Stand: 08.11.2017 06:55 Uhr

Wolfgang Niedecken besingt seine Familie

Bild vergrößern
Nicht nur mit Fotos hält Wolfgang Niedecken die Geschichte seiner Familie lebendig, viele seiner Songs sind autobiografisch.

Wolfgang Niedecken war mal wieder auf eigenen Pfaden unterwegs. Ohne die Musiker seiner Band BAP hat er in New Orleans ein neues Album aufgenommen: "Das Familienalbum - Reinrassije Strooßekööter", so der Titel. Und die Familie, die Ahnen und der Stamm sind in seinem Fall allesamt kölsche Seelen: Wolfgang Niedecken hat sein jüngstes Album seiner Familie gewidmet und darauf viele alte Stücke ganz neu arrangiert.

Erinnerungen an Kriegs- und Nachkriegszeit

Wolfgang Niedecken im Gespräch mit Doris Schiederig © NDR Info

Wolfgang Niedecken: "Familie ist mir sehr wichtig"

NDR Info - Kultur -

Wolfgang Niedecken hat ohne seine Band BAP das neue Album "Reinrassije Strooßekööter" aufgenommen. Im Interview mit Doris Schiederig plaudert der Musiker über Familie und Musik.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Das Thema begleitet ihn als Künstler schon viele Jahre. Etliche Songs hat er über Familienmitglieder geschrieben - und das aus gutem Grund: "Ich weiß, dass ich in einer sehr großartigen Familie aufgewachsen bin, ich war sehr behütet. Ich bin im sechsten Jahr nach dem Krieg geboren, Köln war ein Trümmerfeld, war aber für mich wie ein Dorf. Ja, es war eine tolle Kindheit, ich bin da sehr dankbar für", erklärt der Musiker. Wolfgang Niedecken erzählt in seinem Song "Dä letzte Winter em letzte Kreech" von der Kriegsweihnacht: Seine Großeltern und andere Verwandte waren auf der Flucht aus dem ausgebombten Köln: "Ja, es ist auch ein Sittengemälde. Also für mich der Song, der mir auch sehr nahe geht, die Geschichte von der Evakuierung - ich hab auch immer sehr gut hingehört, wenn so etwas erzählt wurde", erinnert sich der kölsche Sänger.

Bekanntester BAP-Song fehlt auf dem Album

Die wohl bekannteste Geschichte über die Familie, der Song "Verdamp lang her" über seinen Vater, den Niedecken liebevoll "Bap" nannte, gehört nicht zu den neu arrangierten Songs auf dem Album. Das überrascht, denn der Titel ist der größte Erfolg seiner Band: "Ich hatte keine Lust, das zum 10.000 Mal in der 10.000sten Version zu spielen. Das Stück kennt jeder und jeder füllt es mit einer anderen Bedeutung: Verdamp lang her, dass wir 'ne Klassenfahrt gemacht haben, oder weiß der Geier. Ich weiß gar nicht, ob so ein Familienalbum überhaupt große Lieder braucht", sagt Niedecken über die Songauswahl seiner Produktion 

Video
14:09

"Kölsche Jung": Sänger Wolfgang Niedecken

03.11.2017 22:00 Uhr
NDR Talk Show

Der Gründer der Gruppe BAP gilt als einer der prägendsten und kreativsten Köpfe der Musikszene. 2012 erhielt er den ECHO für sein Lebenswerk. Video (14:09 min)

Alte Stücke komplett neu arrangiert

Das Album enthält kleine Familien-Geschichten, liebevoll erzählt und bei der Aufnahme in New Orleans zum Teil überraschend anders arrangiert. Die Stücke sind schön zu hören und dabei gibt es viel Neues zu entdecken - für die Zuhörer und auch für den Künstler selbst. Ein Paradebeispiel dafür ist der Song "Weisste noch": "Ich hab mir immer gewünscht, dass wir dieses Stück mal mit Paddle Steel spielen. Und diese Stelle hab ich mir schon so oft im Dunkeln mit Kopfhörer gegeben, und das ist so schön, ich könnt heulen", freut sich Niedecken über seinen Song im neuen Kleid.

Loslassen - Wehmütige Gefühle als Vater

Von der Kriegsweihnacht reicht die Familiengeschichte bis in die heutige Zeit und sorgt manchmal für große Gefühle. Der vierfache Vater Niedecken verabschiedet schweren Herzens seine Kinder ins Leben und besingt in dem Lied "Reinrassije Strooßekööter" das meistens leere Nest: "Im Losslosse simmer schläch".

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 08.11.2017 | 06:55 Uhr

Mehr Unterhaltung

01:55

Freese 1 an alle: Cyber-Week

24.11.2017 06:00 Uhr
NDR 2
09:10

Monaco feiert die Fürstenfamilie

23.11.2017 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
29:28

Die neuen Stars aus dem Netz

24.11.2017 21:15 Uhr
DIE REPORTAGE