Stand: 21.01.2014 22:00 Uhr

"Offshore-Leaks": Was bisher geschah

Vor zehn Monaten geriet die Welt der Schattenmillionäre ins Wanken. Damals berichteten Journalisten über einen gigantischen Datensatz zweier Dienstleister aus der Steueroasen-Industrie: 2,5 Millionen Dokumente, das meiste davon E-Mails, aber auch PDFs, Datenbankeinträge und geheime Verträge, Kopien von Personalausweisen und weitere Unterlagen. Ausgedruckt hätten diese Daten den Umfang von mehreren Hundertausend Ausgaben der Bibel.

Nach einer gemeinsamen Recherche von 40 Redaktionen aus 46 Ländern starteten die weltweiten Offshore-Leaks-Veröffentlichungen am 4. April 2013, kurz nach Mitternacht deutscher Zeit, und offenbarten über Wochen neue Geheimnisse und Strukturen. Aus Deutschland waren Journalisten der "Süddeutschen Zeitung" und des NDR an den weltweit Recherchen beteiligt, die vom International Consortium of Investigative Journalist (ICIJ) in Washington koordiniert wurden.

Hintergrund

"Offshore-Leaks": So gelang die erste Enthüllung

Die Lebenszeit aller beteiligter Journalisten hätte nicht ausgereicht, die 200 Gigabyte Daten zur geheimen Welt der Steueroasen auszuwerten. Erst eine spezielle Software brachte den Erfolg. mehr

Einblick ins Schattenreich der Steueroasen

Das Rechercheprojekt Offshore-Leaks hat Daten über Treuhandgesellschaften und Firmen in Steueroasen ins Internet gestellt. User haben nun die Chance, selber zu recherchieren. mehr

Debatte über Steuergerechtigkeit

Das politische Ergebnis von Offshore-Leaks: eine internationale Debatte über Steuergerechtigkeit und ein immens gestiegener Druck auf Steueroasen. EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta bezeichnete Offshore-Leaks zuletzt als "wegweisend" für die Diskussion. "Die Berichterstattung hat den Kern des Problems getroffen, Intransparenz", sagte er. 

Die G8-Staats- und Regierungschefs setzten das Thema auf die Tagesordnung ihres Treffens Mitte Juni in Nordirland. In der EU gerieten Staaten wie Luxemburg derart unter Zugzwang, dass sie eine Aufweichung ihres strikten Bankgeheimnisses in Aussicht stellten, Großbritanniens Premier Cameron forderte seine Kronbesitzungen wie Guernsey und Jersey zum Handeln auf.

Weitere Informationen

Offshore Leaks und die Folgen

28.05.2013 20:30 Uhr
NDR Info

Vor knapp zwei Monaten veröffentlichen Redakteure in 46 Ländern zeitgleich ihre Recherchen über geheime Geschäfte in Steueroasen. Die EU will jetzt verstärkt gegen Steuerhinterziehung vorgehen. mehr

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