Stand: 28.02.2017 15:26 Uhr

Dean Lewis: Von Videospielen zur Musik

von Matthes Köppinghoff

"Ich bin groß, aus Australien, habe lockige Haare und ich mache Musik!" So stellt sich Dean Lewis vor, und tatsächlich sieht er aus wie ein Surfer. Aber: Er ist weder ein Fan von Strand, noch vom Schwimmen ("zu viele Haie bei uns"). Stattdessen schreibt er lieber Songs. Aktuell ist er mit seiner Single "Waves" sehr erfolgreich, für seine erste noch nicht veröffentlichte EP hat er bereits unglaubliche 150 Songs geschrieben.

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Lockenkopf aus Australien: Dean Lewis war bei NDR 2 zu Gast.

"Wir Australier schauen - wenn es um Musik geht - zuallererst nach England und auch nach Amerika. Bei uns wird sehr viel englische Musik gespielt, alle meine Lieblingsbands kommen da her. Für mich hat es also Sinn gemacht, mich in England auszuprobieren und zu schauen was so passiert - einen richtigen Plan hatten wir aber nicht", erzählt der Musiker. Dean Lewis hat ein großes Faible für die britische Musikszene. Seinen Hit "Waves" hat er ausgerechnet im kleinen englischen Hitchin geschrieben - da, wo James Bay geboren wurde. Ein Vorzeichen?

"Hitchin ist ungefähr eine Stunde von London entfernt, die perfekte Umgebung, um Songs zu schreiben und zu entspannen - und ja, James Bay und Rhodes kommen auch da her. Schon verrückt, was da für Persönlichkeiten herkommen aus dieser typisch englischen und wirklich kleinen Stadt auf dem Land."

Songs wie am Fließband

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"Waves" heißt das Debüt von Dean Lewis.

Genau wie James Bay es 2015 vorgemacht hat, geht jetzt auch Dean Lewis ans Werk: Er schreibt Songs am Fließband, lässt sich dann aber extrem viel Zeit und wählt die besten sehr sorgfältig aus. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind dabei stolze 150 Songs entstanden - und währenddessen hat er auch ab und an den Überblick verloren: "Es ist mittlerweile echt verwirrend - ich habe eine Computer-Ordner voll mit Songs, bei denen mein Manager auch schon gemeint hat: 'Der ist echt gut'. Und ich wusste dann echt nicht, welchen er gerade meinte. Auch mein jüngerer Bruder, mein ehrlichster Kritiker, hat mal einen meiner Songs gesungen, und ich wusste nicht, von wem der war. Tatsächlich war das 'Waves'! Das sind so viele Songs, da kann man sich schon mal ein wenig verlieren."

Der bekennende Fan von Noel Gallagher und Catfish & The Bottlemen ist fast schon ein wenig übereifrig, was das Songwriting angeht. Ein Ende seines Schreibwahns ist auch noch nicht in Sicht - obwohl Deans Manager schon ein bisschen drängelt. "Der sagt: 'Nee, werde jetzt mal fertig, hör' jetzt mal auf zu schreiben!' Und er hat ja Recht, da liegt jetzt erst mal mein Fokus drauf - fertig werden, Musik rausbringen. Aber ich schreibe trotzdem weiter an neuen Sachen. Das ist so ein bisschen, als würde ich einen Gang zurückschalten.“

Professioneller Gamer

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Im Interview erzählt Dean Lewis (re.) NDR 2 Reporter Matthes Köppinghoff von seinem Faible für Computerspiele.

Wenn es nach ihm geht, dann erscheint seine Debüt-EP im April. Und er will unbedingt nach Deutschland wiederkommen. Berlin und Hamburg haben ihm sehr gefallen, sagt er, und auch Milky Chance höre er sehr gern. Hauptsache, es kommen ihm keine Videospiele dazwischen. Zwar war die Gitarre "seine erste Liebe“, aber tatsächlich hat Dean 2005 an den World Cyber Games in Singapur teilgenommen. Damals hat er zusammen mit seinem Bruder für Australien professionell gezockt und sogar einen stolzen fünften Platz belegt.

"Aus irgendeinem Grund bin ich sehr gut bei First-Person-Shooter-Games [Anm. d. Red.: bei cleveren Ballerspielen] - jetzt habe ich da kaum noch Zeit für. Das letzte Mal habe ich vor etwa drei Monaten gespielt. Das ist aber auch okay, ich bin da etwas obsessiv. Wenn ich eines anfangen würde, würde ich so schnell auch nicht mehr aufhören." Hoffen wir also, dass seine Haupt-Leidenschaft, die Musik, ihn weiterhin in Beschlag nimmt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | 02.03.2017 | 21:00 Uhr

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