Stand: 20.01.2017 17:03 Uhr

Elbphilharmonie: Viel Beifall für "Die Schöpfung"

von Daniel Kaiser

Mit frenetischem Jubel und stürmischem Beifall hat das Publikum in der Elbphilharmonie "Die Schöpfung" von Joseph Haydn gefeiert. Das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock begeisterte mit einer besonders plastischen Version des Meisterwerks - nachzuhören am Sonntag, den 22. Januar auf NDR Kultur.

Hengelbrock lässt brüllende Löwen, gelenkige Tiger und sanfte Schafe aus der Partitur frei und durch den Saal springen. Die Würmer kriechen sehr langsam und tief brummend die weiße Haut hinauf. Die Klänge des Orchesters, des Chores und der Solisten verdichten sich in der Elbphilharmonie zu einem Schöpfungs-Erlebnis in HD.

NDR Chor mit Orchester in der Elbphilharmonie

NDR Chor probt für Haydns "Schöpfung"

Hamburg Journal -

Eigentlich ist der NDR Chor im Rolf-Liebermann-Studio zu Hause. Nun müssen die Sänger mit Haydns "Schöpfung" den großen Saal der Elbphilharmonie füllen. Ein Probenbesuch.

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Exodus ins Paradies

Wie zuvor schon Jeffrey Tate in Ludwig van Beethovens "Missa Solemnis" postiert Hengelbrock die Solisten ebenfalls hinter dem Orchester. Dieser Trick führt auch an diesem Abend zu einer verblüffenden Klangmischung. Vor allem Anna Lucia Richter betörte das Publikum mit ihrem Sopran, als sie als Eva mit ihrem Adam durchs Paradies spazierte und dem Klang ihrer Koloraturen nachblickte. So luftig, liebevoll und transparent singt der NDR Chor, dass "eine neue Welt entspringt auf Gottes Wort", dass man sofort in dieses friedliche Glücksland auswandern möchte.

Stolperfalle Elphi

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Schön sehen sie aus, die Treppen in der Elbphilharmonie. Doch besonders für ältere Besucher sind sie ein echtes Hindernis.

Am Ende gab es stürmischen Jubel und langen Applaus für diesen besonderen Schöpfungs-Akt. Während drinnen Harmonie herrschte, dominierte im Foyer allerdings oft Anspannung, denn die eleganten Treppen sind besonders für ältere Konzertbesucher ein echtes Hindernis. Viele müssen ganz vorsichtig Schritt für Schritt hinunterstaken - wie in Zeitlupe bei Glatteis.

Aus ästhetischen Gründen hatten die Architekten lediglich auf den letzten Stufen schwarze Markierungen angebracht. Wenn man von oben hinuntergeht, hat man Mühe, zu erkennen, wann die Stufen anfangen und wann sie enden. Sogar der Architekt Jacques Herzog wurde bei der Eröffnung des Großen Saales gesehen, wie er über seine eigenen Stufen stolperte.

Logistische Unwuchten

Auch die Garderoben waren zum Teil wieder wegen Überfüllung geschlossen oder es gab lange Schlangen bis kurz vor Konzertbeginn. In der Pause, wenn es endlich gelungen war, ein Getränk in der Hand zu halten, musste man es runterstürzen, um rechtzeitig zurück im Saal zu sein. Während Akustik-Experten also noch immer über Klang-Nuancen im Saal fachsimpeln, sind im Foyer ganz andere handwerkliche Unwuchten zu beklagen. Von wegen "und es war sehr gut!"

Weitere Informationen
mit Video

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 20.01.2017 | 19:00 Uhr

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