Stand: 02.04.2015 09:00 Uhr

Schotty zwischen Himmel und Hölle

von Kathrin Otto

Eine Haustür am Valentinskamp in Hamburg springt auf und ein Mann stürmt heraus. Er reißt sich einen weißen Schutzanzug vom Leib, wirft ihn auf die Ladefläche seines kleinen Pick-ups und rennt die Straße hinunter. Ein Quad wird gestartet und nimmt die Verfolgung auf. Darauf: eine Frau, drei Männer - und eine Kamera. In der Hamburger Innenstadt wird an diesem Nachmittag eine neue Folge von "Der Tatortreiniger" gedreht. Der Mann, der von der Kamera verfolgt wird, ist Hauptdarsteller Bjarne Mädel alias Heiko Schotte. Sein Team und er drehen gerade die 22. Episode der Serie, "Anbieterwechsel" heißt sie.

Hinter den Kulissen von "Anbieterwechsel"

Schotty und die Sache mit der Religion

Wieder muss Schotty sterbliche Überreste entfernen. Einsatzort dieses Mal: eine Agentur für religiöse Angelegenheiten. Die berät Kunden, welche Religion am besten zu ihnen passen - und organisiert einen unkomplizierten Wechsel wie bei einem Handyvertrag. Und wo Schotty nun schon einmal da ist, versucht Inhaberin Constanze Krüger, gespielt von Anna Schudt, ihn als neuen Kunden zu gewinnen. So sieht sich Schotty, der sonst - egal, wie ausweglos die Tabellensituation auch ist - vor allem an den HSV glaubt, plötzlich in ein Gespräch über Religion, das Leben und seinen Sinn verwickelt.

Action, Schotty!

Doch bei diesem Dreh ist es mit auf dem Boden knien und putzen - dem Tatortreinigen - nicht getan. Dieses Mal hat Schotty richtig Action, genauer gesagt: eine echte Actionszene. Und die wird gerade gedreht - und ist ziemlich aufwendig. Denn die Szene ist eine sogenannte Planszene, eine, die ohne jegliche Zwischenschnitte auskommt: Schotty diskutiert im Haus, spurtet los, raus aus dem Haus und im Anzug die Straße entlanglaufen, um die Ecke rum, an einer Haustür klingeln, Treppe rauf, in die Wohnung und sofort eine längere Unterhaltung führen. Alles, ohne dass der Kameramann sich auch nur ein unscharfes Bild erlauben darf, auf dem Fußweg jemand im Weg steht oder Schotty und seine Drehpartnerin beim Text patzen dürfen. Geht etwas schief, muss die ganze Szene noch einmal gedreht werden. Das klappt nicht gleich beim ersten Durchlauf zu aller Zufriedenheit, aber natürlich klappt es.

Drei neue Folgen sind abgedreht

Die restlichen Szenen sind dann zum Glück etwas einfacher zu drehen. Obwohl die Schauspieler, wie gewohnt bei dieser Serie, viel Text lernen müssen und die Zeit mal wieder eng ist. Fünf Drehtage hat das Team für die Folge. Danach wird die Requisite die Location, ein ansonsten leerstehendes Haus, das sie vier Tage lang mit allerlei Zeug in die Agentur für religiöse Angelegenheiten verwandelt hat, wieder in ihren Urzustand bringen. Für Regisseur Arne Feldhusen geht es im Anschluss in den Schnitt, drei Tatortreiniger-Folgen, die er gerade gedreht hat, müssen fertig produziert werden. Bjarne Mädel kann dann erst mal kurz verschnaufen - und sich wieder seiner wahren Religion, dem HSV widmen. Den weißen Schutzanzug kann er erst mal auf der Ladefläche des Pick-ups liegenlassen. In Zukunft wird er ihn aber sicher wieder brauchen.

Dieses Thema im Programm:

Der Tatortreiniger | 15.06.2017 | 23:30 Uhr

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