Stand: 26.05.2016 23:00 Uhr

AC/DC in Hamburg: Neue Stimme - beste Stimmung

von Sascha Sommer

War das eine spektakuläre Rock-Show von AC/DC im Hamburger Volksparkstadion! Unterstützt von Axl Rose, der Brian Johnson als Sänger vertrat, brachten Angus Young & Co. die Arena zum Beben, in der sonst der HSV seine Heimspiele absolviert.

Die Erwartungen an Guns-N'-Roses-Frontmann Axl Rose waren hoch. Um es vorwegzunehmen: Er hat sie erfüllt! 46.000 Fans erlebten im Hamburger Volksparkstadion eine Band, die kein bisschen Energie verloren hat. Eine Band, die auch mit Leadsänger Axl Rose kein bisschen leiser geworden ist. AC/DC haben ihr gut zweistündiges Feuerwerk gezündet - vom Anfang mit "Rock Or Bust" bis zum Schluss - traditionell mit "For Those About To Rock" und viel Getöse.

Hamburg rockt mit AC/DC

Axl überzeugt auch die Skeptiker

Setlist

1. Rock Or Bust
2. Shoot To Thrill
3. Hell Ain't A Bad Place To Be
4. Back In Black
5. Rock'n'Roll Thunder
6. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
7. Rock'n'Roll Damnation
8. Thunderstruck
9. High Voltage
10. Rock'n'Roll Train
11. Hell's Bells
12. Givin The Dog A Bone
13. Dog Eat Dog
14. If You Want Blood You Got It
15. Sin City
16. You Shook Me All Night Long
17. Shot Down In Flames
18. Have A Drink On Me
19. T.N.T.
20. Whole Lotta Rosie
21. Let There Be Rock
22. Highway To Hell (Zugabe)
23. Riff Raff (Zugabe)
24. For Those About To Rock (Zugabe)

Viele Konzertbesucher, die wir vor oder auch nach dem Konzert ansprachen, gestanden eine gewisse Skepsis, was "Neumitglied" Axl angeht. Ein Mann kam an diesem Abend nur wegen des schon gebuchten Fluges zum Konzert nach Hamburg. Ein anderer Fan hatte noch überlegt, seine Karte zu verkaufen, als die Band im April verkündete, dass der Guns-N'-Roses-Sänger kurzfristig für den erkrankten Brian Johnson einspringt. Am Ende des Abends bereute er seine Entscheidung nicht, doch dabei gewesen zu sein. Er wurde sogar belohnt: Nach einer etwas ruhigeren Eingewöhnungsphase brach das "Black Ice" auch bei den Letzten, als Zeit für "Thunderstruck" war.

Axl/DC - das passt

Stimmlich und mit geschlossenen Augen fällt nicht unbedingt sofort auf, dass dort nicht mehr Brian Johnson am Mikrofon steht. Hin und wieder kommt dann doch die etwas höhere Stimmfarbe von Rose durch, vor allem bei "You Shook Me All Night Long“. Zur Zugabe zeigt er sich ein bisschen als Altrocker - mit rotem Nickituch als Stirnband, darüber hängt die Sonnenbrille. Wie zu früheren Guns-N'-Roses-Zeiten.

Rad nicht neu erfunden

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Mehr als ein Ersatz für Brian Johnson: Axl Rose.

Wer schon das NDR 2 Konzert im Juni 2015 auf dem Messegelände in Hannover besucht hat, für den ist - abgesehen von Axl Rose und geringer Abwechslung in der Setlist - nicht viel passiert. Auch das Bühnenbild selbst hat sich während der "Rock Or Bust"-Welttour natürlich nicht geändert. Trotzdem lässt die Band keinen Klassiker aus: "Back in Black", "T.N.T.", "You Shook Me All Night Long", "Hell's Bells" mit der gigantischen, schwingenden Glocke über der Bühne, "Shoot To Thrill", "Whole Lotta Rosie" oder in der Zugabe selbstverständlich auch "Highway To Hell". Es zeigt sich einmal wieder: Angus Young ist ein Entertainer und sicher ohne Zweifel der beste Gitarrist der Welt. An diesem Abend beweist er das nicht nur bei "Let There Be Rock" mit seinem annähernd 15-minütigen Solo.

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Überraschung für die Fans

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46.000 Fans waren dabei und begeistert.

Wer die Setlist vom Donnerstagabend genauer anschaut, dem fällt auf: "Riff Raff" oder "Rock'n'Roll Damnation" spielten AC/DC schon lange nicht mehr auf der Bühne, vor allem nicht in Deutschland. Vielleicht sind es auch die 15 Kanonen-Salven am Ende des Konzerts, die das Gehör von Brian Johnson über die Jahre haben leiden lassen. Mit Axl hat die Band aber einen würdigen Vertreter gefunden - für den Rest dieser Welttournee. Und vielleicht sogar noch für die nächste. Power dafür hätten sie zumindest noch genug.

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