Stand: 23.06.2015 13:36 Uhr

Wildcard für Zverev - Werben um Haas und Nadal

von Andreas Bellinger, NDR.de

Die Rothenbaum-Wildcard mit dem Namen Alexander Zverev liegt schon bereit. Auch wenn der 18 Jahre alte Tennisprofi erst langsam wieder in Fahrt kommt, ist der Halbfinalist des Vorjahres als Hamburger Lokalmatador bei dem mit 1,26 Millionen Euro dotierten Sandplatzturnier (27. Juli bis 2. August) eine feste Größe. "Vielleicht ist er ja wieder erfolgreich, obwohl es bestimmt nicht leichter wird, jetzt wo ihn alle kennen", sagte Turnierchef Michael Stich am Dienstag in der Hansestadt. Als Topspieler der Veranstaltung in der Hansestadt präsentierte der frühere Wimbledonsieger den Spanier David Ferrer: "Er gehört seit 2010 kontinuierlich zu den Top 10, ist der wohl fitteste Spieler auf der Tour. Wer hier gewinnen will, muss an ihm vorbei."

Tennis-Hoffnung Zverev auf dem Weg nach oben

Kohlschreiber Hoffnungsträger im deutschen Trio

Einer der großen Widersacher des 33-Jährigen könnte Philipp Kohlschreiber sein, der wie Zverev und Florian Meyer am Rothenbaum aufschlagen wird. Die Hoffnung, dass aus dem deutschen Tennis-Trio durch ein Engagement von Tommy Haas vielleicht noch ein Quartett wird, hat Stich noch nicht aufgegeben. "Es ist doch klar, dass wir ihn sehr, sehr gerne hier hätten. Und natürlich sind wir in Gesprächen mit ihm. Vielleicht kommen wir noch zusammen. Das hängt aber auch davon ab, wie es seiner Schulter geht." Abwarten und hoffen, was in Wimbledon (29. Juni bis 12. Juli) passiert, ist auch das Thema bei Rafael Nadal, den Stich nur zu gerne verpflichten würde. Bei Roger Federer hat es nach dessen Wimbledon-Zweitrunden-Desaster 2013 schon mal geklappt.

Noch zwei Wildcards warten auf geeignete Kandidaten

Während Vorjahressieger Leonardo Mayer aus Argentinien nicht im Feld der 32 Tennisprofis steht, sind vier fühere Champions dabei: Gilles Simon (Frankreich/2011), Tommy Robredo (Spanien/2006), Fabio Fognini (Italien/2013) und Juan Monaco (Argentinien/2012). Dagegen haben die Lokalmatadoren Mischa Zverev, Tobias Kamke und Julian Reister aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen nicht einmal die Chance auf eine Wildcard, wie Stich nach Gesprächen mit dem Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann und dem Sportdirektor des Deutschen Tennis Bundes (DTB), Klaus Eberhard, entschieden hat. Dabei stehen noch zwei Startplätze zur Verfügung. "Es ist nicht leicht, geeignete Spieler dafür zu finden", sagte Stich. "Das habe ich auch noch nicht erlebt."

Show-Auftakt der Wimbledonsieger: Stich gegen Ivanisevic

Während die großen Stars nach dem Rasen-Klassiker in Wimbledon und vor der Hartplatz-Saison in Übersee wieder einen Bogen um das Sandplatzturnier in der Hansestadt machen, dürfen sich die Tennisfans auf einen Klassiker vergangener Tage freuen. Am Sonntag vor dem offiziellen Start am Rothenbaum greifen die beiden Wimbledonsieger Stich und Goran Ivanisevic zum Schläger. "Er hat immer ungern gegen mich gespielt, aber diesmal ist er wohl im Vorteil", sagte der Turnierdirektor. "Als Trainer von Marin Cilic steht er jeden Tag auf dem Court. Hoffentlich kann ich einigermaßen mithalten."

Michael Stich - Tennis nahe der Perfektion

Seine Technik war brillant, sein Ballgefühl enorm: Michael Stich zählt zu den herausragenden deutschen Tennisspielern. Der gebürtige Pinneberger gewann Wimbledon, die ATP-WM und den Davis Cup. mehr