Stand: 21.08.2016 17:20 Uhr

Cyclassics: Ewan gewinnt nach Protest

Zwei Küsschen für den Sieger: Caleb Ewan (M.) bei der Siegerehrung.

Caleb Ewan hat den erneuten Heimsieg eines deutschen Radprofis bei den Cyclassics in Hamburg knapp verhindert. Ein Jahr nach dem Erfolg des Rostockers André Greipel trug sich der Australier nach 217,7 Kilometern überraschend in die Siegerliste des einzigen deutschen WorldTour-Rennens ein und kam vor John Degenkolb ins Ziel. Allerdings war ein Protest nötig. Der eigentlich schnellste, aber unsauber sprintende Nacer Bouhanni wurde zurückversetzt. Der Franzose hatte eine "Welle"gefahren und Ewan dabei deutlich behindert. "Bouhanni hat im Schlussspurt seine Linie verlassen und mich behindert. Ich weiß gar nicht genau, ob mein Team protestierte, aber egal - ich habe gewonnen, obwohl ich einen regulären Erfolg besser gefunden hätte", sagte Ewan.

Degenkolb unterstreicht gute Form

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John Degenkolb freut sich über seinen zweiten Platz.

Degenkolb, 2013 in Hamburg Sieger, hat sich mit einem starken Rennen erfolgreich zurückgemeldet. Der Klassiker-Spezialist, der im Januar folgenschwer verunglückt war, bewies nach seinem Sieg auf der Final-Etappe des Artic-Race in Norwegen am vergangenen Sonntag, dass er wieder auf altem Leistungsniveau angekommen ist. "Als der Spurt angezogen wurde, war ich leider zu weit hinten, um noch gewinnen zu können", sagte Degenkolb, der zusätzlich durch einen Sturz direkt vor ihm behindert wurde: "Da war dann ein regelrechtes Chaos."

Greipel sichert WM-Startplätze

Nicht in die Entscheidung eingreifen konnte Vorjahressieger Greipel. Der Rostocker verpasste den richtigen Moment zum Antritt, wurde aber immerhin noch Zehnter. Damit sicherte der Mecklenburger seinen deutschen Profikollegen drei weitere Startplätze bei der WM im Oktober in Katar. Bis wenige Kilometer vor dem Ziel hatte eine sechs Fahrer starke Ausreißergruppe das Rennen bestimmt. Das Feld mit den Sprintern an der Spitze stellte die letzten Ausreißer erst etwa 400 Meter vor dem Zielstrich.

218 Kilometer durch Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Im Gegensatz zur Jubiläumsausgabe im Vorjahr, als die Profis in Kiel von einer Fähre aus starteten, verlief das Rennen diesmal wieder im "klassischen" Modus. Los ging es in der Hafencity, dann führte die knapp 218 Kilometer lange Strecke die Profis über die Köhlbrandbrücke nach Niedersachsen. Anschließend ging es durch das Hamburger Stadtgebiet nach Westen, wo in Blankenese der berüchtigte Waseberg viermal erklommen wurde. Ziel war die Mönckebergstraße in der Innenstadt.


Den Status als einziges Rennen der UCI World Tour auf deutschem Boden hat Hamburg in diesem Jahr zum letzten Mal inne. 2017 zählt auch der Klassiker "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" (einst "Rund um den Henninger-Turm") zur höchsten Kategorie der Profirennen.

Rund 20.000 Hobbyradler im Sattel

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Ihr Bild bei den Cyclassics 2016

Rund 20.000 Jedermänner waren bei den Cyclassics am Start. Sind Sie einer davon? Dann entdecken Sie sich vielleicht nach dem Rennen hier auf einem der Fotos. mehr

Rund 20.000 Hobbyradler hatten sich bereits am Sonntagmorgen auf die drei Jedermann-Strecken (60, 100, 160 Kilometer) begeben, das Event ist somit Europas größtes Radrennen. Bei bestem Wetter säumten schon Stunden vor dem Elite-Rennen mehrere tausend Menschen die Zieleinfahrt auf der Mönckebergstraße.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 21.08.2016 | 19:30 Uhr

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