Stand: 23.09.2015 21:30 Uhr

Neue Kiez-Attraktion: Klubhaus eröffnet

Der Hamburger Kiez hat eine neue Attraktion: Das Klubhaus St. Pauli am Spielbudenplatz ist am Mittwochabend vom Sänger Udo Lindenberg eingeweiht worden, pünktlich zum Start des zehnten Reeperbahn Festivals. Der Neubau zwischen dem Docks und dem Schmidt-Theater beherbergt unter anderem mehrere Musikclubs und Bars. "Star" des neuen Gebäudes ist allerdings die Medienfassade, die großflächige Licht- und Videoinstallationen ermöglicht.

Klubhaus St. Pauli: Lindenberg knipst Licht an

Auf der Fassade sind neben Kunst, Werbung und Programm-Hinweisen auch Nachrichten und Wetter zu sehen. Strehlitz: "Zudem können Menschen mit der Leinwand interagieren - per Twitter." Auch können beispielsweise Konzerte oder Sportevents dort live übertragen werden. "Das Objekt ist einzigartig und wird zukünftig eine Strahlkraft weit über Hamburg hinaus haben", hatten Corny Littmann und Axel Strehlitz kurz vor der Eröffnung im Gespräch mit NDR.de gesagt. Die beiden sind neben Norbert Aust, Rainer Blohm und Matthias Leßmann die Bauherren des Klubhauses.

Theater Schmidtchen schon seit Juni geöffnet

Für Littmann ist das Klubhaus insgesamt eine große Bereicherung für Hamburg: "Hier ist eine Vielfalt in einem Haus vereint, die es nirgendwo sonst gibt. Das Klubhaus ist ein wahrer Leuchtturm für die Medienstadt Hamburg." Auch das Theater Schmidtchen, das bereits am 6. Juni mit einer Gala eingeweiht worden war, ist im neuen Unterhaltungstempel zu finden. Die direkt angeschlossene Bar Alte Liebe sorgt für die Theatergastronomie und wird zum Reeperbahn Festival unter anderem zur Lesebühne. Noch nicht fertig ist eine Trattoria im ersten Obergeschoss, die die Partygänger kulinarisch versorgen soll.

Sieben Spielstätten beim Reeperbahn Festival

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Die Bauherren erhoffen sich durch die Medienfassade viel Aufmerksamkeit.

Im Keller gibt es einen Musikclub für bis zu 400 Besucher - den Bahnhof Pauli. Dort wurde auf 350 Quadratmetern ein S-Bahnhof nachgebaut. Der Sommersalon und das Kukuun, die im alten Gebäude untergebracht waren, haben auch im neuen Haus eine Heimat gefunden. Zudem gibt es einen weiteren Live-Musikclub: Das Häkken wird von den Reeperbahn-Festival-Machern betrieben. In allen vier Clubs gibt es beim Festival Konzerte. Auch die Ausstellung "Zehn Jahre Reeperbahn Festival" ist im Klubhaus zu sehen, außerdem finden dort auch Fachkonferenzen der Musikwirtschaft statt. Mit insgesamt sieben Spielstätten ist das Klubhaus das gefühlte Festival-Zentrum.

Bar im Dachgeschoss noch nicht fertig

Im obersten Stockwerk des Gebäudes ist eine Cocktailbar geplant, die allerdings wohl erst im Dezember eröffnen wird. Sie hat eine große Terrasse mit Blick auf den Spielbudenplatz. Erreichbar ist die Bar mit einem gläsernen Fahrstuhl, der seitlich an der Fassade installiert wurde. Auch die Spielbuden-Betreibergesellschaft wird ihr Büro im Klubhaus einrichten. Zudem können sich Spielefans ab Oktober auf ein "Escape The Room"-Abenteuer im dritten Obergeschoss freuen - das Skurrilum. Gleich drei Räume wurden gebaut: ein Zauberraum, eine Schatzinsel und eine alte Kiez-Kneipe. In dem Spiel geht es für Gruppen von bis zu acht Personen darum, innerhalb von einer Stunde aus diesen Räumen zu entkommen - dafür müssen sie Rätsel knacken und Aufgaben lösen.

Altes Gebäude 2013 abgerissen - Neubau kostete 17 Millionen Euro

Der Bau des Klubhauses kostete etwa 17 Millionen Euro - alleine vier Millionen Euro die Fassade - und blieb laut Bauherren im geplanten Kostenrahmen. Das Gebäude hat auf fünf Stockwerken eine Gesamtfläche von rund 5.000 Quadratmetern auf dem 860 Quadratmeter großen Grundstück. Im September 2013 war der Abriss des alten Gebäudes - ein baufälliges Objekt aus den 1950er-Jahren - gestartet. Baubeginn des Klubhauses war im Januar 2014, ein Jahr später startete der Innenausbau.

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