Stand: 23.11.2016 12:00 Uhr

Frieda Hämmerling: Neue Klasse, neue Erfolge

von Arne Helms

Sie ist jung, aber schon ziemlich erfolgsverwöhnt. Ruderin Frieda Hämmerling wurde 2015 zusammen mit Annemieke Schanze Junioren-Weltmeisterin im Doppelzweier und zu Schleswig-Holsteins Sportlerin des Jahres gewählt. Jetzt, ein Jahr später, ist das Boot noch dasselbe, doch alles andere hat sich für die 19-Jährige verändert. Denn Hämmerling stieg in die Altersklasse U23 auf. Das ist eine harte Zäsur. Die neuen Gegnerinnen auf dem Wasser sind älter, taktisch cleverer und physisch stärker. Umso erstaunlicher, wie nahtlos die Kielerin den Übergang geschafft hat. Mit ihrer neuen Partnerin Julia Leiding aus Rostock gewann sie auf Anhieb die Deutsche Meisterschaft und ruderte ins Finale der Weltmeisterschaften.

"Da muss man sich erstmal reinfuchsen"

Im WM-Finale "gestorben" - und doch happy

Trotzdem musste sich Hämmerling umgewöhnen. "Alle ballern in den Rennen so doll los wie sie können. Und wenn sie am Ende sterben, dann ist das halt so", beschreibt sie den größten Unterschied. Wenn Ruderer "sterben", geht ihnen am Ende eines Rennens die Kraft aus. Hämmerling hat diesen Moment am 26. August zu spüren bekommen, im WM-Finale von Rotterdam auf einem gefluteten früheren Flughafen und bei drehenden Winden. Dort "starb" das Duo Hämmerling/Leiding und hatte auf den neuen Weltmeister Großbritannien einen Rückstand von 17 Sekunden - im Rudern sind das Welten. Am Ende blieb "nur" Rang fünf für die erfolgsverwöhnte Frieda Hämmerling. Zu wenig?

Training am Olympiastützpunkt Hamburg

Die Kielerin schüttelt den Kopf: "Vor der Saison konnten wir vom WM-Finale nur träumen, es war ja das erste Mal in der U23. Da muss man sich erstmal reinfuchsen." Klar, viele Gegnerinnen sind schon erfahrener und haben auch schon große Regatten gewonnen. "Aber wenn man alles zusammen betrachtet, ist es nicht schlecht gelaufen für uns", findet Hämmerling. Außerdem sind die 2.000-Meter-Rennen oft von viel mehr Taktik geprägt als noch im Juniorenbereich. "An dieses Niveau mussten wir uns erst gewöhnen", erklärt die 19-Jährige von der RG Germania Kiel. Sie wohnt inzwischen in Hamburg in einer WG, studiert BWL und trainiert am Olympiastützpunkt in der Hansestadt. Dort arbeitet Frieda Hämmerling hart für ihr großes Ziel, die Olympischen Spiele in Tokio 2020. "Es ist ein hoch gestecktes Ziel, aber es ist machbar", findet die Kielerin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.12.2016 | 20:00 Uhr