Stand: 01.03.2017 13:44 Uhr

Weitspringer Bayer: Aufgeben gibt's nicht

Hallen-Europameisterschaften: Für Weitspringer Sebastian Bayer vom Hamburger SV werden sie immer etwas Besonderes sein. Denn vor acht Jahren gelang dem 30 Jahre alten Leichtathleten bei der EM in Turin ein Jahrhundert-Sprung: 8,71 Meter leuchteten auf der Anzeigetafel auf - Hallen-Europarekord und nur acht Zentimeter vom Weltrekord des großen Carl Lewis entfernt. Doch bei der anstehenden EM in Belgrad fehlt Bayer. Er kämpft nach einer Verletzung um ein Comeback und sein letztes sportliches Ziel: Bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin will Bayer noch einmal angreifen und mindestens das Finale erreichen. "Wenn ich 2018 das geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe, dann höre ich definitiv auf", betonte der gebürtige Aachener.

Das große Ziel ist die EM 2018 in Berlin

An Rekorde oder Titel denkt der Athlet vom HSV derzeit nicht. Wieder einmal plagt ihn eine Verletzung: ein Knorpelschaden. Schmerzen sind ein ständiger Begleiter, trotzdem arbeitet Bayer am Comeback. "Du gehst zum Training und weißt: Du wirst heute Abend ein dickes Knie haben. Du wirst Schmerzen haben", beschreibt Bayer seinen Trainingsalltag. Trotzdem gönnt er sich in der Woche nur einen freien Tag. Sein Heimtrainer Uwe Florczak ist davon überzeugt, dass Bayer es schaffen wird, sich bis zur EM 2018 in Form zu bringen. "Wenn ich es jemandem zutraue, dann ihm. Er will noch einen Wettkampf machen. Er braucht eine Vision, er braucht ein großes Ziel. Und da passt die Heim-EM 2018 natürlich perfekt", erzählt der Weitsprung-Bundestrainer.

Dreimal Europameister

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Sebastian Bayer mit der Goldmedaille nach seinem EM-Erfolg 2009.

Seit zehn Jahren betreut Florczak Bayer und hat dessen Karriere maßgeblich mitgeprägt. Hallen-Europameister 2009 und 2011, Freiluft-Europameister 2012 in Helsinki, sechs Wochen später Olympia-Fünfter in London: Bayer hat eine Menge Erfolge vorzuweisen. Doch zuletzt stoppten ihn immer wieder Verletzungen. In den Jahren 2014 und 2015 hat Bayer ganze fünf Wettkämpfe absolviert, seit dem 23. Mai 2015 überhaupt keinen mehr. Ein schwarzer Tag war der 3. Juli 2016: Beim Training für den erhofften Olympia-Start in Rio de Janeiro knallte es plötzlich. "Als ich dort am Start stand, angelaufen bin und mir der Beuger weggeflogen ist - da wusste ich: Jetzt ist alles vorbei!", erzählt Bayer. "Da stehst du vor einer schwarzen Wand. Du heulst, na klar", gibt er zu. Und: "Ganz, ganz weit weg, da siehst du dann ein Licht im Tunnel."

"Athlet für die besonderen Momente"

Die Qualen für das Comeback sollen sich 2018 im Berliner Olympiastadion auszahlen. Und warum sollte Bayer nicht in seinem letzten Wettkampf eine Überraschung gelingen? "Andere sind vielleicht öfter über acht Meter gesprungen, aber Sebastian war immer der Athlet für die besonderen Momente", betont Trainer Florczak.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 01.03.2017 | 11:25 Uhr

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