Am 2. November 1988 in Bad Oldesloe geboren, entdeckt Julia Görges über ihre Eltern schon früh den Tennissport als ihre Leidenschaft. Mit fünf Jahren hält sie zum ersten Mal einen Schläger in der Hand.
Erfolge stellen sich bei der talentierten Schleswig-Holsteinerin schnell ein. Mit Madrid und Aarhus gewinnt Görges 2004 zwei ITF-Junioren-Turniere.
Nach der Mittleren Reife konzentriert sich Görges voll aufs Tennis und wird 2005 Profi. Mit Trainer Björn Jacob (l.) geht es stetig bergauf.
Aufschlag und Vorhand sind die Paradeschläge der Rechtshänderin. Ihre Vorbilder sind Martina Hingis und Roger Federer. "Sie schlug nicht am schnellsten, aber baute das Spiel sehr intelligent auf. Und natürlich spielt Roger Federer Tennis wie aus einer anderen Welt", sagt Görges.
Die 1,80 Meter große Brünette arbeitet sich über Weltranglistenplatz 425 im Jahr 2006 unaufhaltsam vor. Nummer 131 ein Jahr später, kratzt sie 2008 als 102. der WTA-Rangliste an der Top 100.
Als persönliches Highlight bezeichnet die leidenschaftliche Kino-Gängerin ihren ersten Auftritt 2008 in Wimbledon. In einem knapp vierstündigen Marathon-Match schlägt sie die Slowenin Katarina Srebotnik im dritten Satz mit 16:14.
Ebenfalls 2008 gibt die damals 19-Jährige ihr Debüt im deutschen Fed-Cup-Team. Für die Viertelfinalpartie gegen die USA wird sie von Teamchefin Barbara Rittner nominiert, hat gegen Lindsay Davenport aber keine Chance (1:6, 2:6).
Im Doppel gewinnt Görges 2009 ihren ersten WTA-Titel - mit Vladimira Uhlirova in Portoroz. Es folgen weitere, wie mit Anna-Lena Grönefeld (l.) aus Nordhorn 2010 in Kopenhagen.
Seit 2009 wird die Bad Oldesloerin von Sascha Nensel trainiert, der jahrelang Nicolas Kiefer gecoacht hat.
Den Durchbruch schafft sie im Jahr 2010. In Bad Gastein gewinnt Görges ihren ersten WTA-Einzel-Titel und klettert bis zum Ende des Jahres unter die Top 50 der Welt.
Dass die hübsche Norddeutsche auch abseits des Tenniscourts ein gute Figur macht, fällt den einschlägigen Medien schnell auf. Als "gorgeous" (hinreißende) Görges wird sie desöfteren in der englischsprachigen Welt beschrieben.
Hinter Andrea Petkovic (l.), mit der sie ab und zu ein Trainingsmatch einschiebt, und Sabine Lisicki ist Görges die Nummer drei im deutschen Frauen-Tennis.
Das Jahr 2011 lässt sich gut an. Bei den Australian Open steht Görges erstmals in ihrer Karriere in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers.
Görges steckt sich ein klares Ziel für 2011: "Ich will so schnell wie möglich unter die besten 32 kommen, um bei den Grand-Slam-Turnieren gesetzt zu sein."
Ihr Etappenziel hat sie bereits vor ihrem überraschenden Sieg beim Turnier in Stuttgart erreicht. Es ist ihr zweiter Erfolg auf der WTA-Tour.
Im Finale gegen die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (l.) bringt sie dabei sämtliche Aufschlagspiele durch. Es ist der erste Sieg einer deutschen Spielerin in Stuttgart seit 17 Jahren.
Die Bad Oldesloerin bestätigt ihre starke Form nur zwölf Tage später mit dem nächsten Sieg gegen die Nummer eins der Welt. Im Achtelfinale von Madrid bezwingt sie Wozniacki mit 6:4, 1:6, 6:3.
Im Halbfinale ist dann aber in der spanischen Hauptstadt Schluss. Trotzdem klettert Görges in der Weltrangliste weiter nach oben und darf sich nach den French Open auf Position 16 zur erweiterten Weltspitze zählen.
In Wimbledon ist für die Bad Oldesloerin in der dritten Runde Endstation. Ihr bisher bestes Ergebnis in London.
Bei den US Open schafft es Görges erneut in die dritte Runde. Gegen die Chinesin Peng Shuai verliert sie mit 4:6, 6:7.
2011 ist Görges' erfolgreichstes Jahr. Sie hat bei allen Grand-Slam-Turnieren die dritte Runde erreicht und steht zum Jahresende in der Weltrangliste auf Platz 21.