Stand: 26.02.2016 19:39 Uhr

ESC: Jamie-Lees Heimat steht Kopf

Lange schwarze Haare, Augen mit Wimpern bis zum Horizont und bunte Manga-Kleidung - das sind die Markenzeichen von Jamie-Lee Kriewitz aus Bennigsen, einem Ortsteil von Springe. Wer die 17-Jährige noch nicht kennt: Sie ist es, die in diesem Jahr für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Stockholm fährt. Am Donnerstag hat sich die Jugendliche aus der Region Hannover in die Herzen der Zuschauer des ESC-Vorentscheids gesungen. Im 4.000-Seelen-Ort Bennigsen kennt eigentlich jeder jeden - und alle kennen Jamie-Lee.

Jamie-Lee auf den Spuren von Lena

In Bennigsen wartet ein gebührender Empfang

"Ganz Bennigsen ist stolz, fast ganz Bennigsen hat vor dem Fernseher gesessen", sagt Ortsbürgermeister Volker Gniesmer (SPD). "Das ist eine tolle Sache." Wenn die frisch gekürte ESC-Kandidatin nach Hause kommt, soll ihr dort ein feierlicher Empfang bereitet werden.

Ein Ort sitzt gebannt vor dem Fernseher

Beim Vorentscheid haben die Bennigser mitgefiebert und die Daumen gedrückt. "Das war ganz spannend", so Ilse Wedekind, "als ich alle Lieder gehört habe, habe ich gehofft, dass sie gewinnt". Und Olaf Burkschat ist noch ganz aufgeregt: "Ich bin total stolz auf sie, ich kenne sie auch privat", erzählt er. "Ich habe mich total gefreut, wir haben uns extra mit drei Mann getroffen, um das zu gucken." Klar, alle im Ort hätten den Vorentscheid geguckt, berichtet der Friseur um die Ecke, der die Familie Kriewitz ebenfalls kennt: "Ich fand das schön, sie hat gut gesungen", sagt Marcel Steinert.

Jamie-Lee

Niedersächsin Jamie-Lee beim ESC-Finale

Hallo Niedersachsen -

Die 17-jährige Jamie-Lee vertritt die deutschen Farben in Stockholm beim Eurovision Song Contest. Die Schülern gewann den Vorentscheid. Nun beginnt der Trubel.

4,27 bei 11 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

"Sie war immer schon was Besonderes"

Ihren Heimatort hat die junge Gesangshoffnung also voll auf ihrer Seite. Und ihre Bekanntheit färbt ja auch durchaus auf Bennigsen ab. "Wir werden jetzt berühmt", freut sich eine Frau. Viele Ortsansässige kennen die 17-jährige schon, seit sie ein kleines Mädchen war. Der Optiker im Ort erzählt, dass er schon mit ihrem Opa Fußball gespielt hat. Und die Bäckersfrau hat bereits die ganze Familie bedient, inklusive der ESC-Kandidatin: "Sie kommt auch ab und zu hier rein, kauft Brötchen, die Eltern kommen rein und der Bruder arbeitet hier auch im Ort", erzählt sie. "Wir sind alle sehr begeistert und wir wussten ja schon vorher, dass sie ein tolles Talent hat - sie war immer schon was Besonderes."

Schrill, bunt - und manchmal auch ganz normal

Ja, Jamie-Lee fällt auf, nicht zuletzt durch ihren extravaganten Kleidungsstil. Pullis in grellen Farben, Tierohren an der Kapuze, so kennen sie viele noch aus der Castingshow "The Voice of Germany". Die hat sie im vergangenen Jahr gewonnen - und war auf einen Schlag bekannt. Am Donnerstagabend beim ESC-Vorentscheid trug Jamie-Lee einen bunten Kopfschmuck mit Blumen und Pandabären im Haar. So habe sie aber nicht immer ausgesehen, erzählt Nachbar Volker Bohnhorst: "Als Kind natürlich nicht, das hat sich erst so in den letzten zwei Jahre herauskristallisiert." Natürlich laufe die 17-Jährige nicht immer so auffällig herum. "Sie macht ganz normal ihre Schule und da ist sie angezogen wie alle anderen Teenies auch."

Schule unterstützt die Künstlerkarriere

Trotzdem ist Jamie-Lee Kriewitz an ihrer Schule in Hameln natürlich bekannt. Dort macht sie ihr Abitur. Die Schule kommt ihr entgegen und beurlaubt sie, wenn die Gesangskarriere dies erfordert. "Sie ist sehr ehrgeizig, wie man ja auch im musikalischen Bereich sieht. Sie wird das Ziel Schule nicht aus den Augen verlieren", glaubt Schulleiter Johannes Stolle.

Springe lädt zum Public Viewing

Spätestens seit dem vergangenen Jahr wissen viele Mitschüler mit Jamie-Lees Namen etwas anzufangen, auch wenn sie nicht in dieselbe Klasse gehen. Es ist schließlich nicht alltäglich, jemanden auf der Straße oder auf dem Schulhof zu sehen, den man aus dem Fernsehen kennt. Und da drückt man der Mitschülerin, Nachbarin oder Bäckereikundin fast schon automatisch die Daumen, wenn es dann ernst wird in Stockholm. Springes Bürgermeister Christian Springfeld (FDP) plant jetzt schon ein Public Viewing auf dem Marktplatz, wenn am 14. Mai das ESC-Finale steigt. Er will sich in den nächsten Tagen auf die Suche nach Sponsoren dafür machen: "Ich glaube, Springe ist heute ganz beschwingt ins Wochenende gestartet", sagt Springfeld am Tag nach dem Vorentscheid. "Das ist natürlich schön und sorgt für viel gute Laune hier."

Weitere Informationen

Eurovision Song Contest - Alles zum ESC

Alle Infos rund um den ESC: Porträts der teilnehmenden Künstler, Gewinner, Platzierungen, Videos und Bilder zum Eurovision Song Contest. mehr

mit Video

Das Daumendrücken für Jamie-Lee hat sich gelohnt

Während Sängerin Jamie-Lee in Köln um den Sieg beim deutschen ESC-Vorentscheid gesungen hat, hatte ihr Heimatchor einen eigenen Auftritt in Hannover - und verhalf trotzdem mit zum Sieg. (26.02.2016) mehr

Jamie-Lee: Nächster Stopp ESC Stockholm

Eine 17-Jährige aus Bennigsen bei Hannover fährt für Deutschland nach Stockholm zum ESC. Die Schülerin gewann gestern den Vorentscheid in Köln. In der Region ist die Begeisterung groß. (26.02.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 26.02.2016 | 18:00 Uhr