Stand: 10.02.2016 09:43 Uhr

Zeit zum Fasten: 40 Tage ohne

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Zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch zeichnen Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn.

Alkohol oder Fleisch, CO2 oder Handy, Sex oder Rauchen: Fasten ist vielfältig. Der gemeinsame Nenner liegt im Verzicht. 40 Tage ohne. Die Tradition des Fastens in der westlichen Welt geht auf die christliche Kirche zurück. Schon seit dem Jahr 400 sollen sich Christen mit Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Für Gläubige beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und endet am Ostersonnabend, also nach 46 Tagen. Allerdings werden die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen. So bleiben 40 Fastentage. Laut Bibel hat sich schon Jesus nach seiner Taufe in die Wüste zurückgezogen, ohne zu essen und zu trinken.

Ein Pater zeichnet einem Mann ein Aschekreuz auf die Stirn.

Fastenzeit im Kloster

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Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Es gibt aber auch Menschen, die sich generell gegen bestimmte Dinge entschieden haben. Wir besuchen Pater Funke im Maristenkloster.

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Auch Christen verzichten nur bedingt

So streng sieht selbst die katholische Kirche die Fastenzeit inzwischen nicht mehr. Das Bistum Osnabrück etwa hält bereits den Verzicht auf Süßigkeiten oder Fernsehen für einen angemessenen Weg "um sich frei zu machen, für Gedanken an und über Gott und um mit sich selbst ins Reine zu kommen", wie es auf der Website heißt. Traditionell sollen Katholiken in der Fastenzeit an Aschermittwoch sowie an allen Freitagen kein Fleisch essen. An Aschermittwoch und Karfreitag ist nur eine Hauptmahlzeit erlaubt.

Stichwort Aschermittwoch

Der Begriff bezieht sich auf das Kreuz aus Asche, das Priester Gläubigen an diesem Tag auf die Stirn zeichnen. Es soll die Menschen daran erinnern, dass sie vergänglich sind. Die Asche stammt von Palmzweigen und wird im Gottesdienst gesegnet. Aschermittwoch ist stets der 46. Tag vor Ostersonntag.

Neue Perspektiven suchen

Die evangelische Kirche fordert in der Fastenzeit "7 Wochen ohne" und stellt die traditionelle Aktion in diesem Jahr unter das Motto "Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge". Teilnehmer sollen "einfach mal jemanden einladen, den wir noch nicht kennen." Die Protestanten sehen es als wichtiger an, etwas zu verändern, als zu verzichten. Ziel sei es, die Routine des Alltags hinterfragen, "eine neue Perspektive einnehmen, entdecken, worauf es ankommt im Leben", heißt es auf der Website der Fastenaktion der evangelischen Kirche.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland setzt mit ihrer Aktion "7 Wochen mit" auf regionale Produkte und Erzeugnisse aus Fairem Handel. Hier geht es darum, Konsumgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und zu verändern.

Fasten als Wohltat für den Körper?

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Wer heilfastet, muss viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Neben Wasser darf das auch Brühe sein.

Viele Menschen verbinden Fasten jedoch in erster Linie mit dem Verzicht auf Nahrung, dem sogenannten Heilfasten. Nach einem exakten Plan, am besten unter ärztlicher Kontrolle, meiden sie feste Lebensmittel und ernähren sich für Tage oder Wochen nur von Flüssigkeiten wie Wasser, Säften oder Brühe. Dutzende Ratgeber empfehlen diese Askese als wohltuend für Geist und Körper - und als wirkungsvolle Diät. Kritiker warnen jedoch vor gesundheitlichen Risiken, besonders für Menschen, die bereits von Krankheiten geschwächt sind.

Religiöses Fasten

Weltweit kennen viele Religionen das Fasten als Zeremonie, die zu Reinheit und Erleuchtung führen soll. So verzichten gläubige Moslems im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondkalenders, für 30 Tage auf alle Genüsse. Essen und Trinken sind erst nach Sonnenuntergang erlaubt. Die Fastenzeit endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens.

Im Hinduismus existieren zahlreiche Fastenregeln. Viele Gläubige nehmen an Vollmond- und Neumondtagen keine Nahrung zu sich. Im Judentum gilt Jom Kippur, der Versöhnungstag zwischen Gott und den Menschen, als strengster Fastentag, an dem weder Essen noch Trinken gestattet sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Hallo Niedersachsen / 10.02.2016 / 19:30 Uhr

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