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Wellen schlagen über die Uferbefestigung auf Helgoland. © dpa
 
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Porträt von Theodor Mommsen - Gemälde von L. Knaus 1881 © picture-alliance Fotograf: akg-images
 

Theodor Mommsen - Historiker der Sonderklasse

Für seine "Römische Geschichte" erhielt der im nordfriesischen Garding geborene Mommsen 1902 als erster Deutscher den Literaturnobelpreis. mehr

 
Friesisch

Über Nordfriesland

Bekannte Nordfriesen: Von Storm bis Mommsen

Theodor Mommsen © picture-alliance Detailansicht des Bildes In der - deutschsprachigen - Literatur ragt der Husumer Theodor Storm (1817 - 1888) hervor, dessen Spätwerk "Der Schimmelreiter" um den Deichgraf Hauke Haien gern als nordfriesisches "Nationalepos" bezeichnet wird. Bekannte Nordfriesen aus der Wissenschaft sind vor allem der Historiker und Nobelpreisträger Theodor Mommsen (1817 - 1903) aus Garding, der Pädagoge und Philosoph Friedrich Paulsen (1846 - 1908) aus Langenhorn und der Soziologe Ferdinand Tönnies (1855 - 1936) aus Oldenswort. Zu den "Stillen" im Lande gehörte der Landmann, Mechaniker und Mathematiker Hans Momsen (1735 - 1811) aus Fahretoft, der es als Autodidakt zu genialischen Leistungen brachte; der Kreis Nordfriesland hat seinen 1985 gestifteten Ehrenpreis nach ihm benannt.

Als politische Schriftsteller traten Uwe Jens Lornsen (1793 - 1838) aus Keitum/Sylt und Harro Harring (1798 - 1870) aus Wobbenbüll bei Husum hervor. Aus dem kirchlich religiösen Bereich seien Christian Jensen (1839 - 1900) aus Fahretoft, Begründer der Breklumer Mission, und Ingwer Ludwig Nommensen (1834 - 1918) von der Insel Nordstrand, Missionar der Batak in Indonesien, genannt.

Eiderstedts Landschaft dient als Vorbild für Wappen

Leuchtturm Westerhever auf Eiderstedt (SH) © picture-alliance / Bildagentur Huber Fotograf: Bildagentur Huber/Gräfenhain Detailansicht des Bildes Als nordfriesische Flagge gilt seit Anfang dieses Jahrhunderts die Farbenfolge Gold - Rot - Blau. Das "Nordfriesen-Wappen", eine unheraldische Schöpfung aus den 1840er-Jahren, zeigt - ebenfalls auf den Farben Gold, Rot und Blau - einen halben Reichsadler, - der sich auf angeblich von deutschen Kaisern verbürgte Freiheiten für die Friesen bezieht -, eine Krone - nämlich die des dänischen Königs, des damaligen Landesherren - und einen Grütztopf - friesische Frauen sollen Gegner, man dachte damals wohl an die Dänen, mit heißer Grütze in die Flucht geschlagen haben, als die Kampfkraft ihrer Männer erlahmte.

Das offizielle Wappen des Kreises Nordfriesland ist ebenfalls in den nordfriesischen Farben gehalten; es wird heraldisch wie folgt beschrieben: "In blau drei goldene, dreimastige Schiffe im Stil des 16. Jahrhunderts, in der Stellung 2:1 mit goldenen Segeln und roten Wimpeln; auf den Großsegeln je ein rotes Beizeichen (Pflug, Fisch, Stierkopf)." Vorbild war das Wappen der Landschaft Eiderstedt; die Beizeichen entstammen den Wappen der drei alten nordfriesischen Kreise und symbolisieren die traditionellen Lebensgrundlagen der Nordfriesen. Wappen und Flagge Helgolands tragen die Farben der Insel, Grün - Rot - Weiß.

Weites Herz - klarer Horizont

Als inoffizielle nordfriesische "Nationalhymne" wird das Lied "Gölj - rüüdj - ween" (Gold - Rot - Blau) von Albrecht Johannsen (1888 – 1967) gesungen. Bekannte nordfriesische Wahlsprüche sind "Rüm hart - klaar kiming" (Weites Herz - klarer Horizont), in dem sich die Weltläufigkeit der inselfriesischen Kapitäne spiegelt, und das im 19. Jahrhundert geprägte politische Schlagwort "Liiwer düüdj as slååw" (Lieber tot als Sklave), das den sprichwörtlichen Unabhängigkeitssinn der Friesen pointiert.

Aus: Prof. Dr. Thomas Steensen, geb. 1951 in Bredstedt, Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt: Die Friesen in Schleswig-Holstein, in: Gegenwartsfragen 69. Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzbereich. Herausgegeben von der Landeszentrale für Politische Bildung Schleswig-Holstein.

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