Stand: 03.02.2016 13:52 Uhr

"Norkys" überflutet Fischmarkt, bremst Bahn aus

Bild vergrößern
In Hamburg sorgte "Norkys" am Dienstagabend für einen hohen Elbpegelstand: Der Fischmarkt stand kurz nach 22 Uhr unter Wasser.

Orkantief "Norkys" schickt seit dem Wochenende immer wieder unterschiedlich starke Ausläufer Richtung Norddeutschland. Das hatte Auswirkungen auf den Zugverkehr. Im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein musste die Strecke zwischen Hamburg und Schwarzenbek wegen eines umgestürzten Baumes am Mittwochmorgen in beide Richtungen gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr von Rostock und Schwerin in Richtung Hamburg und zurück war deshalb stark beeinträchtigt.

Eine Regionalbahn mit 15 Passagieren war durch den Stromausfall kurz nach Mitternacht stehen geblieben. Züge zwischen Hamburg und Berlin mussten umgeleitet werden. Wie ein Bahnsprecher mitteilte, ist die Umleitung inzwischen aufgehoben und die Strecke wieder frei. Anschließend fuhren die Züge wieder nach Plan. Alle aktuellen Verkehrsmeldungen im Überblick.

Im Harz bleibt's stürmisch

Bereits am Dienstag hatten die Orkanböen im Harz für zahlreiche Zugausfälle gesorgt. Allein im Drängetal zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne stürzten rund 100 Fichten auf die Schienen. Der Betrieb der Harzquer- und der Brockenbahn musste daraufhin teilweise eingestellt werden. Zwar hat sich der Sturm bereits abgeschwächt, insbesondere an den Küsten und im Oberharz ist aber weiterhin mit extremen Windstärken zu rechnen, dazu kommen Regen- und Graupelschauer. Ganz vereinzelt könne es auch auf Rügen noch stürmische Böen geben.

Service

Die aktuellen Unwetterwarnungen

In welcher Region droht das nächste Unwetter? Hier gibt's die aktuellen Warnmeldungen für ganz Deutschland. mehr

Wie wird das Wetter?

Hier finden Sie das aktuelle Wetter und die Vorhersage für ganz Norddeutschland. mehr

Die aktuellen Verkehrsmeldungen

Alle aktuellen Verkehrsmeldungen für Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. mehr

Erhöhte Wasserstände

"Norkys" anhaltende Westwinde sorgten auch für erhöhte Wasserstände an der nord- und ostfriesischen Küste, im Elbe- sowie im Wesergebiet. Am Dienstagabend hatte der Elbpegelstand in Hamburg kurz nach 22 Uhr seinen Höhepunkt erreicht und den Fischmarkt erneut unter Wasser gesetzt. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie stieg der Wasserstand auf bis zu 1,5 Meter über dem Mittleren Hochwasser. Noch vor Mitternacht ging das Wasser wieder zurück. Bereits am Sonntag war die Fläche überflutet worden. Im Laufe des Tages haben sich die Pegelstände wieder normalisiert.

Fährverkehr in der Ostsee war betroffen

Die Auswirkungen des Sturmtiefs waren auch im Fährverkehr zwischen Rostock und dem dänischen Gedser zu spüren: Weil der starke Südwestwind dort für niedrige Wasserstände im Hafenbecken sorgte, konnte die Stadt zeitweise nicht angesteuert werden. In Stralsund wurden Spitzenwindgeschwindigkeiten von 95, in Boltenhagen sogar 98 Kilometer pro Stunde gemessen. In Sassnitz auf Rügen stürzte ein Baum auf ein Auto, verletzt wurde niemand. Bereits am Dienstag war auf der Autobahn 19 in Kavelstorf bei Rostock ein Auto von einer Windböe erfasst worden und hatte sich überschlagen. Die vier Insassen - darunter ein zweijähriges Mädchen - wurden leicht verletzt.

Sturm-Stärken: Von Windstille bis zum Orkan

Weitere Informationen

Rügen: 2.000 Kubikmeter Kreide abgebrochen

An Rügens Steilküste hat sich der erste größere Kreideabbruch des Jahres ereignet. Zwischen Sassnitz und Lohme ragt das Kreide-Mergel-Gemisch rund 30 Meter weit in die Ostsee. mehr