Stand: 14.11.2017 16:11 Uhr

Seehäfen fordern rascheren Verkehrswege-Ausbau

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Die Seehafenbetriebe fordern eine raschere Umsetzung von Verkehrswege-Projekten wie der Elbvertiefung (Archivbild).

Die deutschen Seehafenbetriebe blicken "vorsichtig positiv" in die Zukunft. Im ersten Halbjahr 2017 erreichten die Häfen ein Umschlagplus von 1,5 Prozent auf 150,9 Millionen Tonnen. Erstmals seit 2014 soll am Ende des Jahres wieder ein Umschlag von mehr als 300 Millionen Tonnen stehen. Aber: "Wir könnten mehr ", sagt der Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehäfen (ZDS), Frank Dreeke. Er forderte am Dienstag eine raschere Umsetzung bereits geplanter Ausbauten der Infrastruktur - wie etwa der Elbvertiefung.

"Es fehlen Planer und Ingenieure"

"Die Mittel sind da, die Projekte sind da, es fehlen Planer und Ingenieure", beklagte Dreeke. Der Schlüssel für mehr Wachstum liege vor allem bei Politik und Verwaltung. Im vergangenen Jahr seien die vorgesehenen Mittel deutlich erhöht worden. "Nun muss das Geld auch ausgegeben werden können." Nach Dreekes Ansicht sind außer mehr Personal in den Verwaltungen auch Änderungen beim Planungs- und Umweltrecht notwendig.

Nachteile für deutsche Betriebe bei Einfuhrsteuer

Zurzeit verlören die deutschen Seehäfen Marktanteile an die Konkurrenz in den Niederlanden und Belgien, kritisierte Dreeke, der im Hauptberuf die Bremer BLG Logistics Group leitet. Ein Nachteil der Deutschen sei, dass Importeure ihre fälligen Einfuhrsteuern hierzulande gleich entrichten müssten, in anderen Ländern aber erst später. Wer in den Niederlanden Waren importiere, könne sich beispielsweise Monate Zeit damit lassen, die Steuern zu bezahlen. Dies sei von der EU auch so vorgesehen, sagte Dreeke. Durch die anderslautende Regelung in Deutschland werde den Betrieben erhebliche Liquidität entzogen.

Landstrom: Reedereien von EEG-Umlage befreien?

Im Nachteil sehen sich die hiesigen Häfen Dreeke zufolge auch beim Thema Landstrom. Die Reedereien müssen für den umweltfreundlich erzeugten Strom laut Erneuerbare-Energien-Gesetz die EEG-Umlage zahlen. Für eine Fähre oder ein Kreuzfahrtschiff würden so in Deutschland rasch einige Hunderttausend Euro zusätzlich fällig. Dreeke forderte eine Befreiung der Reedereien von der EEG-Umlage: "Der Konkurrenzkampf ist sehr groß. Wenn wir dann einen Kostenfaktor eliminieren können, und das ökologisch und ökonomisch Sinn macht, dann müssen wir das tun." Anderenfalls würden die Reeder einfach weiter in den Häfen ihren Strom an Bord erzeugen - mit Folgen für die Luft in den Hafenstädten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.11.2017 | 13:00 Uhr

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