in Mooren werden große Mengen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Durch die Trockenlegung von Mooren wird der Lebensraum von einzigartigen Tieren und Pflanzen zerstört. Es wäre daher wünschenswert, bei Blumenerde ganz auf Torf zu verzichten. Einige Hersteller versuchen deshalb, Torf durch Stoffe wie Kompost, Rindenmulch, Kokos- oder Holzfasern zu ersetzen. Das ist jedoch gar nicht so einfach. Denn Torf hat wichtige Eigenschaften für Pflanzen: Zum Beispiel, dass er gut Wasser halten kann, viel Sauerstoff an die Wurzeln lässt und der Nährstoffgehalt gut regulierbar ist. Diese Eigenschaften mit Ersatzstoffen nachzubilden, ist bedeutend schwieriger, erklärt Professor Daum.

Fazit: Auf richtige Lagerung achten

Der Preis einer Blumenerde sagt nicht immer etwas über die Qualität aus. Verbraucher sollten auf die richtige Lagerung der Blumenerde im Geschäft achten: kühl und trocken, vor Regen und Sonne geschützt.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 23.03.2015 | 20:15 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/garten/Blumenerde-Vergleich,blumenerde130.html

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