Stand: 13.11.2015 14:23 Uhr

Olympia: 20 Prozent haben schon abgestimmt

Rund zwei Wochen vor Ablauf (29. November) gibt es in Hamburg eine rege Beteiligung am Olympia-Referendum für die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 in der Hansestadt. Nach Angaben von Sportsenator Michael Neumann (SPD) haben bereits mehr als 20 Prozent der knapp 1,3 Millionen Abstimmungsberechtigten ihr Votum per Brief abgegeben. Das Referendum ist angenommen, wenn es mehr Ja- als Nein-Stimmen gibt und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten (259.883) mit Ja stimmen. Bis zum 5. Februar 2016 muss Hamburg dann beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Lausanne die Bewerbung eingereicht haben. Im September 2017 entscheidet das IOC endgültig über die Vergabe der Spiele.

Spiele am Wasser: Hamburgs Olympia-Plan

Fegebank: "Wir wollen Spiele neuen Typs"

Am Donnerstag nutzten fast alle Fraktionen in der Hamburgischen Bürgerschaft die Chance, um für das Mega-Sportereignis zu werben. Vor allem Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) rührte eindringlich die Werbetrommel. Olympia biete eine großartige Chance für die Entwicklung der Stadt, sagte Fegebank in der Aktuellen Stunde. Allerdings sprach sie sich nicht für Hochglanz-Spiele, sondern für Zurückhaltung aus. "Wir wollen Spiele neuen Typs, wir wollen Spiele, die bescheiden sind. Spiele, die Schluss machen mit der Gigantonomie vergangener Tage." Außerdem wiederholte sie das Versprechen von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), wonach Hamburg maximal 1,2 Milliarden Euro bezahlen werde. Hamburg mache ein Angebot, das das IOC nicht ablehnen könnte, wenn es seine eigene Reformagenda ernst meine.

Olympia helfe auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise

Nach Überzeugung der Grünen würde Olympia auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise helfen. "Mit Olympia geht das besser", sagte Fraktionschef Anjes Tjarks. Außerdem sei keine andere Bewerberstadt so transparent wie Hamburg. Während Mitbewerber wie Budapest oder Paris Kostenschätzungen zwischen 2,5 und 6,2 Milliarden angeben, rufe Hamburg dagegen maximal 11,2 Milliarden Euro auf.

Auch der CDU-Fraktionschef André Trepoll sprach sich für die Spiele aus. Olympia sei eine "Jahrhundertchance". "Nicht nur für den Sport, sondern für die ganze Stadt". Allerdings kritisierte er Scholz wegen dessen Finanzierungspoker mit dem Bund. "Den Bund bei der Finanzierung einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen, hat der Olympiabewerbung nicht gut getan. So verhandelt man nicht erfolgreich." Auch die FDP spricht sich für die Spiele in der Hansestadt aus."Es ist gut, dass der Sprung über die Elbe, dass Infrastruktur- und Sportstättenausbau mit Augenmaß, ökonomischer und ökologischer Klugheit geplant werden", sagte FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding. Auch die rechtskonservative AfD ist für Olympia, warnte aber vor Risiken.

Alle sagen Ja, nur die Linken Nein

Einzig die Linken sperren sich gegen Olympia. Sie verwiesen auf die aus ihrer Sicht unglaubwürdigen Kostenkalkulationen, sowie auf die Skandale bei FIFA, DFB und auf den wegen Dopings drohenden Ausschluss Russlands bei den Olympischen Spielen 2016. Außerdem wiesen sie auf den bislang vorliegenden Vertrag des IOC für Olympia hin, nach dem es kaum Veränderungen zu früheren Abschlüssen gebe, sagte der Abgeordnete Mehmet Yildiz. So würde weiterhin die Austragungsstadt für alles haften, während das IOC steuerbefreit bleiben solle. Ebenso inakzeptabel sei die Verpflichtung, Demonstrationen während der Spiele in der Nähe von Wettkampfstätten vorab vom IOC genehmigen zu lassen. CDU-Fraktionschef André Trepoll kritisierte die Gegner: "Blut und Asche statt Feuer und Flamme - das ist offensichtlich das Motto der Olympiagegner."

Weitere Informationen

Olympia-Abstimmung ohne Finanz-Garantien aus Berlin

Ohne finanzielle Zusagen des Bundes müssen die Hamburger bis zum 29. November über die Olympia-Bewerbung abstimmen. Berlin wird wohl erst Anfang Februar entscheiden, ob es die erhofften Milliarden beisteuert. (11.11.2015) mehr

32 Bilder

Hamburgs Sportstätten für Olympia

Hamburg will 2024 die Olympischen Spiele ausrichten. Wo sollen die Athleten um Medaillen kämpfen? NDR.de gibt einen Überblick über die geplanten Sportstätten. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 12.11.2015 | 17:30 Uhr