Stand: 26.01.2016 09:50 Uhr

Bourani beschert Hamburg Glücksmomente

von Kristina Bischoff

Mit Schwung und dem Song "Füreinander gemacht" startet Andreas Bourani gegen halb neun seinen Auftritt in der Hamburger Arena. Trainiert, gut aussehend, dunkel gekleidet und mit dicken Silberringen an den Händen, sprintet er los in seine Arena-Konzert-Eingewöhnungsphase. Dazu hat er reichlich Platz: Auf seiner Bühne gibt es lediglich ein paar Videowände, seine Band, einen Laufsteg zur Hallenmitte und etwas farbiges Licht. Mehr braucht es nicht. Denn auf einem Bourani-Konzert geht's um was anderes: Musik natürlich - und Gefühle, die der Sänger nicht verstecken muss.

Bourani gibt Gas

Hauptsache intensiv

Mit "Nur in meinem Kopf" gibt Bourani weiter Gas. Seine Art zu singen ist mitreißend: ob christusartig mit vom Körper weggestreckten Armen, oder den Mikrofonständer eng umklammernd. Hauptsache, er kann intensiv sein. Oder auch "Ultraleicht" - wobei dieser Songtitel mehr nach einem Werbespot für ein Damen-Hygiene-Produkt als nach einer Liebeserklärung klingt. Und der Song selbst dem Auftakt ein bisschen das Tempo nimmt.

Light oder doch lieber voll fett?

Video
02:35 min

Andreas Bourani begeistert Fans in Hamburg

Hamburg Journal

Kaum stand Andreas Bourani in Hamburg auf der Bühne, machten die Fans ordentlich Stimmung. Mehr als zwei Stunden spielte er seine Hits und Balladen mit Tiefgang. Video (02:35 min)

Ob zu viel light dann doch nicht gut ist? Nach der ersten halben Stunde lugt er kurz um die Ecke, der Durchhänger. Doch er wird umgebogen - mit einem echten Geständnis: Fast hätte Bourani mit der Musik aufgehört, weil beim aktuellen Album "Hey" die Inspiration auf sich warten ließ. Bis ihn dann doch die Muse küsste und aus seinem Scheitern ein Erfolg wurde. Der Titelsong folgt, anfangs ein bisschen schräg gesungen, doch dann schön vollendet.

Überhit des Abends

Noch mehr wahre Worte und ein aktueller Charterfolg drehen weiter an der Stimmungsschraube: "Astronaut" heißt sein Duett mit dem ehemaligen Rüpel-Rapper und Kumpel Sido, der an diesem Abend nicht da ist. Doch Bourani hat die Lösung - er liefert den Rap einfach selbst. Das Publikum steht auf, tanzt, singt mit und macht das von jetzt an bis zum Schluss. Und es übernimmt an anderer Stelle sogar den Gesangsspart: bei "Auf uns", dem Überhit des Abends.

"Ich will noch nicht nach Hause"

Nach dem Hit ist vor den Zugaben. Dazu gibt's Konfettiregen und einen Sänger, der ungläubig staunend den Kopf schüttelt, sein Glück nicht fassen kann und sich gar nicht trennen mag. "Ich will noch nicht nach Hause", gesteht Bourani. Er setzt sich alleine ans E- Piano und spielt "Eisberg" an. Später dann, nach geschlagenen zwei Stunden, holt er seine Videokamera heraus. Andreas Bourani ist stolz wie Oskar, filmt Publikum, Halle und Schlussapplaus. Angeblich, um seinen Fans im Internet zu zeigen, wie toll das alles war. Aber vielleicht wollte er auch einfach nur diese Glücks-Momente in Hamburg für sich selbst "einfrieren".