Stand: 23.08.2015 20:11 Uhr

Greipel sprintet zum "Heimsieg" in Hamburg

André Greipel hat die 20. Auflage der Cyclassics in Hamburg gewonnen. Nach 221 km setzte sich der Radprofi aus Rostock im Sprint auf der Mönckebergstraße vor Vorjahressieger Alexander Kristoff aus Norwegen durch und sorgte für den vierten deutschen Sieg beim wichtigsten Eintagesrennen in Deutschland. Giacomo Nizzolo (Italien) wurde Dritter. Greipel unterstrich mit dem Erfolg seine überragende Form. Schon bei der diesjährigen Tour de France hatte er vier Etappen für sich entschieden. "Das war super von der Mannschaft, obwohl wir nach Stürzen im Finale nur noch vier Mann hatten", freute sich der Rostocker im ARD-Interview.

Routinier Cavendish stürzt kurz vor dem Ziel

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Erstmals waren die Profis in Kiel gestartet. Ein Sponsor hatte zum Anrollen auf eine Fähre geladen. Das Rennen nahm anschließend den klassischen Cyclassics-Verlauf. Mehrere Ausreißergruppen versuchten ihr Glück, konnten sich aber nicht entscheidend vom Feld absetzen. Als das Peloton 15,5 km vor dem Ziel das letzte Mal den steilen Waseberg in Blankenese erreichte, bestand es noch aus gut 30 Fahrern, unter ihnen alle Favoriten. Die letzte Bergwertung gewann Linus Gerdemann aus Münster. Das Feld riss noch einmal auseinander, der Zusammenschluss erfolgte aber noch auf der Elbchaussee. Weitere Attacken blieben erfolglos. Die Sprinter-Teams formierten sich und brachten ihre Kapitäne in Position. Pech hatte Routinier Marc Cavendish, der gut drei Kilometer vor dem Ziel stürzte und nicht mehr in die Entscheidung eingreifen konnte.

Martin feiert Comeback und will Weltmeister werden

Keine Rolle im Sprint spielte auch Tony Martin, er wurde am Ende 89. Der Zeitfahrspezialist saß nach seinem dramatischen Aus bei der Tour de France das erste Mal wieder bei einem Rennen im Sattel. "Es hat trotzdem Spaß gemacht und mich auf dem Weg zur WM weitergebracht. Ich war natürlich noch gehandicapt und konnte mich noch nicht wie sonst im Feld bewegen", sagte der Cottbuser. Martins großes Ziel ist nun die Weltmeisterschaft vom 19. bis 27. September in Richmond (USA). "Ich will Weltmeister werden, ganz klar", kündigte Martin bereits an.

Sorgen um Zukunft der Cyclassics

Während sich die Radprofis den nächsten Aufgaben im Rennkalender widmen, geht es für die Cyclassics-Organisatoren um die Sicherung der Veranstaltung. Angesichts des Ausstiegs des Hauptsponsors ist die Zukunft des Eintagesrennens ungewiss. "Das macht mir schon gewisse Sorgen", sagte Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), NDR 2. Cyclassics-Organisator Kai Rapp hält Zweifel am Fortbestand der Veranstaltung für nicht angebracht. "Ich denke, dass die Zukunft gut aussieht, dass der deutsche Markt am Aufleben ist", sagte Rapp.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.08.2015 | 22:50 Uhr

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