Stand: 28.06.2015 11:00 Uhr

Linke kämpfen gegen Olympia in Hamburg

Hamburgs Linke wollen Olympische Spiele in der Hansestadt verhindern. Der Landesparteitag hat am Sonnabend im Bürgerhaus Wilhelmsburg beschlossen, sich der (N)Olympia-Bewegung anzuschließen. 98 der 104 Delegierten sprachen sich dafür aus, für ein Nein beim Olympia-Referendum am 29. November zu werben. Sechs Delegierte enthielten sich der Stimme. "Olympia hat enorme Risiken und Nebenwirkungen für die Menschen in unserer Stadt", sagte Landessprecher Rainer Benecke. Die Spiele und die dafür nötigen Milliardenausgaben würden die soziale Spaltung massiv verschärfen. Zudem würde der Senat die Stadtentwicklung an Investoren abgeben.

Es soll ein möglichst breites Bündnis gegen Olympia auf die Beine gestellt werden, zu scharfe Töne soll es deshalb nicht geben, wie NDR 90,3 berichtete. Am Sonnabend, 4. Juli, wollen die Linken im gesamten Stadtgebiet an Infoständen für ein Nein zur Olympia-Kandidatur werben. Die Linken hatten sich schon vor Monaten als einzige in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretende Partei klar gegen Olympische Spiele 2024 in Hamburg positioniert.

Entscheidung gegen Missbrauch des Sports

Das Nein zu Olympia richte sich nicht gegen den Sport, "sondern gegen den Missbrauch des Sports und der Sportbegeisterung", betonte die Partei. Die Linken befürchten zudem hohe Kosten und verwiesen auf die Sommerspiele 2012 in London. Dort war ursprünglich mit 1,9 Milliarden Euro kalkuliert worden. "Auf der Schlussrechnung stehen jetzt mehr als 14 Milliarden Euro."

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.06.2015 | 11:00 Uhr